Kokain-Schmuggel im Tonnenbereich: 60-Jähriger nach Frankfurt ausgeliefert


Stand: 22.08.2026, 06:00 Uhr

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Blick in eine Haftzelle durch das Guckloch an der Zellentür. (Symbolfoto)

Blick in eine Haftzelle durch das Guckloch an der Zellentür. (Symbolfoto) © IMAGO/Christian Ditsch

Ein 60-Jähriger soll einer internationalen Drogenbande angehört haben, die Kokain aus Brasilien und Kolumbien nach Deutschland schmuggelte – jetzt sitzt er in Frankfurt in Untersuchungshaft.

Frankfurt – Ein 60-jähriger Niederländer sitzt seit Donnerstag in Frankfurt in Untersuchungshaft. Er soll einer internationalen Drogenbande angehört haben, die tonnenweise Kokain aus Südamerika nach Deutschland schmuggelte. Darüber berichtete die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main in einer Pressemitteilung.

Laut den Ermittlungsbehörden soll die kriminelle Organisation zwischen Juni 2024 und Januar 2026 aktiv gewesen sein. Ihr Ziel: Kokain aus Brasilien und Kolumbien per Luftfracht oder Containerschiff nach Deutschland einzuführen. Um die illegalen Lieferungen zu verschleiern, sollen Bandenmitglieder bestehende Unternehmen mit deutschem Firmensitz faktisch übernommen haben. Diese Firmen wurden laut Mitteilung als Scheinfirmen genutzt, mit Strohleuten als eingetragene Geschäftsführer – damit die Kokainlieferungen nach außen hin wie legale Wareneinfuhren wirkten.

Der nun ausgelieferte Beschuldigte soll in diesem System eine zentrale Rolle gespielt haben: Als Gesellschafter und Geschäftsführer einer solchen Scheinfirma soll er in vollem Wissen um die illegalen Hintergründe gehandelt haben. Den Ermittlern zufolge soll er in drei Fällen bandenmäßig Beihilfe zum unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge geleistet haben.

Razzia im Juni – jetzt folgt die Auslieferung

Die Ermittlungen laufen bereits seit Februar 2025. Federführend sind die Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main sowie die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main und des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main. Hinzu kommt das Gemeinsame Finanzermittlungszentrum von Justiz, Polizei und Finanzbehörden.

Am 9. Juni 2026 hatten die Behörden bereits zugeschlagen: Bei einer koordinierten Razzia wurden Wohn- und Geschäftsräume in Deutschland und den Niederlanden durchsucht. Dabei nahmen die Ermittler drei Tatverdächtige fest – in Herborn (Lahn-DIll-Kreis) sowie in den niederländischen Städten Amersfoort und Assen. Grundlage waren nationale und europäische Haftbefehle, so die Behörden.

Haftrichter ordnet Untersuchungshaft an

Der 60-jährige Niederländer wurde am 20. August 2026 aus den Niederlanden nach Deutschland überstellt. Noch am selben Tag wurde er dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der den Haftbefehl verkündete und die Untersuchungshaft anordnete. Die deutschen Ermittlungsbehörden lobten ausdrücklich die enge Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden, die die Auslieferung ermöglicht hatte.