„Flammenmeer“ auf Reitanlage: Ermittler gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus
Stand: 19.08.2026, 06:25 Uhr
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Nach einem Großbrand auf einer Reitanlage in Heusenstamm geht die Polizei nach ersten Ermittlungen von vorsätzlicher Brandstiftung aus.
Heusenstamm – Feuchter Geruch nach kalter Asche und verkohltem Holz wabert auch drei Tage nach dem Großbrand auf der Reitanlage noch über den Niederröder Weg. Als das Feuer am Samstagabend ausgebrochen war, sprachen beteiligte Einsatzkräfte später von einem „Flammenmeer“. Zunächst gingen die Ermittler davon aus, dass der Brand auf ein rund 60 Meter entferntes Waldstück übergeschlagen war. Mittlerweile hat sich das Bild gewandelt: Für die Polizei deutet inzwischen alles darauf hin, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde.
Nachdem die Brandermittler sich am Montag selbst ein Bild von der Lage gemacht hatten, verdichteten sich die Erkenntnisse, dass ein zunächst vermuteter technischer Defekt als Brandursache ausgeschlossen werden könne.
Großbrand auf Heusenstammer Reitanlage – Tiere rechtzeitig gerettet
Von „Glück“, dass nichts Schlimmeres passiert ist, spricht Tage nach dem Brand Erwin Heberer. Auf dem Grundstück neben dem Reitverein hält er seine Bienen. Noch in der Nacht war er von Markus Wöhl, Landwirt und Inhaber eines Teilstücks des Geländes, über den Brand informiert worden und machte sich direkt auf den Weg zur Martinseestraße. Seinen Bienen geht es gut – ebenso wie den Pferden, Eseln und dem Maultier des Vereins, die rechtzeitig gerettet werden konnten. „Die Bienen sind vom Rauch nur leicht betäubt“, sagt der Imker. Glücklicherweise war der Honig für dieses Jahr bereits fertig. Dass die Flammen nicht auf sein Grundstück übergegriffen haben, verdanke Heberer auch der schnellen Reaktion eines Autofahrers, der den Brand von der rund 800 Meter entfernten Ringstraße aus gemeldet hatte.

Heberer habe bereits seit einigen Tagen befürchtet, dass es zu einem Brand kommen könnte. „Hier ist ja alles total trocken“, sagt er. Schon 2022 hatte es im Heusenstammer Wald eine Serie von gelegten Bränden gegeben. „Manchmal komme ich abends nochmal her, einfach um zu schauen, dass alles gut ist“, erzählt der Hobby-Imker. Die Polizei sieht jedoch keinen Zusammenhang zwischen den Fällen von 2022 und dem aktuellen Brand. Wie heiß die Flammen geworden sein müssen, zeige sich auch an einem Stall, der unmittelbar neben seinem Grundstück steht. „Da sind die Regenrinnen schon geschmolzen“, sagt Heberer.
Hektische Evakuierung: Pferde auf benachbarter Anlage untergebracht
Das Ausmaß des Brandes ist unübersehbar. Auf dem Grundstück und im angrenzenden Wald verteilt liegen verkohlte Holz- und Aschereste. Die Baumstämme sind tiefschwarz. In den Ästen hängen verbrannte Blätter, die sich braun und spröde zusammenrollen. Wer sich dem Gelände vom Wald aus nähert, blickt auf offene Tore zu den Pferdeställen und einen umgestürzten Zaun – Spuren der hektischen Evakuierung. „Die Pferde wurden zunächst auf das hintere Koppelstück freigelassen“, erzählt Landwirt Markus Wöhl, dem Inhaber der Reitanlage. Anschließend seien sie einzeln aufgezäumt und weggebracht worden. Derzeit sind die Tiere im Reitstall Winter am Rand von Obertshausen untergebracht, bis feststeht, wie es mit dem Grundstück weitergeht.
Mehrere Stunden waren rund 170 Feuerwehrleute im Einsatz. Endgültig gelöscht war der Brand am Montagmorgen. Auch drei Anhänger und ein Mistwagen wurden durch das Feuer zerstört. Markus Wöhl schätzt den entstandenen Schaden auf 100.000 bis 150.000 Euro.