HSV-Juwel Lemke überrascht alle – Polzin reagiert


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HSV-Juwel Lemke (16): Polzin will „kein offenes Rennen“ ausrufen

Louis Lemke gönnte sich nach der intensiven HSV-Einheit am Dienstag eine süße Erfrischung.
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Louis Lemke überzeugt in der HSV-Vorbereitung. Trainer Merlin Polzin lobt und mahnt doch zur Geduld. Wie der 16-Jährige seinen Platz bei den Profis finden soll.

Louis Lemke lief am Dienstagvormittag einigen Spielern davon, als es im HSV-Training um das intensive Umschaltspiel ging. Der 16-Jährige setzt das um, was die Trainer von ihm sehen wollen. Er switcht gedanklich sofort um, wenn es von der einen auf die andere Sekunde nicht mehr ums Angreifen, sondern ums Verteidigen geht. Das gefällt Merlin Polzin. Doch der Chefcoach möchte gleichzeitig „kein offenes Rennen mit Spielern ausrufen, die fast doppelt so alt sind wie er“.

Polzin tätigt diese Aussage augenzwinkernd, ganz so weit hergeholt ist sie aber nicht. Miro Muheim, der Stammspieler auf der linken HSV-Seite, ist 28 und damit zwölf Jahre älter als Lemke. Weil der erfahrene Schweizer bis zuletzt im WM-Urlaub weilte und die Alternativen ansonsten überschaubar bis nicht vorhanden waren, erhielt der aufstrebende Youngster in den Tests gegen Rapid Wien (2:3), Heidenheim (3:1) und Everton (1:2) den Startbefehl.

HSV-Trainer Polzin hält „sehr große Stücke“ auf Lemke

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Jetzt ist Muheim zurück und dürfte am Samstag (15 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) gegen OSC Lille beginnen, während sich Lemke in der Hierarchie einordnen muss. „Es liegt am Ende an Louis, was er daraus macht“, sagt Polzin und verpackt in seinen Sätzen über das Talent eine Mischung aus Lob und Forderung: „Unser Eindruck von ihm ist sehr positiv. Es ist sehr erfrischend, wie er auftritt. Wir halten sehr große Stücke auf ihn. Es liegt jetzt aber an ihm, wie er damit klarkommt.“

Louis Lemke vom HSV dribbelt im Testspiel gegen FC Everton im Volksparkstadion.
Der erst 16 Jahre alte Louis Lemke ist der jüngste Spieler, der jemals für den HSV in der Bundesliga ran durfte.
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Der erste Eindruck aus Herzogenaurach ist, dass Lemke keine Anzeichen macht, nachzulassen. Bei Ballverlusten in Passformen setzt er zum Vollsprint an, um das Leder zurückzuerobern. Nach dem Ende der Teameinheiten absolvierte er schon am Montag einige Extraläufe mit seinem „Mentor“ Nicolai Remberg. Auch bei Muheim dürfte sich Lemke demnächst einige Tipps abholen.

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Auch Miro Muheim lobt das HSV-Talent

Der Dauerbrenner auf der linken Schiene hat sich über die bisherige Vorbereitung informiert und kann nur Positives über seinen Positionskonkurrenten berichten. „Ich habe gehört, dass Louis es gut gemacht hat. Das freut mich sehr“, sagt Muheim über Lemke und erzählt: „Ich habe ihm schon in der letzten Saison versucht zu helfen, als er ab und zu dabei war. Ich habe mit ihm geredet und er ist immer offen für Tipps. Das gefällt mir sehr. Er ist ein guter, lieber Junge, kann zuhören, lernt viel und extrem schnell. Dabei will ich ihm weiterhin helfen.“

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Louis Lemke vom HSV schüttet sich im adidas Home Ground in Herzogenaurach Wasser über den Kopf.
Trotz der hohen Temperaturen gibt Louis Lemke im HSV-Camp in Herzogenaurach Vollgas.
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Angst, seinen Stammplatz zu verlieren, muss Muheim aktuell wohl eher nicht haben. Polzin weiß, dass Lemke noch einige Schritte zu gehen hat, um konstant auf Profi- und sogar auf Bundesliga-Niveau anzukommen. Der 35-Jährige will das Talent nicht künstlich bremsen, ist jedoch um eine gesunde Einordnung bemüht. „Louis bekommt das Vertrauen von uns, wir wollen seine Situation aber anders bewerten“, erklärt Polzin. „Er soll lernen, er soll ankommen und seinen jugendlichen Spielstil im Erwachsenenfußball etablieren.“

Kommt bald ein neuer Konkurrent für Lemke?

An der Laufstärke wird es bei Lemke nicht scheitern. Technisch kann er auch schon mithalten, körperlich muss er – wenig verwunderlich für einen Nachwuchsspieler – noch zulegen. Da ist ihm Nationalspieler Muheim – ebenfalls nicht überraschend – noch um einiges voraus.

„Du musst für dich definieren, ob es dich einschüchtert und du weniger machst, oder ob du stabil bleibst“, sagt Polzin über Lemkes Lage und betont: „Es gibt im Profifußball keine Position ohne Konkurrenz.“ Vorerst stellt sich das Eigengewächs hinter Muheim an. Hinzu kommt, dass der HSV noch auf der Suche nach Verstärkung für die Schienenpositionen ist – Lemke muss sich aber nicht verstecken.

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