Familienwandertag am Hoherodskopf lockt knapp 80 Teilnehmer an
Stand: 03.09.2026, 18:00 Uhr
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Das Forstamt Schotten hat zu einem Familiensonntag in die Natur eingeladen. Auf einem drei Kilometer langen Rundkurs warteten sechs Erlebnisstationen mit Mitmachaktionen.
Schotten/Hoherodskopf

Zu einem Familiensonntag in der spätsommerlichen Natur des hohen Vogelsberges hat das Schottener Forstamt eingeladen. Neben spannenden Entdeckungsangeboten der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt lockten auch unterhaltsame Mitmachaktionen und der Austausch mit den Experten des Forstamts, des Naturparks Vulkanregion Vogelsberg und des Vogelsberger Luchsvereins.
Infos über den Luchs
Die Vertreter des Vogelsberger Luchsvereins, Berndt Ott, Hans-Jürgen Rupp und Uwe Prihoda, veranschaulichten mit Stempeln Spuren mehrerer in heimischen Wäldern lebender Wildtiere. Leicht versteckt im Unterholz hatten sie Attrappen eines Luchses platziert und einige Schritte weiter, hinter einem Baum, ein ausgestopftes Exemplar eines Jungtieres.
Normalerweise bekommen Menschen wild lebende Luchse nicht zu Gesicht, denn die Katzen sind scheue Einzelgänger.
Dazu war Bewegung angesagt. Auf einem knapp drei Kilometer langen Rundkurs auf Teilen des bekannten Höhenrundweges waren sechs Erlebnisstationen aufgebaut. Das Angebot sprach knapp 80 kleine und große Interessierte an. Meist waren es Familien, die sich auf dem Niddaparkplatz eine Stempelkarte für die Mitmachaktionen abholten, die nach der Rückkehr gegen ein kleines Präsent eingetauscht werden konnte.
Der Höhenrundweg jenseits der Landesstraße von der Poppenstruth zum Hoherodskopf umrundet in einer weiten Schleife das Hochmoor. Er weist kaum Höhenunterschiede auf und ist daher auch für Familien mit Kleinkindern gut zu begehen.
Artenreiche Wiesen wichtig für Insekten
Erste Anlaufstation war die ein wenig abseits der Niddaquelle stehende Schutzhütte. Hier drehte sich alles um Insekten und ihre Lebensweisen. „Warum sind Insekten wichtig für unser Ökosystem, und was sind ihre Lebensgrundlagen, die die Menschen schützen können?“, waren Fragen, auf die die interessierten „Naturerforscher“ fachkundige Antworten erhielten.
Artenreiche Wiesen sind ein wichtiges Lebensumfeld für Insekten. Um neue Blumen wachsen zu lassen, konnten sich die Teilnehmer kleine Kugeln aus einer Mischung von Lehm- und Blumenerde formen und darin einige Samen hineindrücken. Aus den kleinen Samenkugeln, in der Natur abgelegt, kann sich nun neues Grün entwickeln.
Die Naturparkführerinnen Ursula Herbst und Karin Bochenek stellten am Landgrafenborn das in diesem Sommer besonders aktuelle Thema Wasser in den Vordergrund ihrer Demonstrationen und Experimente. Sie waren auch Botschafterinnen der Schutzgemeinschaft Vogelsberg, die seit vielen Jahren auf den Raubbau des Grundwassers hinweist und zu einem sorgsamen Umgang mit dem kostbaren Gut auffordert.

An der Gabelung des Weges zum Geiselstein hatte der Grebenhainer Revierleiter Joost Bollenberg Bilder und Exponate von Schalenwild mitgebracht. Dazu zählen vor allem Reh- und Rotwild sowie Wildschweine, während Damwild eher in südlichen Regionen Deutschlands beheimatet ist.
Für die Frage der Bejagung gab es grundlegende Informationen, und anhand einer unmittelbar angrenzenden, von Rehen geschädigten Fläche Argumente für die Notwendigkeit. Sehr anschauliche Entdeckungen waren einige Aufsteller mit Attrappen einer Wildschweinfamilie und eines Rehs mit seinem Kitz.
Der Ruf von Blaumeise, Rotkehlchen und Grünspecht empfing die Rundwanderer am östlichen Rand des Hochmoores. Neben der Vorstellung verschiedener Vogelarten gab es Informationen zum Schutz der gefiederten Wildbewohner. So dürfen beispielsweise sogenannte Habitatbäume nicht gefällt werden. Sie dienen vielen Waldtieren als Behausung.
Moore sehr wichtig als Wasserspeicher
Der Specht ist in Sachen Wohnungsbau mit seinem Schnabel Pionier. Seine Höhlen werden nach dem Flüggewerden des Nachwuchses von anderen Arten wie Fledermaus, Baummarder oder Hornissen gerne übernommen.
Ein Stück weiter entlang des Weges zum Parkplatz Heide war die letzte Station ganz dem Moor und seiner Bedeutung gewidmet. Moore sind große Wasserspeicher. Dank ihres Aufbaus können sie Wasser gut speichern, ähnlich wie ein Schwamm.
Das Hochmoor „Breungeshainer Heide“, das in früheren Jahrhunderten durch das Anlegen von Gräben gezielt entwässert wurde, ist in jüngster Vergangenheit durch aufwendige Maßnahmen renaturiert worden.
Bei der Wiedervernässung wurden rund 50 zwei Meter lange Spundwände als Dämme in die Entwässerungsgräben eingebracht und so das Wasser angestaut, wie es dem natürlichen Wasserhaushalt des Moores entspricht. Moore sind hervorragende Speicher von Kohlendioxid und damit sehr wertvoll für den Klimaschutz.