Kommentar: Welcome Mister Bundestrainer Klopp


Stand: 23.07.2026, 12:57 Uhr

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Der Bundestrainer begrüßt Freitag, 11 Uhr, die Weltpresse. Warum der DFB zwar alles vorbereitet hat, aber noch nichts zugeben darf.

Lustig, wie der gerade ziemlich gestresste Deutsche Fußball-Bund für Freitag zu einer Pressekonferenz eingeladen hat, ohne auch nur ein Sterbenswörtchen zum Anlass zu verlieren. Und auch nicht mitzuteilen, wer Freitag im schönen Campus in Frankfurt-Niederrad auf dem Podium sitzen wird. Jürgen Klopp vielleicht? Dazu Bernd Neuendorf, der Verbandschef? Und Aki Watzke, der Bundesligaboss?

Fußball, Männer: WM, Frankreich - Marokko, Finalrunde, Viertelfinale, Boston-Stadion, Jürgen Klopp, TV-Experte für MagentaTV und ehemaliger Bundesligatrainer, nach dem Spiel. Er soll Bundestrainer werden und sein erstes Spiel gegen die Niederlande absolvieren.  (zu dpa: „RTL zeigt erstes Spiel des designierten Bundestrainers Klopp“)

Der neue deutsche Antreiber: Jürgen Klopp wirkt entspannt. © Tom Weller/dpa

Warum durften der Name Klopp und die Berufsbezeichnung Bundestrainer nicht fallen in der Einladung am Donnerstag, auf die Minute genau 24 Stunden vor dem großen Medienmeeting? Ganz genau: Weil die dafür notwendige Sitzung von Aufsichtsrat und Gesellschaftern der DFB GmbH noch nicht stattgefunden hatte. Kapiert draußen auf der Straße kein Mensch, wer eine solch große Sache alles abnicken muss, muss aber sein, weil es so in den Statuten steht.

DFB lädt zur PK ein: Klopp wird am Freitag neuer Bundestrainer

Irgendwie hat sich der DFB dann doch verraten. Wer noch leiseste Zweifel gehabt haben sollte, dass Big old Kloppo exakt Freitag, 11 Uhr, als neuer Bundestrainer vorgestellt wird, brauchte nur den Satz über dem Link zur Anmeldung lesen: „Für internationale Medien wird es eine digitale Tonspur mit englischer Übersetzung geben.“ Ha, da wussten wir dann alle miteinander Bescheid.

Gut, dass DFB-Chefdolmetscher Thomas Schnelker zwar bald, aber noch nicht in Rente ist. Der Mann, leidgeprüfter Fan von Kickers Offenbach, der den Übersetzerjob seit Jahrzehnten nahe der Perfektion ausübt, ist also noch mal gefragt. Zumal der Pressekonferenz aus besonderem Grund auch digital gefolgt werden kann. Das hat der DFB extra so eingerichtet. Damit die Weltpresse teilnehmen kann. Der Name Klopp macht es möglich und nötig.

Es hatte im Vorfeld Kritik gegeben, der DFB würde sich dem Trainerriesen auf Gedeih und Verderb ausliefern. Es hätte noch mit anderen Kandidaten gesprochen werden müssen. Aber mal im Ernst: Die Sache war schon so kompliziert genug mit Red Bull und Sponsorendingen. Klopp hatte Bereitschaft signalisiert, der DFB hätte ihn schon vor Jahren gern gehabt. Jetzt oder nie gab es die historische Chance, diesen Mann zu kriegen. Hätte der DFB da sagen können, sorry Kloppo, wir haben übermorgen noch ein wichtiges Gespräch mit Pep Guardiola und warten außerdem mal ab, ob Thomas Tuchel noch Bock auf England hat oder vielleicht doch auf Deutschland? Natürlich nicht! Ergo: Welcome, Mister Klopp.