Stuttgarter Fans überraschen HSV-Ultras mit dieser Geste
HSV
Im TV nicht zu sehen: Diese Aktion der HSV-Fans sorgt europaweit für Rührung
So groß der Jubel der HSV-Fans nach dem 1:0 gegen Stuttgart auch war: Am Rande des Spiels sorgten nicht zuletzt die leisen Töne der Ultraszene für Aufsehen.
Nach dem 1:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart gab es bei den HSV-Fans kein Halten mehr, die Anhänger waren außer sich vor Freude. Aber der Volkspark kann es nicht nur laut – sondern auch ganz leise. Während der Partie waren die Chöre der Anhänger gleich mehrfach verstummt. Stattdessen wurde auf den Rängen ein Schulterschluss der besonderen Art vollzogen, der über Hamburgs Grenzen hinaus für Aufsehen sorgte.
Groß war kürzlich die Trauer bei den HSV-Fans, als Mathias Blindbæk Schlüter bei einem Autounfall ums Leben kam. Der junge Mann, einer der führenden Köpfe der Ultra-Bewegung „Urban Crew“ des mit dem HSV befreundeten FC Kopenhagen, verfügte über zahlreiche gute Kontakte in die Hamburger Szene. Schon beim gemeinsamen Freundschaftsspiel am 4. Oktober gedachten beide Fan-Lager des Verstorbenen.
Die HSV-Ultras gedachten ihres verstorbenen Freundes
Das setzte sich gegen den VfB auf beeindruckende Weise fort. Vor der Partie hüllten die HSV-Ultras den unteren Teil der Nordtribüne in Schwarz und zeigten Blindbæk Schlüters Konterfei. „Forever Urban, forever Castaways, forever Ultras“, stand dazu in weißer Schrift auf Spruchbändern. Dazu brannten die Ultras im Gedenken an ihren verstorbenen Freund zahlreiche rote Pyro-Fackeln ab. Eine Minute lang schwieg nahezu das komplette Stadion. Eine Aktion, die europaweit unter Fans positive Reaktionen in sozialen Medien hervorrief.
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Erstaunlich: Sogar die 6000 mit nach Hamburg gereisten VfB-Fans beteiligten sich an der Trauer und überraschten mit einer eigenen Choreo. Und das, obwohl das Verhältnis zwischen den Stuttgartern und Hamburgern nicht als besonders eng, sondern eher als rivalisierend eingestuft wird. Nach einer halben Stunde entrollten die VfB-Fans ein schwarzes Banner, auf dem die dänischen Worte „Hvil i fred Mathias!“, geschrieben standen: „Ruhe in Frieden, Mathias!“ Das stieß auf große Zustimmung bei den HSV-Ultras, die die Aktion der Schwaben mit Applaus bedachten.
HSV-Profis waren begeistert von der Atmosphäre im Volkspark
Anschließend aber wurde es wieder richtig laut bis ekstatisch im Volkspark. Sehr zur Begeisterung der HSV-Profis, die von ihren Fans nach vorn gepeitscht wurden und sich letztlich mit Miro Muheims Siegtor belohnten. „Das ist es, was Hamburg kann“, jubilierte Abwehrchef Sebastiaan Bornauw. „Die Energie, die die Fans uns geben, und die Energie, die momentan im Team steckt, ist unglaublich.“
Gegen Stuttgart stellten die HSV-Ultras zudem ein weiteres Mal unter Beweis, dass sie auf der Klaviatur der Emotionen auch die leisen Töne beherrschen.