König-Gruppe in Schieflage
Stand: 22.08.2026, 06:00 Uhr
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Das Amtsgericht Göttingen hat über alle Gesellschaften der König-Unternehmensgruppe Insolvenzverfahren angeordnet. Nun soll versucht werden, die Arbeitsplätze zu retten.
Moringen – Die König-Gruppe mit Stammsitz in Moringen ist in wirtschaftliche Schieflage geraten. Begründet wird sie damit, dass die Gruppe in den vergangenen Jahren mit einer zu niedrigen Kapazitätsauslastung, zunehmendem Preis- und Margendruck, aber auch internen strukturellen Herausforderungen zu kämpfen hatte.
Unternehmen gibt es seit 1965
Die Anfänge der Firma König reichen bis 1965 zurück. Aus dem familiengeführten Betrieb für Montagedienstleistungen entwickelte sich die Gruppe mit einem Gesamtumsatz von rund 100 Millionen Euro 2025. Heute ist das Unternehmen, das von der Unternehmerfamilie Döscher über eine Familienstiftung kontrolliert wird, mit der Sparte Fachpersonal an mehr als 15 Standorten in Deutschland und über eine Tochtergesellschaft an drei Standorten in Österreich vertreten. Am Stammsitz in Moringen produziert König Metallprofile und Zubehör. Dafür wurde 2021 für rund 10,5 Millionen Euro ein neues Werk gebaut.
Das Amtsgericht Göttingen hat nun über alle Gesellschaften der König-Unternehmensgruppe Insolvenzverfahren angeordnet. Betroffen sind die König Profilsysteme GmbH & Co. KG, die König Fachpersonal Verwaltungs-GmbH, die König SE & Co. KG und die König Management SE. Vorgesehen ist, die Holding sowie die beiden operativen Sparten (Fachpersonal und Profilsysteme) in Eigenverwaltung unter rechtlicher Aufsicht des gerichtlich bestellten vorläufigen Sachwalters Michael Kohlstedt (Kanzlei Eckert Rechtsanwälte aus Hannover) zu führen. Die Eigenverwaltung sei auf die Fortführung des Geschäftsbetriebes ausgerichtet, teilt das Unternehmen mit.
In einer Pressemitteilung wird zudem angekündigt, dass die König-Gruppe durch das Eigenverwaltungsverfahren zukunftsfähig neu aufgestellt werden soll. Vorgesehen sei, für die Gruppe, die in den Bereichen Personaldienstleistungen sowie Metall- und Profilsysteme tätig ist, zeitnah einen „strukturierten Investorenprozess“ einzuleiten. Bis zum Ende dieses Jahres wolle man zu einer zukunftsfähigen Lösung gelangen, durch die möglichst viele Arbeitsplätze gesichert werden. Die auf Restrukturierungen im Mittelstand spezialisierte Ljungman CRO GmbH habe unter der strategischen Leitung von Fredrik Ljungman bereits im Juli erste Schritte eingeleitet, die durch Dr. Matthias Meyer vor Ort umgesetzt werden. Das Team werde in der vorläufigen Eigenverwaltung von Christian Stoffler von der Kanzlei Gerloff Liebler Rechtsanwälte unterstützt, der neben Ljungman zum Restrukturierungs-Geschäftsführer bestellt wurde. Stoffler verfüge über mehr als 20 Jahre Erfahrung in Insolvenz- und Eigenverwaltungsverfahren in Industrie und Handel. Ziel sei es, den dauerhaften Fortbestand der operativen Geschäfte der König-Gruppe mit Investoren zu sichern. Dabei seien sowohl eine Gesamtlösung als auch Teillösungen für Unternehmensbereiche denkbar.
Von den Eigenverwaltungsverfahren sind rund 1000 Beschäftigte betroffen, wovon knapp 900 auf Fachkräfte entfallen, die bei König Fachpersonal im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung zum Einsatz kommen. Am Standort Moringen arbeiten laut Pressemitteilung rund 150 Mitarbeiter – allein 120 in der Sparte Profilsysteme, der Rest verteilt sich auf die Holding und die Sparte Fachpersonal. Alle Mitarbeiter erhalten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit, heißt es weiter.