Letzte deutsche Kaiserin weihte Kirche in Treysa ein – und brachte ein besonderes Geschenk mit


Stand: 22.08.2026, 06:00 Uhr

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Einweihung der Hephatakirche vor 120 Jahren

Einweihung der Hephatakirche vor 120 Jahren: Das Schwarz-Weiß-Foto der Empfangsgruppe ist ein nachgestelltes Foto von Prof. Carl Bantzer. © repro: Johannes Prinz

Vor 120 Jahren weihte die letzte deutsche Kaiserin die Hephatakirche in Treysa ein. Für die Zeremonie wurde eigens ein schmiedeeiserner Kirchenschlüssel hergestellt.

Schwalmstadt – Vor 120 Jahren, im August 1906, ist die Hephatakirche offiziell eröffnet worden. Am 15. August reiste Kaiserin Auguste Viktoria von Kassel nach Treysa, um die Kirche einzuweihen. Die Kirche war ein Geschenk des Kommunal-Landtages zum silbernen Ehejubiläum des Kaiserpaares. Kunstliebhaber Johannes Prinz erinnert an das für die damalige Zeit bedeutende Ereignis.

Hephatakirche

Die Hephatakirche befindet sich auf dem Stammgelände von Hephata oberhalb von Treysa. © Foto: Johannes Prinz

Weit fahren musste die deutsche Kaiserin nicht. Die Anreise erfolgte mit dem Zug vom Schloss Wilhelmshöhe in Kassel, wo sich die Kaiserfamilie gerade aufhielt, zum damaligen alten Bahnhof in Treysa. Dort sei sie von zahlreichen Ehrengästen und einer Delegation von Schwälmern in Tracht begrüßt worden, schreibt Prinz der Redaktion: „Die Weiterfahrt erfolgte mit einer Pferdekutsche zum Hephatagelände.“

Aufenthalt dauerte nur Stunden

Der Aufenthalt in Treysa dauerte nach Angaben von Johannes Prinz rund drei Stunden. Als Geschenk brachte die Kaiserin eine von ihr unterschriebene Bibel mit. Zur Eröffnung sei auch eigens ein kunstvoll verzierter, schmiedeeiserner Kirchenschlüssel hergestellt worden, so der Kunstsammler.

Auguste Viktoria, die letzte deutsche Kaiserin und Ehefrau von Kaiser Wilhelm II., war Mitglied der evangelischen Kirche und hatte einen sehr starken Glauben an Gott, schreibt uns Johannes Prinz: „Unter anderem hatte sie sich sehr stark im sozialen Bereich eingesetzt, unterstützte die Frauenbewegung und machte sich stark für mehr Bildung von Mädchen und jungen Frauen.“

Auch für den Bau weiterer Kirchen setzte sie sich ein und wurde deshalb von der Bevölkerung liebevoll „Kirchen-Guste“ genannt.