Belarus formiert neue Armee-Brigade nahe Ukraine – und Lukaschenko droht Versagern: „Ab an die Südgrenze“


Lukaschenko schickt Versager in den Wald – und baut gleichzeitig neue Kampfbrigade an Ukraines Grenze auf

Stand: 03.08.2026, 13:45 Uhr

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Belarus stellt in der Region Gomel eine neue Spezialeinheit auf. Ein erstes Bataillon steht bereits, weitere sollen bis Jahresende folgen.

Minsk – Belarus verstärkt mitten im Ukraine-Krieg seine Streitkräfte unweit der ukrainischen Grenze: In der südlichen Region Gomel, rund 40 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt, entsteht eine neue Spezialeinheit. Wie Oberst Alexander Iljukewitsch, Kommandeur der Spezialeinsatzkräfte der belarussischen Streitkräfte, im Staatsfernsehen VoenTV bekanntgab, befindet sich die 37. selbstständige Luftlandebrigade in der Formierungsphase.

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Der belarussische Machthaber Lukaschenko (Mitte) spricht offen von Personalmangel in den Streitkräften. © Uncredited/Belarusian Presidential Press Service/dpa

Laut Iljukewitsch ist die Aufstellung der neuen 37. Selbstständigen Luftlandeangriffsbrigade bereits im Gange. „Wir haben bereits mit der Bildung von Militäreinheiten begonnen“, sagte er. Ein erstes Bataillon steht demnach bereits; bis Ende des Jahres sollen ein zweites Bataillon sowie Einheiten für Artillerie, Flugabwehr, Aufklärung und Kampfunterstützung folgen.

Belarus formiert neue Luftlandebrigade nahe der Ukraine

Die Stationierung in der südlichen Region Gomel – etwa 40 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt – dient laut belarussischem Militär der Sicherung der Südflanke, die von Minsk wiederholt als primäres Sicherheitsrisiko eingestuft wird. Mit der neuen Einheit baut Belarus seine Luftlandekapazitäten weiter aus. Bislang verfügt das Land über drei Brigade-Einheiten: die 103. in Wizebsk, die 38. in Brest und die 5. in Marjina Horka nahe Minsk.

Der Vorstoß reiht sich in eine Phase erhöhter militärischer Aktivität an der Grenze ein. Der ukrainische Grenzschutzdienst (DPSU) berichtete bereits Anfang Juli, dass Belarus grenznah neue militärische Infrastruktur wie Übungsgelände und Logistikzentren errichte, wenngleich zu diesem Zeitpunkt noch keine außergewöhnliche Truppenkonzentration festgestellt wurde.

Interessant ist dabei die stellenweise widersprüchliche Rhetorik aus Minsk: Während die belarussische Führung einerseits fortlaufend Sicherheitsbedrohungen beklagt, erklärten belarussische Offizielle überraschend auch, dass man derzeit keine Anzeichen einer Aggression sehe und die Lage an der Grenze als stabil einschätze.

Gleichzeitig steht die belarussische Armee offenbar vor personellen Herausforderungen. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko thematisierte Ende Juli öffentlich einen „Personalmangel“ in den Streitkräften und wies Verteidigungsminister Wiktor Chrenin an, leistungsschwache Beamte und Landarbeiter an die Grenze zu versetzen: „Jeder, der Befehle nicht ausführt, sollte zur Armee geschickt werden. Lasst sie dort dienen. Sie können im Wald sitzen. Dort benötigt man auch Personal. Jeder, der nicht weiß, wie man arbeitet – ab in die Armee und an die Südgrenze.“

Trotz wiederholter Behauptungen, die Ukraine stelle eine Sicherheitsbedrohung dar, betont Lukaschenko laut Kyiv Post weiterhin, Minsk beabsichtige nicht, in den Ukraine-Krieg einzutreten. Ukrainische Geheimdienstvertreter gehen der Zeitung zufolge jedoch davon aus, dass die russische Regierung von Wladimir Putin aktiv Druck auf Belarus ausübe, sein militärisches Engagement zu erhöhen und so ukrainische Verteidigungsressourcen zusätzlich zu binden. (Quellen: Kyiv Post, RBC-Ukraine) (cs)