Matze Knop macht Weiterode great again – 300 Fans feiern ihn stehend
Stand: 29.09.2026, 14:00 Uhr
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Entertainer Matze Knop hat in Ellis Saal in Weiterode sein Programm „Spitzenreiter" gespielt. Ein neunjähriger Besucher aus Ronshausen setzte dabei sogar den Profi matt.
Weiterode – Mittendrin, statt nur dabei. Diese Kurzformel beschreibt am besten, wie man sich fühlt, wenn der großartige Entertainer Matze Knop einen Veranstaltungsraum aufmischt und ihn in begeisternder Art und Weise in eine Arena der Freude und der Zugewandtheit verwandelt. Am Samstagabend gelingt das dem Ostwestfalen aus Lippstadt in Ellis Saal in Weiterode zum zweiten Mal.

Sein neues Bühnenprogramm trägt den Titel „Spitzenreiter – wo wir sind, ist vorne“. Den dürfen die rund 300 Besucher und Besucherinnen nach dem filmischen Vorspann, in dem Knop auf seinem neuen „Pferdebuddy“ in den Wahnsinn des Alltags reitet und letztendlich auf der vielfach angestrahlten und mit einem Siegerpodest in Szene gesetzten Bühne ankommt, gleich mitsingen: „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!“ Natürlich dauert es nicht lange, bis er sich im Publikum erste Ansprechpartnerinnen sucht und mit ihnen schäkert. Diesmal sind es Gerlinde und Monika, die er verblüfft: „Wir haben die Show um euch herumgebaut!“ Ja, die Zeiten seien nicht mehr normal, unkt er. Auch in Lippstadt sei die Hauptpost geschlossen worden. So manch einer habe sich schon Brieftauben angeschafft. Und dann noch Donald Trump. Matze Knop gibt ihn perfekt: „It’s a great honour to be here. I will make Weiterode great again!“ Auch „unser Fritze“ muss dran glauben: „Wer hat ihn gewählt?“ Keine Hand erhebt sich: „Ja, keiner will’s gewesen sein!“ „Wir alle sollten uns wieder mehr entspannen, lockerer werden, mal was Verrücktes machen“, empfiehlt der Protagonist: „Lasst mal einen Furz, der ist biologisch abbaubar.“
Das Spiel der Fußball-Nationalmannschaft gegen die Niederlande bietet Knop Gelegenheit auf den „Not-Nagelsmann“ und auf „Kloppo“, der „mit all seinen 38 oben sitzenden Zähnen, die bei Villeroy & Boch als Kaffee-Service durchgehen könnten“, zu sprechen zu kommen. Filmisch taucht er als Luca Toni auf, was ihm an dieser Stelle – wie später auch an anderen Stellen des Programms – ermöglicht, immer wieder in neue Outfits zu schlüpfen und etwa als „Bester Mann“ noch einmal im Publikum zu schnuppern. Arno der Programmierer muss dran glauben: „Du musst dich mal umprogrammieren und lockerer werden.“ Und Regina die Rentnerin, die mal Buchhalterin war: „Das muss doch ganz schön anstrengend gewesen sein, den ganzen Tag das Buch zu halten.“ Und der neun Jahre alte Yannick Reske: „Gehst du noch zur Schule oder bist du schon Influencer?“ Mit seinen unbekümmerten Antworten und Fragen wird der Ronshäuser schnell zum Publikumsliebling und einmal setzt er sogar den großen Matze matt. Ausgesprochen kongenial reagiert auch der fast 92 Jahre alte ehemalige Lokführer Karl-Heinrich Sauerwein aus Friedlos, der die Schlagfertigkeit von Knop schätzt und beinhart feststellt: „Ich bin der Älteste. – Warum? – Weil kein Älterer da ist!“
So mancher im Publikum erkennt sich wieder, als der bei „River Boat“ als Talkmaster tätige Knop vom Teelichte- und Küchenkauf bei Ikea berichtet. Nach dem Aufbau steht die Küche bis ins Schlafzimmer. „Dann muss man eben einfach mal 30 Sekunden lächeln, dann schüttet der Körper Glückshormone aus. Das sollte man auch machen, wenn der Nachbar kommt, den man nicht leiden kann. Vielleicht läuft der dann vor den Bus.“
Nach diversen Parodien auf diverse Fußballer erscheint Knop in einer Art Priestergewand. Er segnet, lässt einen der sattsam bekannten, unsittsam ausgestalteten Messdienerwitze vom Stapel und stellt fest: „Fußball ist wie Religion. Die Schalke-04-Fans bekennen sich wieder.“ Charmant ordnet er sich als Womanizer ein, ganz im Gegensatz zu Traumschiff-Kapitän Florian Silbereisen, ein bisschen jedoch in Einklang mit Schwarzwaldklinik-Leiter Professor Brinkmann. Ja, früher war alles anders – und deshalb eine gute Gelegenheit, mit dem Publikum die Hits der 60er/70er/80er/90er zu zelebrieren und als Rainer der Flopper aufzutreten: „Wir sagen Dankeschön.“ Der fünfmal verheiratete Loddar darf da nicht fehlen, genau so wenig wie der für den Durchbruch von Matze Knop ausschlaggebende Kaiser Franz, der bei ihm ganz oben auf dem Siegertreppchen steht. Beim Publikum steht Matze ganz oben, mit stehenden Ovationen verlangt es die obligatorische Zugabe. Die serviert Matze als Supa Richie, der Mann mit den vielen Sprachfehlern, der auf dem Jahrmarkt arbeitet und dort unter anderem Lebkuchenherzen „verkäuft“. Nach einem grandiosen Abend stimmt er auch – nach der Melodie des Village-People-Hits „Y.M.C.A.“ – den von allen lautstark mitgesungenen Schlusssong an: „Wir käufen alle bei A.L.D.I.“ Und danach? Seinen Fans verpflichtet schreibt Matze Autogramme über Autogramme.
Info: Weitere Fotos zum Auftritt gibt es unter hna.de/rotenburg