HSV: Was Bornauw besser kann als Vuskovic - und was nicht
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Experte: Was der neue HSV-Boss Bornauw besser kann als Vuskovic - und was nicht
Mit Sebastiaan Bornauw hat der HSV seinen neuen Abwehr-Chef gefunden. Was aber ist dem Nachfolger von Luka Vuskovic überhaupt zuzutrauen?
Der Rückhalt der HSV-Fans dürfte Sebastiaan Bornauw (27) gewiss sein – denn sie sind einfach froh, dass er da ist. Ziemlich genau drei Monate, nachdem Luka Vuskovic letztmals für den Verein aufgelaufen war, präsentierten die Hamburger nach langer Suche ihren neuen Abwehrchef. Bornauw soll der Deckung bereits am Montag im Pokal beim Drittligisten SC Verl Halt und Sicherheit geben und dabei in die Fußstapfen seines kroatischen Vorgängers treten. Aber tut man ihm mit dieser Erwartungshaltung einen Gefallen?
Höher könnte die Messlatte kaum liegen. Wie sollte es auch anders sein, wenn man auf einen Publikumsliebling folgt, der eine Saison lang die komplette Bundesliga erstaunte, als eines der größten Abwehr-Talente der Welt gilt und nach seiner HSV-Leihe gerade für mehr als 50 Millionen Euro von Tottenham nach Brighton wechselte? Es sind gewaltige Fußstapfen, in die Bornauw im Volkspark tritt.
Bornauw kommt mit reichlich Erstliga-Erfahrung
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Was hat der Neue drauf? „Der HSV geht mit der Verpflichtung in jedem Fall kein Risiko ein“, sagt einer, der es wissen muss, der MOPO. Jörg Schmadtke lotste den Belgier einst vom 1. FC Köln zum VfL Wolfsburg und überwies damals die höchste Ablöse, die in Bornauws Karriere je für ihn gezahlt wurde. Rund 14 Millionen Euro war der Blondschopf den Niedersachsen im Sommer 2021 wert. Fünf Jahre lang blieb er, dann zog er im vergangenen Sommer weiter nach Leeds. Nun die Rückkehr in die Bundesliga, in der er bereits 140 Spiele mit elf Toren absolvierte.
Aus Schmadtkes Sicht ist klar, was der HSV mit Bornauw bekommen wird – und was nicht. „Er ist sicherlich kein Vuskovic-Ersatz“, sagt der 62-Jährige. „Das liegt aber daran, dass es sehr schwer ist, Spieler dieser Klasse überhaupt zu ersetzen. Aber Sebastiaan ist in jedem Fall ein gestandener Bundesliga-Spieler, mit dessen Verpflichtung man nichts falsch macht. Man muss bei ihm keine Angst haben, dass er nicht funktionieren könnte.“
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Was sofort während der ersten Trainingseinheiten des HSV-Zugangs auffiel: Er geht voran. Schnell dirigierte Bornauw („Die Fans können sich darauf freuen, dass ich immer alles für meine Mannschaft geben werde“) seine Nebenleute, er ist gewillt, das Heft in der Defensive in die Hand zu nehmen. So wie es sich die HSV-Chefetage um Sportvorständin Kathleen Krüger und Sportdirektor Claus Costa ausdrücklich wünscht.
Mehr Tempo als Vuskovic – Schwächen im Kopfball
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Ein Plus hat Bornauw sogar im Vergleich zu Vuskovic: Er ist deutlich schneller. Während bei dem 19 Jahre alten Kroaten im Vollsprint bislang nur 31,2 km/h gemessen wurden, erreichte sein HSV-Nachfolger schon Geschwindigkeiten von fast 35 km/h. „Ihm läuft so schnell keiner weg“, weiß Schmadtke. „Das ist sicher einer seiner Vorzüge. Mir hat auch immer gefallen, dass Sebastiaan ein sehr angenehmer, ruhiger Zeitgeist ist – und keiner, der in der Kabine Theater macht.“
Er ist sicherlich kein Vuskovic-Ersatz. Das liegt aber daran, dass es sehr schwer ist, Spieler dieser Klasse überhaupt zu ersetzen.
Schmadtke über HSV-Zugang Bornauw
Aber: Der Belgier trägt auch noch ausreichend Potenzial für Verbesserungen in sich. Trotz Bornauws stattlicher Größe von 1,91 Metern bekennt Schmadtke: „Er ist bezogen auf sein Kopfballspiel nicht ganz so stark, wie man es vielleicht erwarten würde. Allerdings ist es möglich, dass er während seiner Saison in England diesbezüglich zugelegt hat. Auch bezogen auf sein Passspiel war zumindest zu Wolfsburger Zeiten noch Luft nach oben.“
Jörg Schmadte kennt Bornauw sehr gut
Schmadtke wird genau verfolgen, wie sich sein früherer Spieler beim HSV schlägt. Der Ex-Boss, der nach seiner Zeit in der VW-Stadt als Sportdirektor in Liverpool aktiv war und zuletzt bis Ende März den Posten des Sport-Geschäftsführers bei Hannover 96 bekleidete, ist aktuell ohne Job. Zweimal wäre er fast beim HSV gelandet: 2013, als der HSV schließlich Oliver Kreuzer verpflichtete, und 2024. Damals fiel die Wahl auf Stefan Kuntz.
Federführend bei der Bornauw-Verpflichtung war nun Sportdirektor Claus Costa, der schon seit Längerem mit dem gebürtigen Flamen in Kontakt stand. Viermal spielte der Abwehrmann sogar für sein Nationalteam, zuletzt wurde er im Herbst 2024 nominiert.
Am Montag in Verl beginnt für Leeds-Leihgabe Bornauw das Schaulaufen um einen neuen HSV-Vertrag. Für die Zeit nach dieser Saison besitzt der Verein eine Kaufoption in Höhe von 4,6 Millionen Euro. Und vielleicht gibt es demnächst im Volkspark ja sogar Bornauws Duett mit Vuskovic an seiner Seite – dann allerdings mit Mario, Lukas Bruder, der ab November wieder spielberechtigt ist.
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