Extrem-Wetter 2025: Risiko für Starkregen und Hochwasser nimmt zu – wie Sie im Ernstfall richtig handeln


Extrem-Wetter 2025 Risiko für Starkregen und Hochwasser nimmt zu – wie Sie im Ernstfall richtig handeln

Durch den Klimawandel ist künftig mit häufigeren und heftigeren Hochwassern zu rechnen. Ein Überblick über Ursachen, aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Zuhause besser schützen können.

15.10.2026 , 19:43 Uhr

Hochwasser-Risiko steigt – wie Sie im Ernstfall richtig handeln

Foto: BeckerBredel

Das verheerende Hochwasser im Ahrtal mit mehr als 130 Todesopfern bleibt unvergessen. Knapp drei Jahre später, an Pfingsten, trifft das Saarland ein weiteres Extrem-Wetter-Ereignis: ein Jahrhunderthochwasser. Ausgelöst wurde es durch außergewöhnlich starke Starkregenfälle – binnen eines Tages fielen stellenweise über 100 Liter Regen, mehr als im gesamten April zuvor (74 Liter).

Wie häufig kommt ein „Jahrhunderthochwasser“ vor?

„Das hundertjährliche Hochwasser ist ein Ereignis, das im Mittel einmal in 100 Jahren auftritt“, informiert das saarländische Ministerium für Umwelt auf seiner Webseite. Und macht klar, dass der Begriff „Jahrhunderthochwasser“ dabei leicht in die Irre führt, denn: „Es kann aber auch schon nächste Woche und im nächsten Jahr wieder auftreten.“

Die Fachwelt ist sich einig, dass Starkregen und Hochwasserereignisse weiter zunehmen werden. Schuld daran ist, auch das gilt unter Experten als gesichert, die vom Menschen verursachte Klimakrise. Auch das Umweltbundesamt warnt in seiner Klimafolgen- und Risikoanalyse für Deutschland: "Infolge des Klimawandels ist zu erwarten, dass höhere Abflussspitzen auftreten und sich das Wiederkehrintervall des heutigen Bemessungshochwassers verkürzt.“ Mit anderen Worten: Es sei davon auszugehen, dass Hochwasser in Zukunft häufiger auftreten und höher ausfallen.

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Hochwasser-Katastrophe 2024 im Saarland – Bilder aus allen Landkreisen

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Folge der Klimakrise: Dürren, Hitzewellen und Starkregen

Der physikalische Grund dafür: Je wärmer die Atmosphäre ist, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen, sodass größere Wassermengen in kürzerer Zeit vom Himmel fallen. Wegen der Erderwärmung komme es häufiger zu Dürren und Hitzewellen, aber auch zu massiveren Starkregenereignissen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärt das anhand einer anschaulichen Metapher: „Wenn, bildlich gesprochen, der Schwamm über uns immer mehr Wasser speichern kann, kommt unten auch mehr Wasser an.“ Hinzu kämen, so der DWD weiter, „schauerartige, teils gewittrige Einlagerungen, die diesen Effekt mit eingebetteten Starkregenereignissen potenzieren. Um im Bilde zu bleiben, drückt man den Schwamm über gewissen Orten nicht gleichmäßig, sondern ruckartig und fest aus.“

Wann Starkregen zu Hochwasser führt, hängt von verschiedenen Faktoren ab

Ob und in welchem Ausmaß Starkregen tatsächlich zu Hochwasser führt, hängt neben den gefallenen Regenmengen von einer ganzen Reihe weiterer Faktoren ab, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) erläutert. Dazu gehören zum Beispiel

Wie gravierend die Folgen von Starkregenereignissen ausfallen, hängt natürlich auch vom Hochwasserschutz ab. Wo größere Flächen versiegelt, Moore und Auen entwässert, Flüsse stark begradigt sind, haben Wassermassen weniger Möglichkeiten, sich auszubreiten und zu versickern. Die Folge: Das Wasser fließt schneller in die Flüsse, diese treten über die Ufer und führen eher zu großen Überschwemmungen.

Gravierende Folgen für die betroffenen Menschen

Die Bilder, die das zur Folge hat, sind inzwischen hinlänglich bekannt, sie haben sich spätestens seit der Flutkatastrophe im Ahrtal in unser gesellschaftliches Gedächtnis gebrannt: Überflutete Städte und Dörfer, Menschen, die auf Dächern auf Rettung warten, in Booten evakuiert werden müssen. Autos, die in den Wassermassen treiben. Rettungskräfte von Feuerwehr, THW und Polizei am Rande der Erschöpfung.

Eine besondere Gefahr besteht für Siedlungen, die in Tälern oder nahe eines Bachs oder Flusses liegen. Dabei machen die Naturereignisse auch vor kleineren Gewässern nicht Halt. Gerade dort, warnt das Bayrische Landesamt für Umwelt, würden Hochwasser oft ohne Vorwarnzeit auftreten.

Wie sollte ich mich bei Starkregen verhalten? Das empfehlen Experten

Wie vielerorts im Saarland hatten die Einsatzkräfte auch im Saarpfalz-Kreis mit den Folgen des Pfingsthochwassers zu kämpfen. „Seit einigen Jahren häufen sich Unwetter mit Starkregen und Hagel auch in der Region Homburg“, so das Fazit der örtlichen Feuerwehr, „dies führt zu vermehrten Hochwasserlagen, nicht nur an Bächen, Flüssen und Seen, sondern auch in Wohngebieten, in denen das Oberflächenwasser nicht schnell genug abfließen kann.“

Um Schäden an Leib und Leben sowie Hab und Gut zu vermeiden, hat die Feuerwehr der Stadt Homburg Tipps zusammengestellt, was im Fall von Starkregenereignissen zu tun ist – prophylaktisch sowie im Falle eines akut drohenden Hochwassers:

So können Sie sich als Anwohner hochwassergefährdeter Gebiete vorbereiten

Was tun im Ernstfall? Richtiges Verhalten bei Hochwasser

Bund und Länder uneins über Versicherungspflicht für Elementarschäden

Aus den Ländern werden angesichts der jüngsten Vorkommnisse die Rufe nach einer verpflichtenden Elementarschadenversicherung lauter. Denn gerade in stark hochwassergefährdeten Gebieten seien die Kosten für eine solche Versicherung nicht nur sehr hoch - Hausbesitzer fänden häufig auch keine Versicherung, die das Risiko zu übernehmen bereit ist.

Das Saarland hatte Mitte Juni einen Antrag zur bundesweiten Pflichtversicherung für Elementarschäden im Bundesrat eingebracht. Das Ziel: Hausbesitzer dadurch besser abzusichern und die Steuerzahler insgesamt zu entlasten. Die Initiative erhielt Unterstützung acht weiterer Bundesländer, scheiterte aber unter anderem am Widerstand von Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP).