Münchens ältestes Stadion ist „ein Stück Sportgeschichte“ – früher hielt es beeindruckende Rekorde


Stand: 15.08.2026, 17:00 Uhr

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Münchens ältestes Stadion ist für viele ein Fußballtempel. Früher war es eine der wichtigsten Sportstätten des Landes. Heute ist es die meistgenutzte.

Giesing – München verfügt über eine größere Zahl an historischen Sportstätten. Der Olympiapark im Norden der Stadt erinnert an die Spiele von 1972. Das älteste Stadion der Isar-Metropole liegt aber an deren anderem Ende. Früher galt es als eine der bedeutendsten Sportstätten in Deutschland.

Das Grünwalder Stadion in München.

Das Grünwalder Stadion ist Münchens ältestes Stadion. © IMAGO / Ulrich Wagner

Grünwalder Stadion ist ältestes Stadion in München – Eröffnung war 1911

Um welches es sich hier handelt, werden Löwenfans bereits wissen: Das Grünwalder Stadion gibt es bereits seit 115 Jahren. Die Eröffnung fand im Jahr 1911 statt, damals noch unter dem Namen „TV 1860-Stadion“. 1922 kauften die Sechzger das Gelände für 700.000 Reichsmark. Drei Jahre später wurden die Tribünen abgerissen und eine überdachte Sitztribüne für 1.600 Besucher sowie eine Stehhalle mit 25.000 Plätzen neu gebaut. Dadurch hatten rund 35.000 Besucher im Stadion Platz. Es war damit die größte Arena Süddeutschlands. Die Haupttribüne an der Volckmerstraße ist in ihrer Grundform heute noch erhalten.

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Als gebürtiger Untergiesinger – der auch immer noch im Viertel lebt – durfte ich die Vorzüge und den Charme des Münchner Südostens jahrzehntelang aus nächster Nähe erleben und lieben lernen. Für tz.de berichte ich über die Themen, die München und Münchner bewegen. Umso mehr freue ich mich, für Sie künftig die aktuellen Entwicklungen aus Ihrem (und meinem) Teil der Stadt im Newsletter „München-Südost“ zusammenzufassen und erklären zu können, was bei Ihnen (und bei mir) vor der Haustür stattfindet.

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Benedikt Strobach

Benedikt Strobach ist Redakteur bei tz.de und merkur.de. © privat

1937 musste der TSV 1860 das Stadion aufgrund einer finanziellen Notlage an die Stadt München verkaufen. Nach Angaben des Vereins „Freunde des Sechz’ger Stadions“ erhielten die Löwen damals 357.560 Reichsmark dafür. Seitdem befindet sich das Grünwalder im Besitz der Landeshauptstadt und wird an die Fußballvereine für Spiele vermietet.

Über 58.000 Zuschauer: Rekordspiel im Grünwalder Stadion im Jahr 1948 – auch FC Bayern spielte hier

Bombenangriffe zerstörten 1943 weite Teile des Stadions. In den nachfolgenden Jahren wurde es immer weiter ausgebaut. 1948 stellte die legendäre Sportstätte ihren bisherigen Zuschauerrekord auf: Laut Stadt München sahen mehr als 58.000 Fans das Derby 1860 gegen 1. FC Nürnberg im Grünwalder Stadion. Ursprünglich wurde im Stadion nicht nur Fußball gespielt. Bis 1958 wurden hier auch Feldhandball- und Leichtathletik-Wettkämpfe ausgetragen. Seit dem Rückbau der Aschenbahn ist das „Grünwalder“ aber ein reines Fußballstadion.

Zwar ist das „Städtische Stadion an der Grünwalder Straße“ heute die unangefochtene Heimat des TSV 1860. Doch von 1925 bis zum Umzug ins Olympiastadion 1972 trug auch der FC Bayern seine Heimspiele hier aus. Die Löwen pendelten hingegen ab den 70er-Jahren immer wieder zwischen Giesing und dem Olympiapark. Zwischenzeitlich gab es auch das kurze Intermezzo in der Allianz Arena. 2017 kehrten sie aber endgültig in das „Grünwalder“ zurück.

Grünwalder Stadion in München galt als meistgenutztes Stadion in Deutschland

Spuren der bewegten Geschichte des Stadions sind auch heute noch sichtbar: Joachim Bertholds Relief von sporttreibenden Menschen an der Fassade der Osttribüne aus dem Jahr 1958 oder der prominente Schriftzug „Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße“ aus den 1980er Jahren. Auch die Anzeigetafel, an der noch manuell die Ziffern umgeklappt werden, lässt das Herz von Fußball-Nostalgikern höher schlagen. Einen anderen Rekord hielt das Stadion auch. Mit bis zu 80 Spielen pro Jahr galt es als meistgenutztes Stadion Deutschlands, da zeitgleich mehrere Jugend-, Frauen- und Amateurmannschaften dort spielten.

Heute fasst das „Grünwalder“ 15.000 Zuschauer. Es mag schon länger nicht mehr das größte Stadion der Stadt sein. Das muss es aber auch nicht sein, um von der Lautsärke her zu beeindrucken: Wer an einem Heimspieltag in Giesing unterwegs ist, hört die Fans im gesamten Viertel. Nicht umsonst bezeichnet die Stadt München das „Grünwalder“ als „ein Stück Sportgeschichte“. (Quellen: Stadt München, Verein „Freunde des Sechz’ger Stadions“, eigene Recherche) (bes)