Forscher warnen vor „weiteren Erdbeben“ auf Kanaren-Insel – Vulkanausbruch „früher oder später“
Stand: 07.08.2026, 20:12 Uhr
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Auf der Kanaren-Insel Teneriffa brodelt es unter dem Vulkan Teide. Forscher warnen vor Erdbebenschwärmen und mahnen zur Vorsorge für einen möglichen Ausbruch.
Teneriffa – Tief unter dem Teide auf Teneriffa brodelt es. Das Nationale Geographische Institut (IGN) der Kanarischen Inseln schlägt zwar keinen Alarm, macht aber deutlich: Der 3715 Meter hohe Vulkan und damit höchste Berg Spaniens hat ein neues Aktivitätsniveau erreicht – und weitere spürbare Erdbeben am Teide sind nur eine Frage der Zeit.

Allein in diesem Jahr wurden bereits zehn Erdbebenschwärme am Teide registriert – doppelt so viele wie in den gesamten zehn Jahren davor zusammen. Zuletzt rumorte es unter dem Vulkan auf Teneriffa zwei Tage lang am Stück. Frühere Schwärme dauerten nur stundenweise. Auch ein Schwarm mit rund 660 Mikrobeben binnen weniger Tage sorgte für Aufsehen.
„Weitere Erdbeben“ auf Kanaren-Insel – Vulkanausbruch „früher oder später“
„Wir erwarten, dass es weitere Schwärme geben und einige Erdbeben zu spüren sein werden“, sagte Itahiza Domínguez, Leiter der IGN-Niederlassung auf den Kanarischen Inseln, am Rande einer Sitzung des Vulkan-Notfallplans Pevolca, wie Teneriffa News berichtet. Gleichzeitig betonte er, dass kein kurz- oder mittelfristiger Vulkanausbruch bevorstehe.
Bereits Ende Juli hatte Domínguez für Aufsehen gesorgt, als er ankündigte, der Teide werde ausbrechen. Kurzfristig sei jedoch keine Eruption zu erwarten. Der Forscher stellte klar: „Wir müssen verstehen, dass wir früher oder später einen Ausbruch erleben können. Genauso wie es morgen einen Sturm oder eine Flut geben kann.“ Aktuell ist auch die Waldbrand-Gefahr auf Teneriffa hoch – für Urlauber gelten strenge Regeln.
Teneriffa trifft Vorsorgemaßnahmen für möglichen Vulkanausbruch
Die Wissenschaft sieht den Teide schlicht als das, was er ist: ein aktiver Vulkan. Zwischen zwei Ausbrüchen lagen bislang stets mindestens 100 Jahre – doch strukturierte Überwachungsdaten gibt es erst seit gut zwei Jahrzehnten. Konkrete Vorhersagen sind daher kaum möglich. Ein klares Warnsignal wäre laut IGN eine rasche Bodenverformung von mehreren Zentimetern pro Tag. Bisher hob sich der Boden zwar messbar, aber über einen langen Zeitraum und in unkritischem Ausmaß. Die Expertenrunde vereinbarte deshalb quartalsweise Treffen, um die Lage regelmäßig neu zu bewerten.
Auch die Politik auf Teneriffa reagiert und trifft Vorsorgemaßnahmen. In Santa Cruz de Tenerife hat Bürgermeister José Manuel Bermúdez eine technische Kommission eingerichtet, die Notfallszenarien durchspielt. Gegenüber dem Lokalblatt Diario de Avisos sagte er laut wetter.com: „Was gerade passiert, ist nicht normal.“ Niemand wolle Panik verbreiten – aber man müsse vorbereitet sein. (Quellen: Teneriffa News, wetter.com, Instituto Geográfico Nacional) (ph)