Im Test: Konsumentschützer kritisieren Schadstoffe in Kinderwagen | Kleine Zeitung
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Stiftung Warentest und VKI haben zwölf Modelle getestet. Gleich mehrere sind wegen Chemikalien oder Ergonomie durchgefallen. Nur vier erhielten die Note „gut“.

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vor 23 Minuten
28. Juli 2026 um 07:05
Der Verein für Konsumenteninformation und die Stiftung Warentest haben zwölf Kinderwagenmodelle getestet. Gleich mehrere Modelle sind wegen Schadstoffbelastungen und ergonomischen Schwächen durchgefallen. Vier Kinderwagen erhielten die Note „gut“. „Eltern erwarten von einem Kinderwagen vor allem Sicherheit, Komfort und eine schadstofffreie Umgebung für ihr Kind. Unser Test zeigt jedoch, dass diese Anforderungen nicht bei allen Produkten erfüllt werden“, sagt Christian Undeutsch, zuständiger Experte im VKI.
Besonders kritisch bewertet wurden Schadstofffunde in einzelnen Modellen. In zwei Kinderwagen wurde der Weichmacher DEHP in Mengen entdeckt, die über dem gesetzlichen Grenzwert liegen. Betroffen waren ein Sitzbügel sowie ein mitgelieferter Wetterschutz. DEHP gehört zu den Phthalaten und steht im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Der Stoff ist in Babyartikeln bereits seit Jahren verboten. Entsprechend streng floss der Befund in die Bewertung ein.
Industriechemikalien
Darüber hinaus wurden PFAS in mehreren Modellen gefunden. Diese langlebigen Industriechemikalien werden häufig eingesetzt, um Textilien wasser- und schmutzabweisend zu machen. Für Kinder besteht durch den direkten Kontakt zwar nur ein geringes Risiko, da die Stoffe fest im Material gebunden sind. Problematisch sind PFAS jedoch für die Umwelt: Sie können bei Herstellung, Nutzung oder Entsorgung freigesetzt werden und gelten als besonders schwer abbaubar. „Auch wenn von den PFAS-haltigen Materialien im Alltag keine unmittelbare Gesundheitsgefahr für Kinder ausgeht, sind solche Funde aus Umwelt- und Verbraucherschutzsicht kritisch zu sehen“, so Undeutsch.
Ein weiterer Schwerpunkt des Tests war die kindgerechte Gestaltung. Dabei zeigte sich, dass einige Kinderwagen für Babys nur eingeschränkt geeignet sind. So waren einzelne Liegewannen so knapp bemessen, dass größere Babys bereits nach wenigen Monaten mit Kopf und Füßen anstoßen. Besonders problematisch wird dies dann, wenn der Wechsel in die Sitzeinheit noch nicht möglich ist. In mehreren Fällen entstand dadurch eine Nutzungslücke von mehreren Monaten: Die Babywanne wird zu klein, während der Sitz für Kinder dieses Alters noch nicht ergonomisch geeignet ist.
Zu kurze Rückenlehnen
Auch bei den Sitzeinheiten zeigten sich Schwächen. Teilweise waren Rückenlehnen zu kurz oder die Liegepositionen nicht ausreichend flach. Statt einer nahezu ebenen Ruhefläche wurden die Sitze lediglich leicht nach hinten geneigt. Das kann den Schlafkomfort beeinträchtigen.
Während bei den Kinderwagen für ein Kind mehrere Modelle gute Ergebnisse erzielen konnten, fiel die Bilanz bei den Wagen für zwei Kinder deutlich verhaltener aus. Keines der getesteten Produkte erreichte eine bessere Gesamtbeurteilung als „durchschnittlich“.
Preis und Qualität
„Der Test zeigt außerdem, dass ein hoher Preis keine Garantie für hohe Qualität ist. Einige vergleichsweise günstige Modelle schnitten deutlich besser ab als wesentlich teurere Kinderwagen. Umgekehrt fanden sich unter den Schlusslichtern auch Produkte im oberen Preissegment“, kommentiert Undeutsch.