Instandhaltungsbedarf für Kelsterbacher Sport- und Wellnessbad wird größer
Stand: 15.08.2026, 06:00 Uhr
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Das Sport- und Wellnessbad in Kelsterbach benötigte 2025 weniger Zuschuss von der Stadt. Zudem konnte die Einrichtung ein leichtes Besucherplus im vergangenen Jahr verzeichnen. Doch 16 Jahre nach der Eröffnung muss im Schwimmbad altersbedingt mehr repariert oder erneuert werden.
Kelsterbach – Der Brand im Saunabereich des Sport- und Wellnessbads im Mai vor zwei Jahren hat nicht nur die Gebäudestruktur beschädigt, sondern aufgrund des danach nur noch eingeschränkten Betriebs auch für finanzielle Einbußen gesorgt. Das wiederum wirkt sich bis in die Jahresbilanz 2025 aus, die Betriebsleiter Harold Dorssers im jüngsten Ausschuss für Bauen, Planen, Umweltschutz und Mobilität präsentiert hat.
„Dieser Brand und seine Auswirkungen waren schlimm genug, doch wir hatten doppelt Glück: Einerseits kam kein Mensch zu Schaden, und andererseits hat unsere Versicherung den Schaden fast ohne Abzüge reguliert“, berichtet Dorssers. Für den Sachschaden sowie die Folgen des Betriebsausfalls gab es 150.000 Euro – „eine faire Lösung und ein wichtiger Meilenstein für die Stabilität der Einrichtung“, so der Betriebsleiter.
Seit der Eröffnung im Februar 2010 zählte das Sport- und Wellnessbad mehr als 2,1 Millionen Besucher. „Das ist für alle Beteiligten sicherlich ein schöner Erfolg, doch die Jahre der Nutzung gehen an einem Gebäude mit solch aufwendiger Technik und intensiver Nutzung nicht spurlos vorüber“, betont Dorssers. So muss altersbedingt mehr repariert oder erneuert werden. Für Material wurden im vergangenen Jahr rund 55.300 Euro ausgegeben (plus 7.400 Euro), für die Instandhaltung 140.240 Euro – knapp 220.000 weniger als 2024. Hier kommen die Schäden der Sauna zum Tragen, für welche man in Vorleistung hatte treten müssen.
Sanierung am 25-Meter-Becken steht an
Nach 16 Jahren im Betrieb wird der Instandhaltungsbedarf zunehmen, heißt es im Ausschuss. In den kommenden Jahren sei mit Kosten von rund 640.000 Euro zu rechnen. Rund 100.000 Euro würde eine Umrüstung der Beleuchtung auf LED kosten, 135.000 ein neues Schließsystem der Umkleideschränke. Laut Harold Dorssers standen auch 2025 unter anderem die üblichen Fliesenreparaturarbeiten an. „Noch halten Fliesen und Dehnfugen um das 25-Meter-Becken, allerdings werden hier immer nur Teilabschnitte bearbeitet.“ Eine Komplettsanierung des Beckenumgangs – was eine mehrwöchige Schließung zur Folge haben wird – müsse bald erfolgen und in den Investitionsplan aufgenommen werden.
Neben „kosmetischen“ und sicherheitsrelevanten Maßnahmen war 2025, wie berichtet, auch das Kinderbecken modernisiert worden. Dabei griffen die Verantwortlichen das Thema Unterwasserwelt auf. Neben Korallen wurde denn auch ein Kugelfisch eingebaut, erläutert der Betriebsleiter. Viele Arbeiten haben die Mitarbeiter selbst übernommen. Das Jahr 2024 endete mit einem undichten Produktionstank für Flüssigchlor. Um die Betriebssicherheit zu erhöhen, wurde ein zweiter Tank angeschafft. Auch im Saunabereich gab es verschiedene optische und organisatorische Veränderungen – die größte ist die Verlagerung des Raucherpavillons weg vom Becken- und Gastronomiebereich. Auch dies habe das eigene Team umgesetzt.
Die wirtschaftliche Bilanz für 2025 stellt sich recht positiv dar, wenngleich das Sport- und Wellnessbad ein Zuschussbetrieb für die städtische Haushaltskasse bleibt – 2025 sind es rund 970.000 Euro (minus 345.000 Euro). Dorssers betont, dass man so wirtschaftlich wie möglich arbeiten wolle, täglich die Verbrauchswerte überwache und alle Prüfprozesse konsequent dokumentiere. Erneut zurückgegangen ist der Frischwasserverbrauch, von 9.928 auf 8.149 Kubikmeter. Für die Befüllung der Becken wurde Brunnenwasser genutzt.
Weitere Kostenpunkte im Sport- und Wellnessbad sind Personal und Energie. Für Personal – 14 Voll- und zehn Teilzeitkräfte sowie 13 Minijobber und eine externe Vollzeitkraft als Krankheitsvertretung – fielen im vergangenen Jahr rund 1,41 Millionen Euro an. Die Personalsituation ist aufgrund des Mangels an Fachangestellten für Bäderbetriebe angespannt.
Steigen zur Wintersaison die Eintrittspreise?
Aufgrund des bestehenden Energie- und Wärmelieferungsvertrages mit HessenEnergie (BHKW) konnten die Energiekosten auf einem akzeptablen Niveau gehalten werden. 2025 zahlte das Bad 400.760 Euro für Strom und Wärme, 269.000 Euro weniger als im Vorjahr. Allerdings sei aufgrund vieler Krisen und turbulenter Energiepreisentwicklungen mit einem Preisanstieg zu rechnen, heißt es im Bericht. Dazu komme die sinkende Kaufkraft, die sich negativ auf die Einnahmen auswirke. Eine Erhöhung der Eintrittspreise um brutto einen Euro – angedacht zu Beginn der Wintersaison 2026/2027 – sei unumgänglich, um einen Teil der Mehrkosten abzufangen und den städtischen Zuschussbedarf nicht unnötig zu erhöhen. 2025 lag der Umsatz bei rund 1,48 Millionen Euro.
Die Besucherzahlen sind nicht zuletzt abhängig vom Verlauf der Sommersaison und -ferien. So seien die Wochen vor und nach den Sommerferien am stärksten frequentiert, was mit dem Reiseverhalten zusammenhänge, heißt es weiter. 2025 kamen insgesamt 138.631 Besucher in das Sport- und Wellnessbad (2024: 134.558).
Seit der Saison 2022/2023 ist in den Sommermonaten bei entsprechender Wetter- und Besucherlage ein Sicherheitsdienst im Einsatz. Eine Maßnahme, die Personal und Gästen gleichermaßen schätzten. „Grundsätzlich ist es allerdings bedauerlich, dass die gesellschaftliche Entwicklung solche Schritte nötig macht“, heißt es in dem Bericht.
Und aktuell? Der Juni sei zunächst sehr wechselhaft und das Wetter alles andere als sommerlich gewesen, so der Betriebsleiter. Die darauffolgenden zehn Tage mit tollem Wetter und heißen Temperaturen hätten jedoch für einen erheblichen Andrang mit mehr als 1.500 Gästen an mehreren Tagen gesorgt. „Erfreulicherweise verlief dank unseres Sicherheitskonzepts alles ruhig und ohne besondere Vorkommnisse“, so Harold Dorssers.
Der Juli war aufgrund der Schulferien etwas ruhiger verlaufen. „Und für August hoffen wir – auch im Hinblick auf das früh beginnende Schuljahr 2026/2027 –, dass uns das Wetter gnädig gestimmt sein wird.“ (Leo F. Post/Nadine Scherer)