Junge Schweizer meiden Clubs: Daydances und Festivals im Trend
Publiziert19. Juli 2026, 04:23
ClubsterbenKein Bock mehr auf Clubs: «Ich will am Sonntag keinen Kater»
Kater, hohe Preise und immer gleiche Partys: Viele junge Leute sagen, sie gehen kaum noch in Clubs. Stattdessen ziehen sie Daydances, Festivals oder gemütliche Abende mit Freunden vor.


Darum gehts
- Junge Schweizerinnen und Schweizer kehren Clubs zunehmend den Rücken zu – das Clubsterben ist ein Thema.
- Viele bevorzugen Daydances, Festivals oder Abende zu Hause statt Clubs mit immer gleichen Partys.
- Eine Minderheit wie Nick (16) und Jean-Luc (18) hält dagegen: Bei ihnen sind Alkohol und Ausgang nach wie vor ein Thema.
Volle Tanzflächen bis in die Morgenstunden? Für viele junge Menschen hat dieses Ausgehmodell ausgedient. Hohe Preise, Alkohol und immer gleiche Partys schrecken viele ab. Statt Clubs stehen Festivals, Raves oder Treffen mit Freunden hoch im Kurs.
20 Minuten hat sich am Gurtenfestival umgehört, ob die klassische Clubnacht für die Generation Z tatsächlich Geschichte ist.
«Mein Peak war mit 16»
«Der Club ist durch und die Partys sind immer wieder die gleichen», sagen Vivienne und Joéline (beide 18). In den Ausgang gehen die beiden Freundinnen nur noch, wenn es ein Konzert gibt. «Mein Peak war mit 16 – jetzt brauche ich das ganze Getummel nicht mehr», sagt Vivienne.

Mit dieser Meinung sind sie nicht allein. Mia (27), Mario und Janieke (beide 28) finden ebenfalls, dass klassische Clubs an Reiz verloren haben. «Clubsterben ist definitiv ein Thema», sagen sie. Lieber gehen sie an Daydances. «Die Stimmung ist lockerer und man hat am nächsten Tag noch etwas vom Wochenende.» Mia greift inzwischen sogar lieber zu alkoholfreiem Bier.
Auch Reto (20) hat sein Ausgehverhalten verändert. «Ich habe gemerkt, dass ich ohne Alkohol genauso gut drauf bin und länger fit bleibe.» Statt dunkler Clubs zieht er Festivals oder Raves vor. «Mit 16 war ich fast jedes Wochenende unterwegs. Heute gehe ich vielleicht noch alle sechs Monate in einen Club oder an eine Hundsverlochete.» Sein Kollege Manuel (20) verbringt seine Abende ebenfalls lieber mit Freunden in einem ruhigeren Rahmen.

Die Freundesgruppe um Petra (24), Corinna (26), Zora (23) und Aline (27) wünscht sich neue Konzepte. «Clubs speziell für Frauen fände ich toll», sagt Aline. Auf Alkohol verzichten möchten die Freundinnen aber nicht. «In Clubs gehen wir eigentlich nur noch in den Ferien.»

Wo gehst du am liebsten aus?
Club.
Festival/Daydance.
Bar oder Pub.
Lieber zu Hause.
Gar nicht.
Ich habe keine Meinung dazu.
Auch Anouk (26), Amina (24) und Lea (28) zieht es kaum noch in Schweizer Clubs. «Im Ausland gefällt uns die Stimmung besser. Die Leute sind freundlicher und weniger aufdringlich», sagen sie. Amina ergänzt: «Ich will am Sonntag keinen Kater mehr, sondern etwas mit meinen Freundinnen unternehmen.»

Für Sarah (21) und Deunika (22) spielt Alkohol ebenfalls kaum noch eine Rolle. «Ich trinke nicht, achte auf meine Gesundheit, und es ist einfach ziemlich teuer», sagt Sarah. Deunika ergänzt: «Es passt einfach nicht zu meinem Lebensstil.»

«Bei uns gehört Alkohol weiterhin dazu»
Nicht alle schwören Alkohol und dem Ausgang ab. Nick und Timo (beide 16), Kim (18) und Justine (17) sagen: «Wir machen Sport und trinken trotzdem Alkohol.» In Gstaad gebe es zwar kaum passende Clubs für sie. «Ein Drink kostet dort schnell 40 Franken.» Stattdessen zieht es die Gruppe an «Buure-Feste».

Auch Jean-Luc (18) und Nico (17) können mit dem Bild einer nüchternen Generation wenig anfangen. «Man hört immer, dass unsere Generation weniger trinkt. Bei uns stimmt das überhaupt nicht», sagen sie. Alkohol und Ausgang seien in ihrem Freundeskreis nach wie vor selbstverständlich.

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Fabienne Gnos (fgn), Jahrgang 2002, arbeitet seit Februar 2026 bei 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Bern.

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