Italien beschließt Tankrabatt für Diesel bis 6. August


Kraftstoffpreise

Italien beschließt Tankrabatt für Diesel bis 6. August

Um insgesamt 17 Cent je Liter soll Diesel billiger werden. Der Benzinpreis und die Tabaksteuer bleiben unangetastet

Anzeigetafel einer Tankstelle in Monza, Norditalien, mit aktuellen Kraftstoffpreisen am 11. März 2026: Diesel kostet 2,079 €/Liter, Super (bleifrei) 1,859 €/Liter. Im Hintergrund sind eine Straße, Fahrzeuge und Verkehrsschilder sichtbar.
Nach Berechnungen des Verbraucherschutzverbands Codacons wird der durchschnittliche Dieselpreis dennoch weiterhin über der Marke von zwei Euro liegen.

Rom – Die italienische Regierung senkt die Verbrauchsteuer einzig auf Diesel und nur bis zum 6. August. Wie Finanzminister Giancarlo Giorgetti am Montagabend nach einer Kabinettssitzung mitteilte, wird Diesel um insgesamt 17 Cent je Liter billiger. Benzin- und Tabaksteuer bleiben von der Maßnahme unberührt. Die Kosten des Eingriffs bezifferte Giorgetti auf rund 125 Millionen Euro.

Bereits am 4. August will die Regierung erneut über die Entwicklung der Kraftstoffpreise beraten und über ein mögliches weiteres Vorgehen entscheiden. Finanziert wird die Steuersenkung unter anderem durch das System der variablen Verbrauchsteuern, Kartellstrafen sowie Mittel aus dem Fonds für strukturpolitische Maßnahmen. Eine zwischenzeitlich diskutierte Erhöhung der Tabaksteuer zur Finanzierung des Dieselrabatts wurde nicht umgesetzt.

Preisanstieg bei Diesel

Zur Begründung verwies Giorgetti auf den deutlich stärkeren Preisanstieg bei Diesel im Vergleich zu Benzin infolge der internationalen Konflikte. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass der zuletzt gesunkene Brent-Ölpreis in den kommenden Tagen auch zu niedrigeren Preisen an den Tankstellen führen werde. Das Kabinett verlängerte außerdem Unterstützungsmaßnahmen für den Straßengüterverkehr bis Juli sowie einen Steuerbonus für die Landwirtschaft.

Nach Berechnungen des Verbraucherschutzverbands Codacons kostet nun ein voller Dieseltank durch die Steuersenkung rund 8,50 Euro weniger. Der durchschnittliche Dieselpreis werde immer noch bei etwa 2,015 Euro je Liter liegen und damit über der Marke von zwei Euro. Der Verband nannte die Entlastung unzureichend, da sie einzig Dieseltreibstoff betrifft und Autofahrer mit Benzinfahrzeugen nicht entlaste.

Mit Blick auf steigende Energiepreise kündigte Giorgetti weitere Maßnahmen der Regierung an. Sollten die Belastungen bei den Strom- und Gasrechnungen anhalten, werde das Kabinett zusätzliche Schritte ergreifen. Zudem stellte er für den Herbst mögliche haushaltspolitische Spielräume im Rahmen einer Abweichung von den EU-Fiskalregeln in Aussicht. (APA, 28.7.2026)

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