Leerstand, Dreck und Bauschäden: Einkaufszentrum in bayerischer Stadt verkommt zur Bauruine
Stand: 25.08.2026, 20:58 Uhr
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Ein Investor machte vor zwei Jahren große Versprechungen für das BUZ Burgweiniting in Regensburg. Doch das Einkaufszentrum kommt immer mehr herunter.
Regensburg – Regensburg - „Mehr ein abgehalftertes Finanzprodukt als ein schönes Nahversorgungs- oder Stadtteilzentrum.“ So beschreibt Stadtrat Jakob Friedl das BUZ in Regensburg Burgweinting. Ein Besuch vor Ort bestätigt: Er hat recht.
Vor über zwei Jahren versprach ein Investor viel. Ein neuer, größerer EDEKA-Markt mit Photovoltaikanlage, dazu Drogerie, Getränke- und Biomarkt. Die Außenanlagen sollten neu gestaltet, der Innenhof zur Multifunktionsfläche umgebaut und einladend werden. Mit großen Plänen trat die Hamburger Modulus Real Estate GmbH 2024 an die Stadt Regensburg heran, um das marode BUZ-Nahversorgungszentrum zu sanieren.
Das BUZ: ein Sorgenkind seit jeher
Die Stadt reagierte am 5. März 2024 mit einem neuen Bebauungsplan. Trotz Bedenken überwog im Stadtrat die Hoffnung, den heruntergekommenen Standort an der Friedrich-Viehbacher-Allee endlich aufzuwerten. Der 2000 eröffnete und 2009 erweiterte Vierkanthof auf 1,8 Hektar enttäuschte von Anfang an – weder als Stadtteilzentrum noch als Einkaufsstandort funktionierte er.
Der Aufstellungsbeschluss von 2024 benennt die Probleme klar:
„Die eingeschränkten Verkaufsflächen, der unattraktive Sortimentsmix, die unbefriedigende Parkplatz- und Zugangssituation sowie das veraltete Erscheinungsbild führen zu häufigem Mieterwechsel und zunehmenden Leerständen. Es droht der Funktionsverlust des Nahversorgungsstandorts.“
Ziel des Bebauungsplans Nr. 259: „Umstrukturierung und Aufwertung“ des BUZ.
Frische Mauerbrocken, Stahlstützen und Müll im Innenhof
Seitdem ist einiges passiert – nur nicht im Sinne dieser Ziele.
Schon vor dem Aufstellungsbeschluss ließ die neue Eigentümer-GmbH viele Mülleimer entfernen. Wer am Nachmittag den Innenhof betritt, sieht das Ergebnis: Kartons, Papier und Plastikverpackungen wirbeln über den Platz. Verbogene, ausgeblichene Schilder und ein Pflaster, das zur Stolperfalle wird, prägen das Bild.
Die Außenbalustrade im ersten Stock, wo einige medizinische Dienstleister sitzen, ist so marode, dass sie seit eineinhalb Jahren provisorisch abgestützt werden muss. Der Beton bröckelt. Frische Brocken liegen regelmäßig auf dem Boden. Poller sollen verhindern, dass ein Auto die Stützen rammt und das Provisorium einstürzt.
Verwaister Bürgersaal, leeres Parkhaus
Zwar gibt es einen gut sortierten EDEKA-Markt, dazu Lidl, KiK, einen Friseur, Tierarzt, ein Eiscafé und eine Apotheke. Die Stadt Regensburg betreibt in dem schlecht gedämmten Komplex ein Bürgerbüro und eine Stadtteilbibliothek. Auch eine Sparkasse ist hier, deren Zugang von Stützpfeilern flankiert wird.
Doch dazwischen: leere, verschmutzte Schaufenster, beklebt mit alten Plakaten. Im ersten Stock hängen Kabel aus den Wänden, kaputte Briefkästen rosten vor sich hin. Der sogenannte „Bürgersaal“ ist seit Jahren unbenutzbar, die benachbarten Räume für Gastronomie stehen leer.
Eine Leiter und herumliegendes Werkzeug erwecken den Eindruck, jemand habe das Gebäude überstürzt verlassen. Das Parkhaus, das mit „kostenlos“ wirbt, bleibt fast immer leer.
Bebauungsplan in der Warteschleife
Vom Bebauungsplan 259, der die Grundlage für die versprochenen Sanierungen schaffen sollte, hört man seit zweieinhalb Jahren nichts mehr. Auch die Modulus GmbH, die im Kern nur die Vermögensverwaltung eines englischen Immobilienfonds betreibt, schweigt.
Damit reiht sie sich ein in eine Kette von Eigentümergesellschaften, meist mit Sitz im Ausland, die das BUZ seit 2007 kauften, weiterverkauften und verfallen ließen. Zu einem taugt das BUZ aber: In Burgweinting kann man live zusehen, wie eine Bauruine entsteht.