Vorsitzender des Kinder- und Jugendparlaments in Heusenstamm spricht vor den Wahlen über erste Amtsperiode
Stand: 15.08.2026, 06:00 Uhr
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Das erste Kinder- und Jugendparlament in Heusenstamm hat zwei Jahre lang gearbeitet. Im September wird das nächste Gremium gewählt – Bewerbungen sind bis 21. August möglich.
Heusenstamm – Der Countdown läuft. Die Bewerbungsphase für das zweite Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) hat begonnen, im September wird das nächste Gremium gewählt. Noch bis zum 21. August können sich interessierte junge Menschen aus Heusenstamm als Kandidaten bewerben und die Chance erhalten, ihre Interessen in der Stadt zu vertreten.
Bernd Langmann ist Vorsitzender des ersten KiJuPa-Gremiums gewesen. Im Interview spricht der 17-Jährige über Erfolge, Herausforderungen und darüber, ob Kinder und Jugendliche von der Politik in der Schlossstadt ernstgenommen werden.
Für Kinder- und Jugendparlament kandidieren
Bewerben können sich Kinder und Jugendliche aus Heusenstamm, die mindestens die 3. Klasse besuchen und das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Bewerbungsphase läuft noch bis zum 21. August. Die Anmeldung erfolgt online. Gewählt wird vom 7. bis 9. September an den Heusenstammer Schulen. Nach Eingang der Bewerbung informiert das KiJuPa-Team die jeweilige Schule über die Kandidatur. Fragen beantwortet das Team des Kinder- und Jugendparlaments per E-Mail an [email protected] oder telefonisch bei der städtischen Begleitung Kevin Schmidt unter 06104/607-1634. Bernd Langmann, Vorsitzender des ersten KiJuPa-Gremiums, lädt alle jungen Heusenstammer ein, die öffentlichen Vollversammlungen zu besuchen. Das neue Gremium trifft sich erstmals am 17. September um 15.45 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.
Guten Tag, Herr Langmann. Zum Beginn Ihrer Zeit im Amt des Vorsitzenden haben Sie gefordert, dass die Politik sich mehr Zeit nehmen soll, Kindern und Jugendlichen zuzuhören. Ist sie dieser Forderung nachgekommen?
Ja, ich denke, dass die Politik in Heusenstamm dieser Forderung in vielen Bereichen nachgekommen ist. Von Beginn an gab es regelmäßige Gespräche mit dem Bürgermeister Steffen Ball, dem Magistrat und der Stadtverwaltung. Unsere Anliegen wurden angehört und wir hatten die Möglichkeit, Ideen und Vorschläge direkt einzubringen. Beispielsweise wurde ich als Vorsitzender des Kinder- und Jugendparlaments zu den Sitzungen des Ausschusses für Jugend, Soziales, Sport, Kultur und Freizeit eingeladen. Natürlich können Beteiligungsmöglichkeiten immer weiter ausgebaut werden, aber insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Stadt unsere Arbeit ernst nimmt. Eine wertvolle Begleitung für unsere Arbeit ist die Unterstützung durch zwei Mitarbeitende der Stadt. Eine pädagogische Fachkraft sowie eine städtische Begleitung unterstützen uns bei der Umsetzung unserer Projekte und Anliegen.
Die erste Amtsperiode des Gremiums neigt sich dem Ende zu. Was waren seine größten Erfolge in den ersten zwei Jahren?
In den vergangenen Jahren konnten wir einige Projekte und Aktionen umsetzen. Dazu gehören die neu geschaffene Basketballfläche am Martinsee sowie die Mitgestaltung des Jugendcontainers an der Jahnstraße. Wir konnten den Landtag besuchen, bekamen eine Führung durch das Tierheim Offenbach und durften bei der Tafel Heusenstamm nach einer Einführung auch bei der Ausgabe helfen. Wir konnten auch das Polizeipräsidium Südosthessen besichtigen und hatten einen Austausch mit der Stabsstelle Prävention. Hieraus soll ein regelmäßiger Austausch entstehen, worauf wir uns sehr freuen.
Vorsitzender des Kinder- und Jugendparlaments spricht über Beteiligung, Erfolge und Herausforderungen
Gab es denn auch Herausforderungen?
Als neues Gremium mussten wir zunächst Strukturen aufbauen, eigene Regularien für uns schreiben, zusammenfinden und Erfahrungen sammeln. Eine weitere Herausforderung ist die angespannte Haushaltslage, die nicht nur Heusenstamm, sondern viele Kommunen betrifft. Dadurch können leider nicht alle Wünsche und Ideen schnell umgesetzt werden. Hinter vielen Entscheidungen stehen umfangreiche Abstimmungsprozesse zwischen verschiedenen Stellen. Für Kinder und Jugendliche ist dabei nicht immer sofort erkennbar, warum bestimmte Themen mehr Zeit benötigen als andere. Gleichzeitig gehört es zu unserer Arbeit im Kinder- und Jugendparlament, diese politischen Abläufe kennenzulernen und besser zu verstehen.
Und wo gibt es Verbesserungspotenzial?
Verbesserungspotenzial gibt es bei der Beteiligung möglichst vieler junger Menschen. Zudem könnte der Austausch mit Schulen, Vereinen und Jugendgruppen weiter ausgebaut werden. Auf Schulen könnte man stärker zugehen und dort direkt mit jungen Menschen ins Gespräch kommen. Es wäre gut, frühzeitig über Vorhaben und Themen seitens der Stadtverwaltung informiert zu werden, die das Kinder- und Jugendparlament betreffen. Außerdem fände ich es für die nächste Wahlperiode schön, wenn regelmäßige Gespräche zwischen den Entscheidungsträgern und dem Kinder- und Jugendparlament etabliert werden könnten, um den Austausch und die Zusammenarbeit noch weiter zu intensivieren.
Was ist den jungen Menschen in Heusenstamm denn wichtig?
Aus vielen Gesprächen haben wir mitgenommen, dass jungen Menschen vor allem gute Freizeitmöglichkeiten, attraktive Treffpunkte und Sportangebote wichtig sind. Gleichzeitig wünschen sie sich Mitspracherecht bei Themen, die ihren Alltag betreffen. Sie möchten ernst genommen werden und die Möglichkeit haben, ihre Stadt aktiv mitzugestalten. Genau dafür wurde das Kinder- und Jugendparlament gegründet, und ich denke, wir haben in den vergangenen zwei Jahren gezeigt, wie wichtig diese Beteiligung ist.
Das Gespräch führte Kristina Geldt.