Flörsheimer Kerb startet: Nach null Aktiven im Vorjahr nun 16 Kerbeborsche und -mädels


Stand: 16.10.2026, 07:00 Uhr

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Flörsheimer Kerb

Auf die Betreiber der Fahrgeschäfte ist bei der Flörsheimer Kerb stets Verlass. Die Suche nach Aktiven ist schwieriger, aber zumindest in diesem Jahr hat sich eine starke Gruppe gefunden. © Sascha Kröner

Die Flörsheimer Kerb beginnt offiziell am Samstag um 11.30 Uhr – mit dem stärksten Jahrgang seit Jahren. Doch schon für 2027 droht dem Förderverein wieder ein Engpass.

Flörsheim – Die Buden und Fahrgeschäfte der Schausteller am Mainufer lassen es spätestens seit dieser Woche erahnen: Die Flörsheimer Kerb steht vor der Tür. Während die Betreiber der Kirmesattraktionen jedes Jahr dabei sind, muss der Förderverein Flörsheimer Kerbeborsch immer wieder um die Zahl der aktiven Traditionsverfechter bangen. Im vergangenen Jahr fanden sich überhaupt keine Kerbeborsche. Dieses Mal sieht es deutlich besser aus: 16 Aktive stehen in den Startlöchern. „Wir sind froh, dass wir wieder einen ganz normalen Jahrgang haben“, erklärt Kassenwart Niklas Scholz.

Kerbeverein aktuell ohne Vorsitzenden

Neun Kerbeborsche und sieben Kerbemädels begleiten die Kerb, die am Wochenende startet. Die Schürze des Kerbevadders trägt Jaron Bach. Der Zustrom junger Leute hält jedoch nicht an. Das zeigt sich an der Besetzung der Vize-Kerbeborsche, die in Flörsheim die Nachkerb stemmen und das Fest für das kommende Jahr übernehmen. Bisher habe sich nur eine Person gemeldet, sagt Kassenwart Scholz, der davon ausgeht, dass für 2027 kein ausreichend großer Jahrgang gefunden wird. Die Nachkerb stemme man mit Vereinsmitgliedern und den diesjährigen Kerbeborsche. Im nächsten Jahr werde man wahrscheinlich alte und neue Aktive mischen. Niklas Scholz räumt ein, dass das Interesse bei jungen Menschen sehr stark variiere. Oft hänge es von den Kontakten innerhalb eines Freundeskreises ab, ob sich viele Aktive finden. In anderen Orten ist es bereits üblich, dass Kerbeborsche das Fest mehrmals hintereinander stemmen. In Stadtteil Wicker tragen einige Traditionsverfechter die Kappe für drei Jahre.

In diesem Jahr startet der Förderverein mit vielen Aktiven, aber ohne Vorsitzenden in die Kerb. Der bisherige Vereinschef Daniel Dicks gibt an, dass er sich vor zwei Monaten aus persönlichen Gründen zurückgezogen habe. Dicks war erst im Mai wiedergewählt worden. Für die Organisation der Kerb macht der Rücktritt, laut Kassenwart Scholz, keine Probleme. „Wir haben die Aufgaben auf viele Schultern verteilt“, sagt der Flörsheimer auf Nachfrage. Mit der Wahl eines Nachfolgers wolle man bis zur Mitgliederversammlung im kommenden Frühjahr warten. „Wir wollen dem neuen Vorsitzenden Zeit geben, sich vor der Kerb einzuarbeiten“, so Niklas Scholz.

Heute geht’s mit einer Kneipentour los

Erstmals können Unterstützer der Kerb in diesem Jahr einen Kerbepin erwerben, der von einem Mitglied gestaltet wurde. Der Anstecker, dessen Motiv jährlich wechseln soll, kostet 5 Euro. Die Idee sei nicht aus finanzieller Not geboren, sagt der Kassenwart. Man wolle den Besuchern vielmehr ein Erinnerungsstück bieten. „Das ist eine schöne Sache für die Leute“, findet Niklas Scholz.

Die Flörsheimer Kerb wirft nicht nur mit den Buden der Schausteller ihre Schatten voraus. Auch der Kerbebaum steht schon seit einiger Zeit in der Pfarrer-Münch-Straße. Bereits am 3. Oktober wurde der Stamm samt Kerbepuppe neben dem Gasthaus „Zum Hirsch“ installiert. „So früh stand er noch nie“, weiß Niklas Scholz. Da Bäume aufgrund von Trockenheit und Schweinepest im Flörsheimer Wald schwer zu bekommen sind, übernahmen die Flörsheimer den Baum der Wickerer Kerb. Aus organisatorischen Gründen hat man das Wahrzeichen dann schon Anfang des Monats aufgestellt, erläuterte Scholz.

Am heutigen Freitagabend wärmen sich die Kerbeborsche mit ihrer Kneipentour durch die Flörsheimer Gaststätten auf. Der eigentliche Startschuss für die diesjährige Kerb fällt dann am morgigen Samstag um 11.30 Uhr mit der offiziellen Eröffnung vor dem Kerbebaum. Um 19 Uhr beginnt der Kerbetanz im Festzelt am Mainufer.

Der Kerbesonntag wird mit einem Festgottesdienst um 10.30 Uhr eingeläutet. Gegen 14.30 Uhr setzt sich der Kerbeumzug in der Hauptlehrer-Urson-Straße in Bewegung. Anschließend laden die Aktiven zum Kerbecafé ins Festzelt ein. Im Zelt geht es auch am Montagmorgen ab 10.30 Uhr weiter: Dann folgt der Frühschoppen mit anschließendem Giggelschlag Der Dienstag steht schließlich ganz im Zeichen des Rummelplatzes, wenn die Schausteller einen Familientag mit ermäßigten Preisen bieten.

Verbilligte Fahrten auf den Karussells gibt es auch am Freitag, 23. Oktober. Um 18 Uhr lädt der Kerbeverein zum Dämmerschoppen mit musikalischer Begleitung ins Festzelt ein. Damit beginnt das Nachkerbewochenende. Am Samstag, 24. Oktober, wird ab 19 Uhr der Nachkerbetanz gefeiert. Die diesjährige Kerb endet am Sonntag, 25. Oktober, um 19.30 Uhr mit der Kerbeverbrennung hinter dem Bootshaus. Für 20.30 Uhr ist ein großes Abschlussfeuerwerk geplant.