Fed-Leitzins 2026: Prognose zeigt neue Richtung bei US-Zinsen


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Wie entwickelt sich der US-Leitzins 2026? Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzinskorridor Ende Juli bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Doch die Diskussion hat sich verschoben: Statt über Zinssenkungen sprechen Marktteilnehmer inzwischen vor allem darüber, ob die US-Notenbank die Zinsen in den USA erhöhen muss. Drei der zwölf stimmberechtigten Fed-Mitglieder plädierten im Juli bereits für eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Prognosen zeigen ebenfalls gemischte Erwartungen für den künftigen Zinskurs.

Fed-Zinserhöhung 2026: Prognosen sehen 60 Prozent Wahrscheinlichkeit

Marktteilnehmer sind sich derzeit uneins, ob die Fed die Leitzinsen beim nächsten Zinsentscheid im September ändern wird oder nicht. Einem Analysetool der CME Group zufolge, das auf dem Terminmarkt basiert, wird aktuell zu gut 40 Prozent erwartet, dass der Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) bei seiner Sitzung im September das Zins-Zielband bei 3,50 bis 3,75 Prozent belässt. Mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 60 Prozent wird indes mit einer Erhöhung um 25 Basispunkte gerechnet (Stand 30. Juli 2026). Diese Unsicherheit über den weiteren Zinskurs zeigt sich derzeit auch unter einzelnen Expertinnen und Experten.

US-Notenbank Fed

Wie wird sich der Leitzins 2026 in den USA entwickeln? Wir zeigen aktuelle Prognosen. © Getty Images | Douglas Rissing

Ökonomin Tiffany Wilding beim Vermögensverwalter Pimco erwartet keine weitere Zinsänderung in diesem Jahr. „Ich rechne mit einer schwächer werdenden Inflation im zweiten Halbjahr. Deshalb gehe ich auch davon aus, dass die Fed ihren Leitzins in diesem Jahr nicht mehr ändert.“ Ganz ausschließen will sie eine Anhebung allerdings nicht. Die kurzfristigen Risiken würden angesichts hoher Energiepreise und der Spannungen im Nahen Osten „eher in Richtung Zinserhöhung“ gehen.

Von großer Bedeutung für den weiteren Ausblick ist ihrer Meinung nach zudem die Frage, inwiefern sich unter Kevin Warsh die Toleranz für eine Inflation innerhalb der Spanne von zwei und drei Prozent verändert. „Diese Spanne schien der Fed in den vergangenen Jahren vereinbar mit einer schrittweisen Rückkehr zu einem neutralen Zinsniveau zu sein“, so Wilding. Allerdings wiesen einige Aussagen Warshs darauf hin, dass er einer dauerhaft leicht über dem Ziel liegenden Inflation weniger Toleranz entgegenbringen könnte, beobachtet die Expertin.

Michael Heise von der Investmentgesellschaft HQ Trust hält einen Zinsschritt nach oben im September hingegen für wahrscheinlich. Die Fed habe im Juli trotz einer Inflation von mehr als drei Prozent abgewartet, weil sie den jüngsten Preisauftrieb vor allem auf höhere Energiepreise zurückführe. „In der September-Sitzung wird klarer sein, wie stark der Ölpreisanstieg auf die Inflation in den USA durchschlägt“, sagt der Ökonom. Er erwartet, dass dieser Effekt deutlich sichtbar wird und die Fed darauf mit einer Zinserhöhung reagiert.

Fed verzichtet auf klare Signale und erschwert Zinsprognosen

Die gespaltene Stimmung am Markt hat jedoch abseits der schwer vorherzusagenden Inflation auch andere Gründe. Die Fed will künftige Entscheidungen weniger stark im Voraus signalisieren und verzichtet stärker auf die sogenannte Forward Guidance. „Das wird die Volatilität am kurzen Ende des Zinsmarkts auf absehbare Zeit erhöhen“, sagt Wilding.

Die neue Kommunikationsstrategie werde dazu führen, „dass die Meinungen über die Richtung der Geldpolitik weiter auseinandergehen“, sagt auch Heise. Gleichzeitig zeige das aber auch eine größere Flexibilität der Währungshüter. „Das muss nicht schlecht sein“, so Heise. Auch eine Notenbank könne die künftige Entwicklung nicht sicher vorhersehen und müsse auf neue Entwicklungen flexibel reagieren können.

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Was würde eine Zinserhöhung der Fed für Aktien bedeuten?

Steigende Leitzinsen können Aktien belasten. Unternehmen müssen bei höheren Marktzinsen tendenziell mehr für Finanzierungen zahlen. Gleichzeitig werden festverzinsliche Anlagen interessanter, wodurch Aktien im Vergleich an Reiz verlieren können.

Besonders empfindlich reagieren häufig Wachstumsunternehmen, bei denen ein großer Teil des erwarteten Unternehmenswerts auf Gewinnen in der Zukunft beruht. Höhere Zinsen drücken den heutigen Wert dieser zukünftigen Erträge.

Entscheidend wäre allerdings auch hier der Grund für eine Zinserhöhung. Hebt die Fed die Zinsen an, weil die Wirtschaft robust wächst und die Inflation gleichzeitig zu hoch bleibt, muss das nicht automatisch einen nachhaltigen Kursrückgang an den Börsen auslösen. Verschärft die Notenbank ihre Geldpolitik dagegen stärker als von Anlegern erwartet, können Aktien kurzfristig unter Druck geraten beziehungsweise stark schwanken.

Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.

Wann ist der nächste Zinsentscheid der Fed?

Nach der Juli-Entscheidung richtet sich der Blick auf die September-Sitzung. Diese findet am 15. und 16. September 2026 statt. Der Zinsentscheid wird dann am 16. September verkündet. Bis dahin erhält die Fed weitere Daten zur Inflation, zum Arbeitsmarkt und zur Konjunktur. Besonders wichtig dürfte sein, wie stark sich die höheren Energiepreise in den Verbraucherpreisen niederschlagen.

US-Dollar

Im September entscheidet die US-Notenbank erneut über den Leitzins. © Getty Images/iStockphoto | Darren415

Fed-Prognose 2026: Zinserhöhung gilt als wahrscheinlich

Die Ausgangslage hat sich damit verändert. Eine Zinssenkung steht derzeit nicht im Mittelpunkt der Diskussion. Vielmehr geht es darum, ob der aktuelle Leitzinskorridor von 3,50 bis 3,75 Prozent bis zum Jahresende Bestand hat – oder ob die Fed die Geldpolitik noch einmal verschärft.

Für unveränderte Zinsen spricht die Erwartung, dass der durch Energiepreise ausgelöste Inflationsdruck wieder nachlässt. Für eine Zinserhöhung spricht dagegen das Risiko, dass die Inflation länger hoch bleibt und die Fed unter Kevin Warsh weniger bereit ist, Werte oberhalb des Zwei-Prozent-Ziels hinzunehmen.

Die September-Sitzung dürfte deshalb deutlich mehr Klarheit bringen. Bis dahin entscheidet vor allem die Entwicklung der Inflation darüber, welches der beiden Szenarien wahrscheinlicher wird.

Marktkommentar von Tiffany Wilding, Managing Director und Economist bei PIMCO, im Juli 2026

Marktkommentar von Dr. Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust, im Juli 2026

FedWatch, in: CME Group. Zuletzt abgerufen am 30.07.2026.