Haut von vermisster Königspython entdeckt – Nachbarin hat „mulmiges Gefühl“


Stand: 25.07.2026, 06:00 Uhr

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Frau findet Schlangenhaut in ihrem Garten

Ein sonderbarer Fund sorgt für Aufregung: Reste von Schlangenhaut. © Daniel Löb/dpa

In Osthessen entdeckt ein Ehepaar ein großes Stück Schlangenhaut auf einem Holzstapel. Vermutlich stammt sie von der entlaufenen Königspython „Buddy“ – nun äußert sich die Halterin.

Brachttal – Ein ungewöhnlicher Fund hat die Bewohner eines Grundstücks im osthessischen Brachttal (Main-Kinzig-Kreis) aufgeschreckt: Auf einem Holzstapel entdeckten Jessica und Jörg Riemenschneider am Dienstag Schlangenhaut – und die war alles andere als klein. Aufgrund der Größe und der markanten Musterung gehen die Ermittler davon aus, dass es sich höchstwahrscheinlich nicht um eine heimische Schlangenart handelt.

Die Behörden halten es für möglich, dass die Hautreste von einer Königspython stammen, die im Nachbarhaus als vermisst gilt. Eine einheimische Schlange komme wegen der auffälligen Zeichnung und der Dimensionen der Haut wohl nicht infrage, teilten die Ermittler mit. Für das Ehepaar Riemenschneider war das schnell klar: Die Haut war schlicht zu groß, um von einer in der Region heimischen Art zu stammen.

Vermisste Schlange sorgt in Brachttal für Wirbel

Die Besitzerin der vermissten Python, Ayleen Schmitt, versucht zu beruhigen. „Man muss sich keine Sorgen machen, weder um sich noch um Kinder noch um Haustiere“, betont sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Ihr Tier namens Buddy sei ausschließlich an Frostfutter gewöhnt und habe noch nie lebende Tiere als Nahrung bekommen. „Es würde mich sehr wundern, wenn er sich hier irgendwas gefangen hätte“, so Schmitt.

Wie Buddy überhaupt entkommen konnte, ist ihr selbst ein Rätsel: Während sie einige Tage verreist war, soll die Schlange offenbar an den Katzen der Halterin vorbei durch ein gekipptes Badezimmerfenster im Erdgeschoss ins Freie gelangt sein. Das sei inzwischen einige Wochen her. Lange hatte Schmitt das Tier noch irgendwo in der Wohnung vermutet – etwa hinter oder unter Möbelstücken.

Frau findet Schlangenhaut in ihrem Garten

Ayleen Schmitt kann sich nicht erklären, wie ihre Schlange aus dem Terrarium möglicherweise durch ein gekipptes Badezimmerfenster ins Freie gelangen konnte. © Daniel Löb/dpa

Familie Riemenschneider lässt die Sache nicht los. Der Schrecken sitzt noch tief. Jessica Riemenschneider achtet nach eigenen Angaben nun auf jedes Rascheln, sobald sie den Garten betritt. Dass es sich um die Haut einer Schlange aus der unmittelbaren Nachbarschaft handeln könnte, erfuhr die Familie erst, als die Geschichte des seltsamen Funds in Brachttal die Runde machte. Um der Schlange auf die Spur zu kommen, wollten die Riemenschneiders eine geliehene Wärmebildkamera im Garten aufstellen – vorausgesetzt, das Tier befindet sich überhaupt noch auf dem Gelände.

Haut einer exotischen Schlange im Garten entdeckt

Der Schreck wegen der entdeckten Haut einer exotischen Schlange in ihrem Garten sitzt Jörg und Jessica Riemenschneider noch in den Knochen. © Michael Bauer/dpa

Obwohl es sich bei einer Königspython nicht um eine Giftschlange handelt, hat Jessica Riemenschneider nach eigenen Worten ein „mulmiges Gefühl“, wenn sie durch den Garten läuft. Ihre Sorge gilt auch den Hühnern und Kaninchen der Familie sowie kleinen Haustieren in der Nachbarschaft. Zusätzlich beunruhigt sie, dass sich nicht weit vom Grundstück ein Spielplatz befindet. Kinder seien neugierig und griffen gerne zu – das macht ihr Gedanken. Auch Ayleen Schmitt hofft, dass Buddy möglichst bald gefunden wird und wieder seinen Platz im Terrarium einnehmen kann.

Natürlicher Lebensraum und Kritik an Handel und Haltung

Die Königspython (Python regius) ist in den Tropen West- und Zentralafrikas heimisch. Die ungiftige Würgeschlange ernährt sich von Vögeln und kleinen Säugetieren wie Ratten oder Mäusen. Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv und verbringt den Großteil des Tages in Verstecken. Mit einer Gesamtlänge von zwei Metern ist sie die kleinste Art in der Gattung der Pythons.

Die Tierrechtsorganisation Peta fordert schon seit Jahren ein Haltungsverbot exotischer Tiere in Privathaushalten. „In Deutschland floriert der Handel mit wilden, teils gefährlichen Tieren. Oft sind die Käufer nach kurzer Zeit überfordert und setzen die Tiere häufig aus. Immer wieder werden ‚exotische‘ Schlangen bei uns in der Natur gefunden, wo sie nicht hingehören und bei diesen Temperaturen um ihr Leben kämpfen müssen“, wird Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta, in einem Bericht der Organisation zitiert. „Obwohl die anspruchsvollen Tiere in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können, sind etliche von ihnen im Internet frei verkäuflich. Zum Schutz von Mensch und Tier setzen wir uns für ein generelles Haltungs- und Verkaufsverbot von exotischen Tieren ein.“