Felix Pakleppa: „Neubauförderung ist keine Ausgabe, sondern eine Investition“


Felix Pakleppa: „Neubauförderung ist keine Ausgabe, sondern eine Investition“

Der Hauptgeschäftsführer des ZDB erklärt, warum von einer verlässlichen und stärkeren Subventionierung des Wohnungsbaus auch die Staatsfinanzen profitieren können.

Felix Pakleppa: „Im Bauturbo liegt großes Potenzial.“ Foto: ZDB, Getty Images

Düsseldorf. Felix Pakleppa ist seit 2011 Hauptgeschäftsführer beim Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). Der Verband vertritt die Interessen von 35.000 Bauunternehmen in Deutschland gegenüber Politik und Öffentlichkeit.

Für den ZDB ist der Rechtsanwalt Pakleppa seit 1997 aktiv. Zunächst arbeitete er im Geschäftsbereich Sozial- und Tarifpolitik, dann in der Hauptabteilung Recht und schließlich seit 2009 in der Geschäftsführung. Zudem ist er Geschäftsführer der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, dem Dachverband des deutschen Bau- und Ausbauhandwerks.

Wo sehen Sie aktuell das größte ungenutzte Potenzial in der Immobilienbranche?
Das größte Potenzial liegt für mich im Bauturbo: Seit Oktober 2025 können Kommunen über Paragraf 246e im Baugesetzbuch Wohnungsbauprojekte ohne Bebauungsplanverfahren deutlich schneller genehmigen. Doch vielerorts wird das Instrument noch zu zögerlich genutzt. Die rechtlichen Möglichkeiten sind da – jetzt müssen Kommunen sie auch konsequent anwenden.

Was war für Sie persönlich der größte Aha-Moment in Bezug auf den Immobilienmarkt/das Bauwesen?
Mein Aha-Moment: Rund zwei Drittel der Wohnungsbauaufträge kommen von privaten Bauherren. Die bauen aber nur bei verlässlicher Förderung. Eine Ausweitung der Sonderabschreibungen auf Häuser, die den Effizienzhausstandard 55 erfüllen, kostet den Staat zunächst Geld. Sie könnte langfristig aber rund das Dreifache an Steuereinnahmen bringen, denn: Jeder in den Wohnungsbau investierte Euro kurbelt die Konjunktur an, da die Mittel bei heimischen Firmen versteuert und verbeitragt werden. Schon während der Bauphase fließt über Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Sozialabgaben der Beschäftigten sowie die Grunderwerbsteuer viel an den Staat zurück. Hinzu kommen die Einkommensteuer auf die Mieteinnahmen und natürlich die Kaufkraft, die durch die neu geschaffenen Arbeitsplätze am Bau entsteht. Eine Neubauförderung ist also keine Ausgabe, sondern eine Investition.

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