Hitze und mangelnde Planung bringen Bergretter ins Schwitzen


Die Sommerzeit bedeutet für Bergretter und Bergretterinnen vor allem eines: viele Einsätze. In diesem Jahr sind die Einsatzzahlen erneut gestiegen und zwar um rund ein Drittel. „Im Juli mussten wir 60 Mal ausrücken“, sagt Karl Weber, Landesleiter der Bergrettung Wien/NÖ. Das sind genau 33 Prozent mehr als im Juli 2025.

Die Gründe dafür sind nicht nur Alpinunfälle - wenngleich sie mehr als die Hälfte aller Einsätze ausmachen. Wegen der Hitze sind es im Juli 2026 vor allem Erschöpfungszustände sowie die Rettung unverletzter Personen. Das ist grundsätzlich positiv, bedeutet aber gleichzeitig, dass viele Wanderer sich über- beziehungsweise die gewählten Routen unterschätzen. 

„Gute Planung und ein realistisches Einschätzen der eigenen Fähigkeiten sind keine Kür, sondern Pflicht“, sagt Karl Weber dazu. 

Falsche Hilfsmittel bei der Planung

Auch werden oft schlecht programmierte Apps zur Orientierung verwendet, die Wanderer in die Irre führen. „Wir empfehlen, den Websites und den Kanälen der Bergrettung Niederösterreich/Wien zu folgen und darüber hinaus natürlich jenen von einschlägigen Alpinprofis wie dem Alpenverein oder den Naturfreunden und dergleichen“, empfiehlt Weber.

Leicht zurückgegangen sind die Einsätze im Zusammenhang mit Mountainbikes. Die hohen Geschwindigkeiten auf anspruchsvollen Strecken und auch die zunehmende Verbreitung von E-Mountainbikes münden regelmäßig in schweren Verletzungen von Sportlerinnen und Sportlern.

Aufwändige Suchaktionen

Zu den aufwändigsten Einsätzen der Bergretter zählen Suchaktionen. Das zeigte ein Einsatz am Herminensteig am Schneeberg, wo vor wenigen Tagen vermisste Jugendliche bis tief in die Nacht gesucht werden mussten. Alle Vermissten wurden unverletzt gefunden. Für diese Einsätze rüstet die Bergrettung technisch auf: Drohnen helfen beim Absuchen des Geländes, damit die Suchmannschaften am Boden gezielter eingesetzt werden können.

Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:

Einsätze insgesamt:

Die Bergrettung NÖ/W musste seit Sommerferienbeginn (Juli) statistisch gesehen zweimal täglich ausrücken. Gleichzeitig stieg sowohl die Zahl der verletzten Personen von 29 auf rund 40 (+38 Prozent), aber auch jene der unverletzt geretteten Personen nahm von 14 auf rund 18 (+29 Prozent) zu. Mitten in der Hauptsaison bestätigt sich damit jener Trend, der die Bergrettung bereits seit mehreren Jahren begleitet

kurier.at, ehi  |  31.07.2026, 18:06