"Gilmore Girls Season": Warum der Herbst die romantischste Jahreszeit des Jahres ist


"I am an autumn"

"Gilmore Girls Season": Warum der Herbst die romantischste Jahreszeit des Jahres ist

Als unsere Autorin die Serie "Gilmore Girls" entdeckte, lief sie schon seit Jahren im österreichischen Fernsehen. Die US-Serie hat ihre Vorstellung vom Herbst nachhaltig geprägt

Leonie Tupy

Zwei Frauen, Lorelai und Rory Gilmore aus
Herbstspaziergang durch Stars Hollow: Lorelai und Rory Gilmore in "Gilmore Girls", eine US-amerikanische Serie mit sieben Staffeln, die erstmals 2000-2007 ausgestrahlt wurde

Während meine beste Freundin um den Sommer trauert und sich ans Meer sehnt, bin ich froh, dass bald wieder die bunten Blätter fallen. In einem sind wir uns aber einig: Herbst-Zeit ist "Gilmore Girls"-Zeit. Die Serie läuft bei uns beiden jedes Jahr, wenn der September kommt, rauf und runter. Auch wenn ich Anfang Oktober gerade noch die wahrscheinlich letzten sonnigen Tage genossen habe, freue ich mich schon auf Herbstlaub und Nebel.

Dann kann ich mich endlich wieder in mein Bett kuscheln. Zwischen meine fünf Polster und unter meine zwei Decken – und das ganz ohne Fomo (Angst etwas zu verpassen) – bei dem Wetter bleiben sowieso alle daheim. Dabei begleitet mich neben meinen Büchern eine "Comfort"-Serie aus meiner Kindheit: Gilmore Girls.

Zwei Frauen Lorelai und Rory Gilmore aus
Lieber daheim auf der Couch: Lorelai und Rory Gilmore in "Gilmore Girls"

Kindheitserinnerung wird Social Media Trend

Obwohl ich der Gen Z angehöre und die Serie deshalb älter ist als ich, verbinde ich sie stark mit meiner Kindheit. Damals lief Gilmore Girls immer wieder im österreichischen Fernsehen und ich musste meinen Papa immer überreden, dass er mich weitere Folgen anschauen lässt, heute entscheide ich.

In der Serie geht es um ein Mutter-Tochter-Duo, deren Familienbeziehungen, das Erwachsenwerden von Rory (der Tochter), die schließlich die Elite-Uni Yale besucht und die verschiedenen Liebesgeschichten der beiden. Im Laufe der Zeit hat sich mein Blick auf die Serie gewandelt: Mittlerweile finde ich Rory eher nervig und unreflektiert. Lorelai habe ich immer idealisiert: Ihr Style, ihre Wortgewandtheit und ihr Selbstbewusstsein. Heute sehe ich, dass auch sie Fehler macht (wie wir alle) und verstehe dafür auch oft die Seite von Emely (die Großmutter), die ich früher nie leiden konnte.

Trotzdem tauche ich immer wieder gern in die Welt von Stars Hollow ab. Wenn man meiner TikTok-Startseite und meinen Freundinnen glauben kann, geht es nicht nur mir so. Die idyllische Kleinstadt-Stimmung, Luke's Diner, Lorelais Outfits und die unglaublich schnellen Wortwechsel sind 26 Jahre nach Ausstrahlung der ersten Folge einfach immer noch gut.

Der warme, dunkle sepia-artige Filter, der über der ganzen Serie liegt und die gefühlt überproportionale Repräsentation der Jahreszeiten Herbst und Winter befeuern den Ruf von Gilmore Girls als "Herbst-Serie". Auch das gemütlich düstere "New England"-Setting und der Campus der Elite-Uni Yale passen perfekt in die "dark academia"-Herbst Ästhetik, die auch in den sozialen Medien in dieser Jahreszeit schon lange Trend ist.

Mein Algorithmus zeigt mir regelmäßig beeindruckende alte Universitäten wie Oxford oder Harvard, in denen der Nebel hängt und die Blätter bunt verfärbt sind. Auch zu finden: Gilmore Girls-Edits oder ästhetische Collagen von Kaffee, Büchern und gemütlichen Herbst-Outfits in Burgunder-Rot und Braun. Und ich liebe es. Oder wie es schon Richard Gilmore (der Großvater) formuliert hat: "I am an autumn".

Ein Hoch auf den Konsum

Mit der Romantisierung des Herbstes in den sozialen Medien schwappt allerdings auch die Kommerzialisierung des Herbstes aus Amerika nach Europa über. Concept-Stores, die einen Gilmore Girls Motto-Monat veranstalten, "Pumpkin Spice Latte" von Starbucks, Fotoshootings am Kürbisbauernhof. Und nicht zu vergessen: "Boo Baskets". Das sind die Osterkörbchen des Herbstes: Man schenkt sich Süßigkeiten und alles Mögliche, was sonst noch so mit dem Motto Herbst- oder Halloween vermarktet wird. Plüsch-Kürbisse, "Pumpkin-Spice"-Haaröl (Ja, das gibt es wirklich) oder Kaffeebecher. Das ist mir persönlich zu viel, durch den Marketing-Hype verliert das ganze seinen Charme.

Eine bunte Auswahl an Kürbissen verschiedener Formen und Farben, darunter orange, gelbe, grüne, weiße und längliche Sorten, dicht nebeneinander angeordnet. Herbstliches Ambiente. Papenburg, Niedersachsen, Deutschland.
Bunte Kürbisse am Kürbisbauernhof

Für alle Festivitäten mit Freundinnen und Freunden bin ich wiederum sofort zu haben. Halloween oder "Friendsgiving", wie das amerikanische Thanksgiving nur mit Freundinnen und Freunden, count me in! Buntes Laub, Maroni, Sturm, Kürbissuppe, gute Filme und gemütliche Abende. Das ist der Herbst, den ich romantisiere. (Leonie Tupy, 11.10.2026)

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