Kreuzberg: Blücherplatz wird zum Eva-Mamlok-Platz
Mit der Umbenennung ehrt der Bezirk eine jüdische Widerstandskämpferin. Der preußische Feldherr, der gegen Napoleon kämpfte, muss dagegen weichen.
Bereits im Juni 2025 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg, den Blücherplatz umzubenennen. Nun soll die Umbenennung am 16. Oktober 2026 um 14 Uhr offiziell vollzogen werden.
Friedrichshain-Kreuzberg bekommt dann einen Eva-Mamlok-Platz. Das teilte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg am Donnerstag mit. Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne) erklärt dazu: „Mit der Benennung des Platzes nach Eva Mamlok würdigt der Bezirk eine beeindruckende Frau.“
Die Umbenennung soll vor der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) stattfinden, die am Blücherplatz liegt. Anschließend ist eine Veranstaltung im Pop-up-Saal der Bibliothek vorgesehen.
Kiez-Serie
Friedrichshain-Kreuzberg vor der Wahl: „Da pisst irgendwer hin, aber ich muss halt auch da durch“
Wer war Eva Mamlok?
Eva Mamlok war eine jüdische Kreuzbergerin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Schon als Jugendliche leistete sie Widerstand gegen das NS-Regime und setzte sich auch später trotz Verfolgung und Zwangsarbeit gegen die nationalsozialistische Herrschaft ein.
1942 wurde sie in das Ghetto Riga deportiert und 1944 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Stutthof gebracht, wo sie im Alter von 26 Jahren starb.
Eva Mamlok
© Privatarchiv Cristina Siemsen
Wer war Gebhard Leberecht von Blücher?
Gebhard Leberecht von Blücher (1742–1819) war einer der bekanntesten preußischen Feldherren seiner Zeit. Als entschlossener Gegner Napoleons führte er seine Truppen in mehreren entscheidenden Schlachten. Bei der Völkerschlacht von Leipzig 1813 und bei Waterloo 1815 spielte er eine wichtige Rolle beim Sieg über Napoleon. Sein energisches Auftreten brachte ihm den Beinamen „Marschall Vorwärts“ ein. Die nach ihm bis jetzt noch benannte Straße soll an seine militärischen Verdienste und seine Bedeutung für die preußische Geschichte erinnert haben.
Lesen Sie mehr zum Thema