Industriegleis gesperrt: Unternehmen müssen sich anders behelfen
Stand: 30.08.2026, 06:00 Uhr
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Wegen der Sanierung des Bahnübergangs an der Blumenstraße ist das Industriegleis gesperrt. Die Versorgung zweier Unternehmen nicht möglich.
Geretsried – An der Blumenstraße ist ein Ende der Bauarbeiten noch nicht in Sicht. Wie berichtet ist die Straße seit dem 24. August im Bereich des Bahnübergangs voll gesperrt. Neben einigen anderen Arbeiten steht die Sanierung des Bahnübergangs am Industriegleis an. Dabei werden Schwellen und Schienen erneuert. Das Gleis kann man währenddessen nicht nutzen. Zwei Geretsrieder Firmen, Pulcra Chemicals und Tyczka, die regelmäßig über das Industriegleis versorgt werden, müssen nun ohne klarkommen.
Ein bis zwei Anlieferungen pro Woche
„Über das Industriegleis werden für unsere Produktion wesentliche Prozessrohstoffe angeliefert“, erklärt Rolf Pöhlig, Global Marketing Manager bei Pulcra, auf Anfrage. „Diese werden für die Herstellung von Zwischenprodukten benötigt, die wiederum in verschiedenen Anwendungen der Textil-, Faser- und Lederindustrie eingesetzt werden.“ Für diese Industriebereiche entwickelt und produziert das Unternehmen mit Sitz am Isardamm Spezialchemikalien. Im Durchschnitt werden bei Pulcra ein bis zwei Anlieferungen pro Woche über das Industriegleis abgewickelt. „Die Nutzung erfolgt regelmäßig entsprechend unserer Produktions- und Logistikplanung.“
Wie Pöhlig berichtet, ist „während eines definierten Zeitfensters“ innerhalb der Baumaßnahmen keine Anlieferung über besagtes Gleis möglich. „Dieser Zeitraum wurde jedoch frühzeitig in unsere Produktions-, Logistik- und Instandhaltungsplanung integriert.“ Durch entsprechende Vorbereitungen sowie die zeitliche Bündelung planmäßiger Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen können die Auswirkungen auf den laufenden Betrieb ausgeglichen werden.
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Die Güter, die auf den Schienen geliefert werden, ausnahmsweise per Lkw transportieren? Nicht so einfach. „Die derzeitige Versorgung über das Industriegleis ist Teil eines etablierten und genehmigungskonformen Logistikkonzepts“, betont Pöhlig. „Eine kurzfristige Verlagerung dieser Transporte auf die Straße ist nicht möglich.“ Dafür ist jedoch ein höherer Planungsaufwand nötig. „Während der Baumaßnahmen sind zusätzliche Abstimmungen zwischen den beteiligten Infrastrukturbetreibern, den Lieferanten und unserer Logistik erforderlich.“
Trotzdem kann der Betrieb bei Pulcra während der Arbeiten ganz normal weiterlaufen. „Die Baumaßnahmen wurden im Vorfeld eng mit den zuständigen Stellen abgestimmt“, so der Global Marketing Manager. Es wurde ein Konzept entwickelt, das die Versorgung des Standorts sicherstellt. Dadurch seien nach aktuellem Stand weder Einschränkungen der Produktion noch der Versorgung der Kunden zu erwarten.
Wichtiger Bestandteil der Standortinfrastruktur
Das Industriegleis ist für das Unternehmen mit Sitz am Isardamm sehr wichtig. „Für unsere Produktion ist eine kontinuierliche Versorgung mit den benötigten Prozessrohstoffen erforderlich“, betont Pöhlig. „Daher kommt der Verfügbarkeit des Industriegleises eine hohe Bedeutung zu.“ Das Gleis sei „wichtiger Bestandteil unserer Standortinfrastruktur und unseres genehmigten Logistikkonzepts“. Dauerhaft auf den Straßentransport umzustellen, ist laut Pöhlig nicht ohne Weiteres möglich und müsste unter Berücksichtigung rechtlicher, logistischer und infrastruktureller Rahmenbedingungen bewertet werden. „Die bestehende Schienenanbindung stellt daher für den Standort einen wichtigen Faktor für eine sichere und verlässliche Rohstoffversorgung dar.“
Ulrich Hanke, Chief Marketing Officer bei Tyczka, teilt auf Anfrage knapp mit: „Während der Sanierung des Bahnübergangs werden wir das Gleis nicht nutzen und haben dies entsprechend eingeplant.“
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