Rechenzentren: Verizon schließt Milliardenvertrag für Dark Fiber mit Google - Golem.de


Google sichert sich unbeleuchtete Glasfaser in Nordamerika. Verizon stellt sich personell im Technikvorstand neu auf.

Kanaldeckel über Glasfaser in Los Angeles im Juni 2026 (Bild: Achim Sawall/Golem)

Kanaldeckel über Glasfaser in Los Angeles im Juni 2026 Bild: Achim Sawall/Golem

Verizon Communications hat einen Vertrag mit Google im Wert von mehr als 1 Milliarde US-Dollar für die Nutzung von Dark Fiber unterzeichnet. Das gab der Telekommunikationskonzern in der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des zweiten Quartals bekannt (Transkript)(öffnet im neuen Fenster). Google wird das Dark-Fiber-Netzwerk von Verizon zur Vernetzung seiner Rechenzentren nutzen.

Laut Verizon unterstreicht die Vereinbarung das Bestreben des Unternehmens, ein eigenständiges Konnektivitätsgeschäft aufzubauen, das auf multinationale Organisationen ausgerichtet ist. Verizon-CEO Dan Schulman sagte am 24. Juli 2026: "Wir erwarten, bis Jahresende weitere Vereinbarungen bekannt zu geben, die zusammengenommen in den kommenden Jahren voraussichtlich mehrere Milliarden US-Dollar umfassen werden."

Der Telko-Konzern profitiert von seinem bestehenden, weitverzweigten Long-Haul- und Metro-Glasfasernetz in Nordamerika, das aktuell gezielt für das Routing von KI-Trainings- und Inferenz-Workloads nachgefragt wird. Schulman erklärte, dass das Netzwerk, obwohl ursprünglich für ein anderes technologisches Zeitalter konzipiert, genau den Anforderungen entspreche, um KI-Rechenzentren, Rechencluster und geografische Regionen miteinander zu vernetzen.

Verizon-Technik unter bekanntem Management

Die Technik liegt bei Verizon demnächst in neuer Verantwortung: Der Deutsche-Telekom-Vorstand Product and Technology, Abdu Mudesir, wechselt zum US-Konkurrenten. Verizon bestätigte, dass Mudesir Ende des ersten Quartals 2027 seine Tätigkeit aufnehmen und Joe Russo ablösen wird, der in den kommenden Monaten in den Ruhestand tritt.

Dark Fiber bietet Kunden die direkte Kontrolle über die optische Schicht und ermöglicht maßgeschneiderte Entscheidungen hinsichtlich Übertragungsraten, Schutzmechanismen und Traffic Engineering. Dies ist besonders für großflächige Verbindungen zwischen Rechenzentren relevant, wo das Datenwachstum herkömmliche Managed Services schnell übersteigen kann.

Google betreibt bereits ein weitverzweigtes modernes Netzwerk. Seine Infrastruktur umfasst mehr als 3,2 Millionen Kilometer beleuchtete Glasfaser, 33 Seekabelbeteiligungen, mehr als 200 Netzwerk-Edge-Standorte und Tausende von Content Delivery Sites. Dennoch benötigt der Konzern unbeleuchtete Glasfaser von Verizon, um zusätzliche Routen bereitzustellen.