Frust über Bolongarostraße: Ingenieurbüro kündigt nach fast 20 Jahren Planung
Stand: 19.09.2026, 06:00 Uhr
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Das beauftragte Ingenieurbüro hat den Vertrag mit der Stadt Frankfurt gekündigt, sie muss neu ausschreiben. Wann die Umgestaltung der Bolongarostraße beginnt, kann die Stadt noch nicht abschätzen.
Höchst – Seit bald zwei Jahrzehnten wird über die Umgestaltung der Bolongarostraße geredet, Pläne sind öffentlich vorgestellt worden – geschehen ist seitdem nichts. Für manche klingt es wie Hohn, wenn es in einem Magistratsbericht nun heißt, dass „die Neugestaltung der Bolongarostraße priorisiert betrieben wird“, und das unabhängig von den Maßnahmen zur Regionaltangente West (RTW) und dem Radschnellweg FRM3 zwischen Wiesbaden und Frankfurt
Planungen werden neu ausgeschrieben
Fakt ist: Das mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro hat den Vertrag mit der Stadt gekündigt. Für die Wiederaufnahme der Planung müssen die ausstehenden Planungsleistungen erneut ausgeschrieben und vergeben werden. Die Vorbereitung der erneuten Ausschreibung sei derzeit in Bearbeitung, heißt es seitens des Magistrats.
Die Stadtregierung sei bestrebt, den Auftrag „schnellstmöglich zu erteilen, um die weitere Planung im Herbst 2026 wieder aufzunehmen“, heiß es. Allerdings könne der Zeitrahmen für den Umbau der Bolongarostraße „noch nicht realistisch abgeschätzt werden“.
Worum geht es? Der etwa 720 Meter lange Abschnitt der Bolongarostraße zwischen der Leverkuser Straße und der Zuckschwerdtstraße soll umstrukturiert werden. In der Altstadt stecken immer wieder Busse fest, weil vielerorts links und rechts der engen Fahrbahn geparkt werden darf und gerade am Fußgängerüberweg zur Wed, wo die Straße einen kleinen Knick hat, Sperrflächen ignoriert werden. Im Teilstück zwischen Mainberg und Bolongaropalast hingegen wird der zweite Fahrstreifen dauerhaft illegal in zweiter Reihe zugeparkt; Kontrollen sind eher die Ausnahme. Dort sollen nach den Plänen Schrägparkplätze angelegt und nur noch eine Fahrspur für den Autoverkehr angeboten werden – de facto ist es derzeit ohnehin schon so.
Radwege, die derzeit im Altstadt-Abschnitt fehlen, sind nötig. Großen Wert soll im Altstadtbereich aber auch auf die Aufenthaltsqualität für Fußgänger gelegt werden. Versetztes Parken soll breitere Bürgersteige ermöglichen.
Erst hieß es, man müsse das Ende der Baustelle Bolongaropalast abwarten, aber der Kran dort ist schon 2022 abgebaut worden. 2023 war dann von einem Umbau im Jahr 2026 ausgegangen worden: Damals hatte die Stadt verpasst, rechtzeitig den Förderantrag beim Land zu stellen – angeblich aus Personalmangel (wir berichteten). Inzwischen ist die ursprünglich einmal vorgestellte Planung so alt, dass eine Überarbeitung nötig ist. Mit der Wiedereröffnung des Bolongaropalasts nach mehr als zehn Jahren Sanierungs- und Umbauzeit wird sich der Publikumsverkehr deutlich erhöhen; dafür sorgen Museum, Gastronomie, Konzertsaal, Kino und diverse andere Einrichtungen. Weil oben an der Bolongarostraße zum Beispiel kein Platz für Fahrradständer ist, sollen sie unten an der Seilerbahn angelegt werden. Die entsprechenden Flächen am Weg unterhalb der unteren Gartenterrasse sind bereits gepflastert worden.
Ortsvorsteher fordert verbindlichen Zeitplan
Die Vorplanung zur Umgestaltung ist bereits 2016 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden; diskutiert wurde darüber schon länger. Der Ortsbeirat hat zuletzt im Februar 2026 erneut nach dem Planungsstand und dem Zeitplan gefragt. Ortsvorsteher Michael Schneider (CDU) ist es leid: „Wir wissen, welchen zentralen Stellenwert diese Straße für Höchst, seine Bewohner und den örtlichen Handel hat. Umso enttäuschender ist es, dass das beauftragte Ingenieurbüro nun den Vertrag gekündigt hat und erneut keine belastbare Perspektive genannt werden kann. Ich erwarte, dass die Stadt die ausstehenden Planungsleistungen unverzüglich neu vergibt und endlich einen verbindlichen Zeitplan vorlegt – Höchst darf nicht weiter vertröstet werden.“