Letzter Blick in die Geschichte: Burggener Ortsarchiv öffnet nochmals seine Türen
Stand: 10.10.2026, 18:00 Uhr
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Am Sonntag stellt der Arbeitskreis Dorfgeschichte das Archiv in Burggen letztmals der Öffentlichkeit vor. Normalerweise ist der Zugang nicht für Besucher vorgesehen.
Burggen – Wer bin ich, wo komme ich her? Wo haben meine Vorfahren gelebt? Gibt es ein Sterbebild von meiner Urgroßmutter? Viele Fragen, auf die es am kommenden Sonntag letztmals Antworten gibt. Zur Eröffnung des Dorfgemeinschaftshauses in Burggen hatte der Arbeitskreis Dorfgeschichte zu einer höchst interessanten Ausstellung eingeladen, die nicht nur Burggener ins Dorf gelockt hatte.
Am kommenden Sonntag, 11. Oktober, gibt es letztmals die einmalige Gelegenheit, einen Rückblick in die Vergangenheit zu werfen: Das Archiv wird noch einmal der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, um vielleicht etwas über die eigene Geschichte herauszufinden. Normalerweise ist der Zugang nicht für die Öffentlichkeit vorgesehen.
226 Jahre Dorfgeschichte
Was gibt es hier genau nachzuforschen? Zunächst das Altarchiv der Gemeinde ab 1800. Ein Rückblick also auf immerhin 226 Jahre. Hier stapeln sich viele, viele Jahre Dorfgeschichte und sicherlich auch eine ganze Menge an persönlichen Geschichten. Und zwar in Schachteln. Daten, Bilder, alles sorgfältig dokumentiert. Ein Schatz aus der Vergangenheit. „Wir haben jede Menge Kartons mit Daten und Bildern“, so Bruno Faller, Sprecher des Arbeitskreises Dorfgeschichte.
Apropos: Die Daten und Schachteln, die die Vergangenheit der Burggener dokumentieren, die sind dem Arbeitskreis nicht in den Schoß gefallen. Seit 1993 übersetzen freiwillige Helfer die Geschichte der Gemeinde von der altdeutschen Schrift in die Moderne.
Die Ausstellung, die im Rahmen der Einweihung des Dorfgemeinschaftshaueses in mühevoller Kleinstarbeit aufgebaut worden war, wird nun wieder abgebaut. Doch was gibt es am Sonntag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr außer des Haifischzahns zum letzten Mal noch zu entdecken?
Da wäre zunächst mal die Schmeidel-Häuserchronik. Herr Schmeidel war einst schwerstversehrt aus dem Krieg in die Heimat zurückgekehrt. Sein Leben hat er daraufhin der Erforschung seiner Heimat Burggen gewidmet. Über viele Jahre hinweg hat er Chroniken für Häuser erstellt. „Das ist die Grundlage für jedes Haus in Burggen“, so Faller.
Gelegenheit für Ahnenforscher
Wer in die Ahnenforschung hineinschmecken möchte, der hat dazu auch nochmals am Sonntag die Gelegenheit. Gibt es eine Urgroßmutter, von der ich noch nie ein Sterbebild gesehen habe? Hierzu dürfte sich etwas in Burggen finden: Eine Sterbebild-Sammlung ist ab dem Jahr 1870 dokumentiert.
Bilder des dörflichen Geschehens, eine handgezeichnete Bildergeschichte der Musikkapelle von 1935 sowie eine umfangreiche Sammlung sämtlicher Zeitungsberichte ab 1800: Wer Geschichte vor Ort erleben möchte, der sollte sich den Sonntagnachmittag in Burggen nicht entgehen lassen.