Drucken mit Holz, Glas – oder Tetrapack: Offenbach feiert Hot Printing Festival
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Hot Printing Festival Mit Holz, Glas oder Tetrapack: Offenbach feiert die Druckkunst
Als Stadt der Druckkunst hat Offenbach eine lange Tradition. Die soll am kommenden Wochenende wiederbelebt werden – mit dem Hot Printing Festival, das Kreative und Künstler genauso ansprechen will wie Familien.
Dominik Gußmann leitet die Druckwerkstatt im Bernardbau. Er freut sich darauf, neue Methoden kennenzulernen. Bild © Robin Niehaus/hr
Egal ob auf Papier, Stoff oder Stein. Egal ob von einem Stück Holz, einer Glasplatte oder sogar von einem Tetrapack: Beim Offenbacher Klingspor Museum dreht sich an diesem Wochenende alles um die Druckkunst. Beim "Hot Printing!" Festival präsentieren Künstlerinnen und Künstler an 90 Ständen ihre Werke und Drucktechniken.
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02:55 Min. |Robin Niehaus
Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite
"Es ist ein vielfältiges Miteinander von Menschen, Kollektiven, Werkstätten, die sich irgendwie mit dem Thema Drucken beschäftigen", erklärt Dorothee Ader. Sie ist die Leiterin des Klingspor Museums in Offenbach und Initiatorin des Festivals.
Workshops, Vorträge, Filmvorführungen, Lesungen – die Kreativen selbst entscheiden, in welcher Form sie ihre bevorzugten Techniken und Methoden teilen. Das Event findet alle zwei Jahre statt und wächst beständig. 2024 waren es 60 Stände und rund 2.500 Besucherinnen und Besucher.
Museumschefin Dorothee Ader hat das Druckfestival initiiert. Bild © Robin Niehaus/hr
Neben den Ständen im Klingspor Museum verteilt sich das Event auf die Druckwerkstatt im Bernardbau, das Haus der Stadtgeschichte und den Hof des Büsing Palais. Die Gebäude liegen nah beieinander, sodass sich das Festival nicht entzerrt.
Offenbach und seine Druckgeschichte
“In Offenbach hat Drucken tatsächlich eine lange Tradition”, sagt Museumsleiterin Ader. Im 18. Jahrhundert setzte sich hier die Lithographie durch, das Drucken mit einem Stein auf Papier. Im Jahr 1904 gründeten die Brüder Karl und Wilhelm Klingspor eine Schriftgießerei, in der bis in die 1950er Jahre Bleilettern für den Buchdruck hergestellt wurden.
"Von Offenbach ausgehend ist unheimlich viel im Bereich Schrift, Typografie, Bleisatz, Druck in die Welt gegangen, und das möchten wir am Leben halten”, erklärt Ader.
Vernetzten, lernen, weitergeben
Um die Druckkunst lebendig zu halten, seien Events wie das Hot Printing Druckfestival von großer Wichtigkeit, weil es Aufmerksamkeit auch bei Menschen generiere, die sonst mit dem Genre nicht in Berührung kämen. Darüber hinaus gehe es auch um das Vernetzen in einer großen, aber gleichermaßen vielfältigen Szene.
Von einem alten Klischee stammt dieser Druck. Bild © Robin Niehaus/hr
Dominik Gußmann leitet die Druckwerkstatt im Bernardbau. Trotz der vielen Pressen und Techniken, mit denen er künstlerisch arbeitet, lernt auch er auf dem Festival noch neue Techniken kennen. "Vorhin habe ich mit einem Tiefdrucker telefoniert, der hier eine Vorführung in Fotoradierung mittels Fotopolymerplatten macht", freut er sich.
Unterwegs mit Knete und Stempelkissen
Mit 90 verschiedenen Ständen präsentieren beim Hot Printing Druckfestival in Offenbach so viele Künstlerinnen und Künstler wie noch nie zuvor. So unterschiedlich die Techniken auch sind, sie alle verbindet die Faszination für das Handwerk.
“Für mich ist bei jeglicher Drucktechnik immer irgendwie Magie im Spiel”, erklärt die Offenbacher Künstlerin Marina Kampka. Sie ist von Anfang an beim Festival dabei. Mit ihrem Studio pari-pari arbeitet sie derzeit viel mit Knete und Stempelkissen, um dreidimensionale Formen zweidimensional auf Papier zu drucken.
"Begeisterung dafür, etwas mit den Händen zu machen"
Die Frankfurterin Kunstvermittlerin Ina Hengstler wird auf dem Event in Offenbach einen Vortrag über ihre Reise nach Japan und Südkorea halten, auf der sie den dortigen Methoden von Bleisatz, Papierschöpfen und Buchbinden nachgespürt hat.
Für sie spielt das Handwerk besonders in der heutigen digitalisierten Gesellschaft eine große Rolle. "Wir sind so viel am Computer und in sozialen Medien unterwegs. Ich spüre ganz deutlich die Begeisterung dafür, etwas mit den Händen zu machen und zu verstehen, wie gewisse Sachen eigentlich hergestellt werden."
Jahrhundertealte Druckkunst steht im Mittelpunkt des Festivals. Bild © Robin Niehaus/hr
Rucksäcke voll Gedrucktem
Das Hot Printing Druckfestival in Offenbach möchte sich an erfahrene Drucker, Druck-Neulinge und Familien richten, aber auch Spaß machen.
Nach den zahlreichen Workshops gibt es dann nicht nur neue Erfahrungen, sondern auch viel bedrucktes Material zum Mitnehmen. "Wenn man genug Zeit hat, kann man Rucksäcke voll mit Material packen", verspricht Initiatorin Ader.
Weitere Informationen
Hot Printing! Druckfestival
Am Samstag (22. August) beginnt das Event rund um das Klingspormuseum um 11 Uhr. Ab 19:30 beginnt die Abendvorstellung mit Vorträgen und Musik. Am Sonntag (23. August) ist das Festival zwischen 11 und 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
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