Hohe Spritpreise: Hammer Camper haben für Urlaub schon im Juni vollgetankt
Stand: 18.07.2026, 05:30 Uhr
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An Hammer Tankstellen kostet Diesel kurz vor der Sommerreise 2,24 Euro pro Liter. Wie reagieren Camper auf die hohen Spritpreise – und fahren sie trotzdem in den Urlaub?
Hamm – 2,239 Euro zeigte die Preistafel an der SB-Tankstelle an der Grünstraße am Donnerstag kurz nach 15 Uhr. Einen Tag später waren es an den meisten Tankstellen in Hamm nach der Standard-Preiserhöhung am Mittag sogar noch ein paar Cent mehr. Für Diesel, den die meisten Reisemobile und die „Zugmaschinen“ zahlreicher Wohnwagen, tanken. Ein happiger Preis für den Kraftstoff – und das so kurz vor der Fahrt in den individuellen Sommerurlaub. An der A2 lag der Preis am Freitag um 14 Uhr laut ADAC-App gar bei 2,659 Euro.

Die Auszeit mit Familie und die Erholung auf dem Campingplatz stehen für die meisten der Piloten und Pilotinnen allerdings klar im Vordergrund, wie eine kleine Umfrage am Ökonomierat-Peitzmeier-Platz ergab. Dort nutzten die Hammer die zweite Wiegeaktion der Polizei unter anderem, um die mögliche Zuladung für ihre Reise zu erfahren. „Ich fahr doch in den Urlaub“, äußert ein Gespannfahrer. Das gute Gefühl wolle er nicht missen. Er fährt auf Benzin, kommt gerade aus Frankreich. „Wenn man sich im Ausland umguckt – dort ist der Kraftstoff doch erheblich teurer“, sagt der Heimkehrer. In der Regel ist diese Aussage schon korrekt, momentan stimmt das allerdings nicht ganz, wie der Blick auf die ADAC-Seite verrät.

„Sprit ist nicht das Thema“, ärgert der Hammer sich über den mangelnden Respekt der Reisenden untereinander. Die ausgezeichneten Parkplätze für Gespanne dort seien oft von normalen Pkw besetzt. Man habe hier schon das Gefühl, abgezockt zu werden, meint Jürgen. „In Schweden kostet Diesel 1,45 Euro.“ Ins skandinavische Hochpreisland zieht es ihn und seine Frau Susanne in diesem Sommer. Nicht wegen des Kraftstoffpreises, wohlgemerkt. „Wir haben die Fähre schon Anfang des Jahres gebucht.“
Wir campen hauptsächlich in NRW. Italien, Spanien schenke ich mir.
Was er denn tue, um nicht so tief ins Portemonnaie greifen zu müssen? „Ich habe vor dem 1. Juli noch mal vollgetankt“, verrät er schmunzelnd. Er fahre außerdem entsprechend zurückhaltend. „Ich komme mit neun Litern auf 100 Kilometern aus, der Vorbesitzer hatte einen Verbrauch von zehn Litern angegeben.“ Fliegen statt fahren ist für das Hammer Ehepaar keine Alternative. Früher habe man 6000 Euro für den Urlaub hingelegt, jetzt komme man mit 3000 Euro hin.
Fahrweise anpassen
„13 Liter“, erstaunt die Antwort von Burkhard Kolberg. Sein großes Morelo-Reisemobil wirkt durstiger. „Ich passe die Fahrweise schon an, außerdem habe ich vorher getankt. 200 Liter reichen für 1600 Kilometer“, sagt der Dolberger. Außerdem fahre er nicht nach Spanien, sondern für 14 Tage mit Partnerin Doris Holtmann nach Holland. Nachvollziehen kann er die Entwicklung der Kraftstoffpreise in Deutschland nicht. Was dagegen tun? „Der Steueranteil ist hoch“, erinnert Kolberg an die entsprechende Reduzierung der Energiesteuer im Frühjahr.
Sven Ruby bleibt einfach in der Nähe mit seinem Kastenwagen plus Wohnanhänger. „Wir campen hauptsächlich in NRW, jetzt im Sommer an der dänischen Ostseeküste. Italien, Spanien schenke ich mir“, sagt der Hammer. Er suche zudem Strecken, die effektiv zu fahren sind, also ohne „Stop and go“, so Ruby. Außerdem habe die Familie das Gepäck reduziert. „Das spart auch Sprit.“ Wenn die E-Automobile eine größere Reichweite hätten, würde ein Umstieg für ihn sicherlich ein Thema, bisher sei Diesel aber alternativlos für Camper.
Preiswerter Campingplatz
Über die große mögliche Zuladung freute sich Jutta Neugebauer am Donnerstag. „Da kann ich mehr Souvenirs mit zurücknehmen“, scherzt sie. Sie begegnet dem teuren Kraftstoff für ihren selbst ausgebauten Sprinter mit einem preiswerteren Campingplatz in Italien. „Der Urlaub ist ja eine Mischkalkulation aus Fahrt und Aufenthalt“, erklärt die Wernerin, die in Hamm arbeitet. Auf den Spritpreis habe sie keinen Einfluss, ihren Fahrstil bezeichnet Neugebauer als „normal“. „Da mache ich mir keine Gedanken.“ Sie habe am letzten Juni-Abend nochmals voll getankt, gibt Neugebauer zu.