Van Aken bei "Maischberger": Diese Spitze bringt den Ex-Linken-Chef aus der Fassung


Streit bei "Maischberger"

Diese Spitze bringt Van Aken aus der Fassung


Aktualisiert am 30.09.2026 - 07:22 UhrLesedauer: 4 Min.

Bei "Maischberger" bemüht sich Ex-Linken-Chef van Aken, die Vorwürfe gegen seine Partei zu entkräften. Nur eine Spitze des Literaturkritikers Denis Scheck bringt ihn aus der Fassung.

Antisemitismusvorwürfe, Kontakte eines Neuköllner Bundestagsabgeordneten in die organisierte Kriminalität und umstrittene Enteignungspläne: Seit die Linke als Siegerin aus der Berliner Abgeordnetenhauswahl hervorgegangen ist, wird viel über die Koalitions- und Regierungsfähigkeit der Partei und ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp in der Hauptstadt diskutiert.

Der ehemalige Linken-Bundesvorsitzende Jan van Aken war sich am Dienstagabend in der ARD-Talkshow "Maischberger" sicher, den wahren Grund dafür zu kennen, dass gegenwärtig "aus allen Rohren" auf seine Partei geschossen werde. "Die CDU, die Immobilienlobby, die Extremreichen – die wollen verhindern, dass die Linke regiert", erklärte der Bundestagsabgeordnete. Man wolle sich stattdessen weiter an den Mieten der Bürger dumm und dämlich verdienen.

Auch sonst bügelte van Aken praktisch alle Vorwürfe ab oder spielte sie herunter. Nur auf ein geflügeltes Wort des Literaturkritikers Denis Scheck reagierte er auffällig gereizt. Der setzte dann gleich noch einen drauf.

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Scheck, der als Mitglied des dreiköpfigen Kommentatoren-Panels eingeladen war, hatte in van Akens Abwesenheit die Immobilienpläne der Linken als "Rattenfängerei" bezeichnet und der Partei massiven Antisemitismus attestiert. Seine mahnenden Worte an SPD und Grüne, mit denen die Linke in Berlin eine Koalition anstrebt, lauteten daher: "Wer sich mit Hunden zu Bett legt, der braucht sich nicht wundern, wenn er morgens mit Flöhen aufwacht."

"Politische Gegner als Hunde zu bezeichnen, das ist unter jeder Gürtellinie. Das geht überhaupt nicht", protestierte van Aken später in der Sendung gegen die von Scheck auf seine Partei gemünzte Redewendung. Der Literaturexperte fühlte sich daraufhin zu einer ironischen Entschuldigung eingeladen. "Es tut mir leid. Ich hätte die Linke niemals mit einem Hund vergleichen dürfen, sondern gleich von einem Floh reden müssen", entgegnete er, bevor die Moderatorin den Streit für beendet erklärte.

Politologe zählt Entgleisungen auf

Der Extremismusforscher Peter Neumann konzentrierte sich im Gespräch mit van Aken darauf, konkrete Grenzüberschreitungen linker Politiker zu einem kritischen Gesamtbild zusammenzufügen. Wenn etwa im Berliner Bezirk Neukölln Repräsentanten terroristischer pro-palästinensischer Organisationen aufträten, habe das nichts mehr mit berechtigter Kritik an der israelischen Regierung zu tun. "Da stellt man sich dann auf die Seite von Leuten, die erstens gewalttätig sind und zweitens Israel vernichten wollen", fasste der Politologe zusammen.

Neumann, der selbst Mitglied in der CDU ist, empfahl der Linken, die Verantwortlichen für diese und andere Vorfälle aus der Partei auszuschließen – ebenso wie den Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak. Der Parlamentarier ist unter anderem wegen seiner zwielichtigen Kommunikation mit einem Mitglied der berüchtigten Remmo-Familie in die Schlagzeilen geraten.

Wenn jemand, der mit der Polizei im Kampf gegen die organisierte Kriminalität kooperieren wolle, sehe, wie ein hochrangiger linker Politiker mit einem Vertreter dieses kriminellen Clans schmuse, werde er es sich zweimal überlegen, sollte die Linke in Berlin regieren, so Neumann.

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Auch dass die linke Spitzenkandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, Elif Eralp, bis 2025 Mitglied der Roten Hilfe war, beurteilte Neumann kritisch.

Der Verein gewährt linken Straftätern juristische Unterstützung, so etwa der gewalttätigen "Hammerbande". Vom Verfassungsschutz wird die Rote Hilfe als linksextremistisch eingestuft und beobachtet.

Van Aken gibt nichts auf Verfassungsschutz

"Was der Verfassungsschutz sagt, ist mir herzlich egal", lautete van Akens Antwort auf Neumanns Einwände. "Auch Linke haben Recht auf eine vernünftige Verteidigung, und die Leute von der Roten Hilfe finanzieren denen eine gute Verteidigung. Das finde ich gut", führte van Aken weiter aus. Damit mache man sich nicht die Tat zu eigen.

Ob die angeblich systematischen Probleme innerhalb der Linken die gewünschte Koalitionsbildung mit Grünen und SPD in Berlin ernsthaft gefährden, wird sich im Laufe der nächsten Tage und Wochen zeigen.

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Was mittelfristig auf Deutschland als Konsequenz aus der finanziellen und militärischen Unterstützung der Ukraine zukommen könnte, war Gegenstand des abschließenden Interviews, das Sandra Maischberger mit Frederik Pleitgen führte. Für den russischen Staat und seine Vertreter sei Deutschland "ein Riesendorn im Auge" und Bundeskanzler Friedrich Merz "mit die größte Hassfigur, die es gibt", berichtete der CNN-Korrespondent.

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Reporter rechnet mit weiteren Anschlägen in Deutschland

Das bilaterale Treffen zwischen Bundesaußenminister Johann Wadephul und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow bewertete Pleitgen vor diesem Hintergrund positiv. Der Journalist trat auch dem Eindruck entgegen, Lawrow habe der Begegnung und seinem deutschen Gegenüber keine große Bedeutung beigemessen.

"Wenn er ihn nicht ernst genommen hätte, hätte er sich nicht mit ihm getroffen", argumentierte der Journalist. Deutschland sei aufgrund seiner exponierten Rolle einerseits Zielscheibe, andererseits ein wichtiger Spieler.

Mit einzelnen feindlichen Aktionen hierzulande ist nach Pleitgens Worten weiterhin zu rechnen. "Ich gehe davon aus, dass so Sachen, wie sie in Leipzig passiert sind, weiter passieren werden", mutmaßte er und bezog sich damit auf den vereitelten Drohnenschlag am Flughafen Leipzig/Halle von Anfang August. Darauf müsse die Bevölkerung vorbereitet sein.