Verbund hebt Strompreis für Neukunden an


Der Verbund erhöht seinen „Österreich-Tarif“ für Neukundinnen und Neukunden. Im ersten Vertragsjahr steigt der Netto-Arbeitspreis von 9,5 auf 10 Cent pro Kilowattstunde. Ab dem zweiten Jahr werden künftig 15 statt 12,5 Cent verrechnet. Für Bestandskundinnen und Bestandskunden ändert sich derzeit nichts.

Online seit heute, 13.50 Uhr

Der teilstaatliche Energieversorger begründet die Preiserhöhung mit schwierigen Marktbedingungen. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen, insbesondere der Konflikt im Nahen Osten, und deren Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte machten den Schritt notwendig, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Im zweiten Jahr deutlicher Preisanstieg

Der „Österreich-Tarif“, offiziell „V-Strom Österreich“, war im Februar eingeführt worden und gilt seit 1. März. Im ersten Vertragsjahr beträgt der rabattierte Arbeitspreis für Neukundinnen und Neukunden nun 10 Cent netto beziehungsweise 12 Cent inklusive Umsatzsteuer pro Kilowattstunde.

Ab dem zweiten Vertragsjahr steigt der Netto-Arbeitspreis auf 15 Cent pro Kilowattstunde. Bisher waren es 12,5 Cent. Der monatliche Grundpreis beträgt beim neuen Tarif 4,20 Euro netto und bleibt auch im zweiten Vertragsjahr unverändert.

Verbund-Chef Michael Strugl hatte den Tarif im Jänner mit einem Strompreis von weniger als 10 Cent netto pro Kilowattstunde angekündigt. Die Ankündigung war damals auch von der Bundesregierung begrüßt worden.

Bestandskunden nicht betroffen

Für bestehende Kundinnen und Kunden ändert sich durch die aktuelle Tarifanpassung nichts. Der Verbund hatte deren Strompreis bereits Mitte 2023 von 23,9 auf 19,70 Cent netto pro Kilowattstunde und Mitte 2024 weiter auf 15,60 Cent gesenkt.

Der eigentliche Energiepreis macht allerdings nur einen Teil der Stromrechnung aus. Laut Verbund entfällt rund ein Drittel der gesamten Rechnung auf den Netto-Strompreis, den Kundinnen und Kunden durch die Wahl ihres Anbieters und durch Preisvergleiche beeinflussen können. Die übrigen Kosten entfallen auf Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben und unterscheiden sich je nach Netzgebiet und Wohnort.

Strompreise weiter über Vorkrisenniveau

Vor der Energiekrise lagen die Strompreise in Österreich während der Corona-Pandemie häufig bei fünf bis sieben Cent netto pro Kilowattstunde. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und der anschließenden Gaskrise stiegen die Preise deutlich. Auf dem Höhepunkt der Energiekrise wurden teilweise mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde verlangt, bei Neukunden zeitweise sogar mehr als 40 Cent.