Millionen fahren bald in den Urlaub – wer diese 11 Checks vorher nicht macht, riskiert die Autopanne
Elf Dinge, die Sie vor einer langen Autofahrt in den Urlaub prüfen sollten
Stand: 26.07.2026, 11:34 Uhr
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Diese einfachen Tests können den Unterschied zwischen einer stressfreien Urlaubsfahrt und einer langen Wartezeit auf Hilfe ausmachen.
Millionen von Autofahrern werden in den kommenden Wochen lange Strecken im In- und Ausland zurücklegen. Doch schon wenige Minuten, die Sie vorab in die Überprüfung Ihres Autos investieren, können verhindern, dass Sie und Ihre Familie am Straßenrand stranden.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.
Die Hitzewelle im Juni hat gezeigt, wie stark extreme Temperaturen Autos belasten können. Ein Sprecher des britischen Automobilclubs RAC sagte, die Pannenhelfer hätten täglich bis zu ein Fünftel mehr Einsätze als üblich gehabt, während der AA meldete, dass Überhitzungspannen gegen Monatsende innerhalb einer Woche um 54 Prozent zunahmen. Beide Organisationen nennen Reifen, Batterien und Überhitzung als Hauptursachen für Sommerpannen.
Trotzdem vernachlässigen viele Fahrer die grundlegenden Checks. Ein weitverbreiteter Irrglaube ist, dass eine gültige TÜV-Plakette bedeutet, ein Auto sei automatisch fit für eine lange Fahrt. Doch tatsächlich ersetzt sie keine regelmäßige Wartung und keine routinemäßigen Sicherheitskontrollen.
Wichtige Vorabkontrollen für eine sichere Fahrt
Hier sind die unverzichtbaren Prüfungen, die jeder Fahrer vornehmen sollte – ergänzt um drei weitere Checks, die jede Reise reibungsloser und weniger stressig machen. Wer sich diese Punkte rechtzeitig vornimmt, reduziert das Pannenrisiko deutlich und sorgt für mehr Sicherheit für alle Insassen.

Reifen sind im Sommer besonders gefährdet
Reifenplatzer treten bei heißem Wetter häufiger auf, da steigende Temperaturen den Reifendruck erhöhen. Unterdruck verstärkt zudem die Walkarbeit der Reifen beim Abrollen, wodurch zusätzliche Wärme entsteht und das Risiko eines Platzers bei anhaltend hohen Geschwindigkeiten steigt.
Die britische Verkehrssicherheitsorganisation TyreSafe empfiehlt den einfachen „ACT“-Check für Luftdruck, Zustand und Profil: So lassen sich viele Probleme frühzeitig erkennen und teure oder gefährliche Folgen vermeiden.
Luftdruck: Prüfen Sie den Reifendruck bei kalten Reifen anhand der Herstellerangaben, die meist im Türrahmen oder an der Innenseite der Tankklappe zu finden sind. Bei hoher Beladung kann ein etwas höherer Druck erforderlich sein. Schlagen Sie dazu im Fahrzeughandbuch nach.
Zustand: Kontrollieren Sie die Reifen auf Schnitte, Beulen, eingedrungene Fremdkörper, Risse oder ungleichmäßigen Abrieb.
Profil: Stecken Sie eine 20-Cent-Münze in die Hauptprofilrillen. Bleibt der äußere Rand der Münze sichtbar, könnte das Profil unter der gesetzlichen Mindesttiefe liegen. Jegliche Anzeichen von Beschädigung oder ungewöhnlichem Verschleiß sollten umgehend professionell geprüft werden. Vergessen Sie nicht, auch das Reserverad zu kontrollieren, sofern vorhanden.
Motoröl und Kühlmittel im Blick behalten
Extreme Hitze stellt eine anhaltende Belastung für Motoren dar, daher sollten Sie unbedingt den Motorölstand kontrollieren und bei Bedarf nachfüllen. Ohne ausreichendes Öl steigt der Verschleiß deutlich, und im schlimmsten Fall droht ein Motorschaden.
Harriet Hernando, Pannendienst-Sprecherin des Automobilclubs, erklärt: „Viele Autofahrer glauben, das sei nicht nötig, solange sie die Serviceintervalle einhalten, doch das stimmt nicht. Gerade ältere Motoren können Ölverluste entwickeln, die man zunächst gar nicht bemerkt, und selbst moderne Motoren verbrauchen mitunter etwas Öl im Betrieb.“
Kühlmittelstand prüfen, um Überhitzung zu vermeiden
Eine Kombination aus extremen Temperaturen und stockendem Verkehr zwingt Motoren zu Schwerstarbeit. Ist der Kühlmittelstand zu niedrig, können sie sehr schnell überhitzen, was teure Reparaturen nach sich ziehen und Sie zusätzlich liegenlassen kann.
Warten Sie immer, bis der Motor abgekühlt ist, bevor Sie den Kühlerverschluss öffnen, denn das System steht unter Druck und heißes Wasser kann herausspritzen. Achten Sie darauf, dass sich der Kühlmittelstand zwischen den Markierungen „Min“ und „Max“ am Ausgleichsbehälter befindet. Ein Video des Automobilclubs erklärt Schritt für Schritt, wie Sie den Kühlmittelstand korrekt prüfen.
Klare Sicht dank Wischwasser und Wischerblättern
Insekten und Straßenschmutz sammeln sich auf langen Autobahnfahrten rasch auf der Scheibe, und Sommergewitter können plötzlich und heftig einsetzen. Gut funktionierende Scheibenwischer und ein voll aufgefüllter Wischwasserbehälter sind unerlässlich, um die Sicht zu gewährleisten.
Achten Sie auf Schlieren oder Schmierfilme auf der Windschutzscheibe. Hören Sie auf ungewöhnliche Geräusche und heben Sie anschließend jeden Wischerarm an, um die Gummilippen auf Risse oder Abnutzung zu prüfen. Vergessen Sie nicht, auch den hinteren Scheibenwischer zu kontrollieren, falls Ihr Fahrzeug einen besitzt.
Öffnen Sie zum Schluss die Motorhaube und überprüfen Sie den Stand des Scheibenwaschmittels. Ein stets gut gefüllter Wischwasserbehälter sorgt nicht nur für eine saubere Scheibe, sondern ist in vielen Ländern auch gesetzlich vorgeschrieben.
Funktionsprüfung der Beleuchtung
Überprüfen Sie, ob alle Leuchten sauber sind und einwandfrei funktionieren, einschließlich Scheinwerfern, Bremslichtern und Blinkern. Bitten Sie eine zweite Person, die Bremslichter zu kontrollieren, während Sie das Pedal betätigen, oder nutzen Sie Spiegelungen in Fenstern oder Garagentoren, wenn Sie alleine sind.
Batterie: Pannenursache Nummer eins im Sommer
Viele Fahrer bringen Batterieausfälle mit dem Winter in Verbindung, doch die Expertin Hernando vom Automobilclub weist darauf hin, dass Batterien die häufigste Ursache für Fahrzeugpannen sind und „besonders stark von großer Hitze betroffen“ sein können, da extreme Temperaturen die Flüssigkeit in herkömmlichen Starterbatterien verdunsten lassen.
Sie rät: „Wenn Ihre Batterie die Ladung nicht mehr hält, der Motor nur zögerlich anspringt oder mehrere Startversuche nötig sind, ist höchstwahrscheinlich ein Austausch fällig. Weitere Warnsignale sind dunkler leuchtende Kontrollanzeigen im Cockpit oder ein entsprechendes Warnsymbol. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, sollten Sie die Batterie ohne Verzögerung ersetzen lassen.“
Bremsen testen: Pedalgefühl, Geräusche, Bremsflüssigkeit
Alex Alfano, Inhaber der KFZ-Werkstatt DSR Garage im Londoner Stadtteil Palmers Greeen, empfiehlt drei einfache Bremsenchecks vor jeder längeren Fahrt. Mit wenig Aufwand lässt sich so feststellen, ob die Bremsanlage ordnungsgemäß arbeitet.
Prüfen Sie zunächst das Pedalgefühl. Schalten Sie den Motor aus und treten Sie das Bremspedal mehrmals. Es sollte fest werden und den Druck halten. Lassen Sie den Fuß auf dem Pedal und starten Sie den Motor. Wenn der Bremskraftverstärker anspricht, sollte das Pedal leicht nach unten nachgeben. Fühlt es sich schwammig an, sinkt bis zum Boden durch oder reagiert anders als erwartet, sollten die Bremsen von einem Fachbetrieb kontrolliert werden.
Achten Sie zweitens darauf, wie sich die Bremsen während der Fahrt verhalten. Quietsch-, Schleif- oder Schabgeräusche sind eindeutige Warnsignale. Quietschen deutet häufig auf verschlissene Bremsbeläge hin, während Schleif- oder Schabgeräusche auf Metall-auf-Metall-Kontakt hindeuten können, der sofortige Aufmerksamkeit erfordert. Spürt man beim Bremsen Vibrationen oder zieht das Auto zur Seite, ist ebenfalls ein Werkstattbesuch fällig.
Überprüfen Sie schließlich den Stand der Bremsflüssigkeit. Der Vorratsbehälter befindet sich im Motorraum, und die Flüssigkeit sollte sich zwischen den Markierungen „Min“ und „Max“ befinden. Ein sinkender Flüssigkeitsstand kann auf Verschleiß oder ein Leck im System hinweisen.
Reichweite planen: Tanken und Laden
Stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend Kraftstoff – oder bei einem Elektroauto genügend Batterieladung – für Ihre Fahrt haben. Planen Sie bei längeren Strecken im Voraus, wo Sie tanken oder nachladen wollen, um unnötigen Stress zu vermeiden.
Komfort und Technik: optionale, aber sinnvolle Checks
Testen Sie Ihre Klimaanlage mindestens ein paar Tage vor einer langen Sommerfahrt. Wenn nach einigen Minuten keine kühle Luft ausströmt, genügt möglicherweise eine einfache Neukalibrierung. Bleibt das System trotzdem warm, kann eine Neubefüllung mit Kältemittel nötig sein oder es liegt ein Leck vor, das behoben werden muss.
Navigationssystem richtig vorbereiten
Stellen Sie sicher, dass das Kartenmaterial Ihres Navigationsgeräts aktuell ist. Wenn Sie eine App zur Navigation verwenden, prüfen Sie, ob alle Einstellungen korrekt sind und die Berechtigungen – etwa für Standortzugriff – stimmen.
Da Smartphones und Navigationsgeräte durch leere Akkus, schlechten Empfang oder Softwarefehler ausfallen können, lohnt es sich, einige Minuten in die Offline-Nutzung zu investieren: Laden Sie Karten für die Offline-Navigation herunter, prüfen Sie alternative Routen und legen Sie gegebenenfalls eine Papierkarte bereit. So wird aus einer kleinen Panne kein großes Zeitproblem.
Beladung und Dachbox sicher organisieren
Merken Sie sich die Faustregel: „Schwer laden, leicht oben packen, zweimal kontrollieren.“ Platzieren Sie schwere Gepäckstücke so tief wie möglich im Fahrzeug und reservieren Sie die Dachbox für leichtere Gegenstände. Halten Sie nach den ersten Kilometern kurz an, um alle Befestigungen zu überprüfen und sicherzustellen, dass nichts verrutscht ist.
Wenn Sie diese Kontrollen durchführen, können Sie deutlich entspannter in den Sommerurlaub starten. Wie der Experte des britischen Pannendienstes AA, Lee Morley, betont: „Ein paar Minuten für grundlegende Fahrzeugchecks vor der Abfahrt können Autofahrern viel Ärger und Unterbrechungen am Straßenrand ersparen.“