Münsterland Giro 2026: Kooij rauscht zum Münsterland-Sieg


Olav Kooij

Stand: 03.10.2026 • 19:55 Uhr

Im Topsprinter-Duell hat sich Olav Kooij am Samstag (03.10.2026) den Sieg beim Münsterland Giro geholt und das Traum-Finish von Max Walscheid verhindert.

Der Deutsche war in seinem letzten Profirennen von der Spitze in den Schlusssprint in der Innenstadt von Münster gegangen. Doch der Niederländer Kooij hatte auf den letzten Metern den besten Punch und holte sich nach 4:08,23 Stunden zum zweiten Mal nach 2022 bei der Schleife durchs Münsterland den Sieg.

"Wir sind gut in Position gekommen. Das Team hat mir sehr geholfen", sagte der Fahrer vom Team Decathlon CMA CGM im Ziel.

Max Walscheid bekommt Sonderapplaus

Walscheid, 2018 bisher letzter deutscher Sieger, landete am Ende auf Rang zwölf und wurde trotzdem von den Fans in Münster besonders für sein letztes Rennen gefeiert. "Wir waren etwas zu früh dran", sagte der 33-Jährige, "das hat zu viel Energie gekostet und dafür habe ich die Beine halt nicht mehr."


Jasper Philipsen, Sieger der vergangenen beiden Jahre, spielte in der Schlussphase des Rennens keine Rolle. Auf Platz zwei landete Jordi Meeeus (Belgien, Red Bull - Bora - hansgrohe) vor Frits Biesterbos (Niederlande, Picnic Post NL).

Frühe Ausreißergruppe mit konstantem Abstand

Bei bestem Wetter während der 190 Kilometer von Borken nach Münster setzte sich zwar nach knapp 40 Kilometern eine sechsköpfige Ausreißergruppe ab. Doch die Teams Alpecin-Premier Tech sowie Soudal Quick-Step mit den Sprint-Favoriten Jasper Philipsen (Sieger 2024 und 2025) und Tim Merlier hielten an der Spitze des Hauptfeldes den Abstand ziemlich konstant bei zwei Minuten.

Auch als Visma-Lease a Bike mit Matthew Brennan knapp 100 Kilometer vor dem Ziel in den eher hügeligen Baumbergen kurzzeitig für eine Tempo-Verschärfung sorgte, ließen sich die anderen Favoriten nicht aus der Ruhe bringen.

Gefeiert beim Münsterland Giro in seinem letzten Profirennen: Max Walscheid

Panne wirft Jasper Philipsen kurz zurück

Weitere Attacken aus dem Hauptfeld, unter anderem von Mads Pedersen (Lidl-Trek), sprengten die Favoritengruppe nicht. Einen Schreckmoment gab es allerdings, als Philipsen knapp 60 Kilometer vor dem Ziel mit einer Panne das Rad wechseln und um den Anschluss kämpfen musste. Doch der Belgier schaffte es zurück ins Feld.

Knapp sechs Kilometer vor Schluss, in der zweiten von drei kurzen Runden durch die Münsteraner Innenstadt, stellte das Feld die letzten vier verbliebenen Ausreißer nach 145 Kilometern Attacke, sodass es in die Sprint-Entscheidung ging, in der Kooij einfach in die beste Position kam und die besten Beine hatte.

160 Profis und 9.500 Amateure am Start

Insgesamt hatten sich bei der 20. Auflage der Schleife durchs Münsterland 23 Teams mit 160 Fahrern auf den Weg gemacht. Zuvor hatten sich bei unterschiedlichen Jedermann-Rennen 9.500 Amateurfahrer der Herausforderung über 65, 95 oder 125 Kilometer gestellt.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR.de, Livestream "Münsterland Giro 2026", 03.10.2026, 13.10 Uhr