Nach 15 Jahren: Altomünster darf Hochwasserrückhaltebecken bauen
Stand: 03.08.2026, 17:39 Uhr
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Die Gemeinde Altomünster hat die wasserrechtliche Genehmigung für den Bau des Hochwasserrückhaltebeckens 2 erhalten. Die Erdarbeiten sollen im Frühjahr 2027 beginnen – bei Bruttobaukosten von 3,6 Millionen Euro.
Altomünster – Nach Jahren des Wartens, Diskutierens, Hoffens und Leidens liegt der Gemeinde Altomünster nun endlich die wasserrechtliche Genehmigung für den Bau des Hochwasserrückhaltebeckens 2 (HRB 2) am Halmsrieder Bach vor. „Das heißt, wir dürfen jetzt ausschreiben“, so Bürgermeister Michael Reiter in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Nach dem zugesicherten vorgezogenen Maßnahmenbeginn – voraussichtlich im September – sei die Vergabe im Oktober möglich „und der Bau könnte starten.“ Der Förderantrag wird bereits ausgearbeitet.

Zugleich legte die Verwaltung dem Marktgemeinderat eine Zeittafel vor. So früh wie möglich wolle man im Frühjahr 2027 mit den Erdarbeiten beginnen. Das hänge jedoch auch von der Witterung ab, gab Geschäftsleiter Christian Richter zu bedenken. Fertigstellung und das Anlegen von Ausgleichsflächen seien dann für Oktober 2027 geplant. Bürgermeister Reiter machte deutlich, dass „es gewaltige Ausmaße angenommen habe, welche bürokratischen Hürden genommen werden müssen und welch hohe Anforderungen seitens des Naturschutzes zu beachten“ seien.
Die Verwaltung rechnete im Herbst 2024 mit Bruttobaukosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro – einschließlich Nebenkosten, ohne den bereits getätigten, jedoch schwierigen und langwierigen Grunderwerb. Die Aktualisierung dieser Kosten sei bereits angestoßen. Der Gemeindechef gab zu bedenken, dass es eben nicht damit getan sei, „zu graben und einen Erdwall hinzukippen“, sondern dass unter anderem immer wieder verdichtet werden müsse und viele andere Arbeiten damit verbunden seien.
Gemeinde wird in Vorleistung gehen
Grundsätzlich könne die Gemeinde eine Förderung von 50 Prozent der förderfähigen Kosten erwarten, hieß es in der Sitzung. Bis zum Vorliegen eines Förderbescheids liege jedoch das volle Finanzierungsrisiko beim Markt Altomünster. „Aber es muss etwas gemacht werden. Wir können nicht auf die Zuschüsse warten und dann erst anfangen“, betonte Reiter. Ähnlich sah es der dritte Bürgermeister Josef Riedlberger: „Ich gehe auch davon aus, dass wir in Vorleistung gehen.“
Damit scheint sich die nahezu unendliche Geschichte einem guten Ende zuzuneigen. Immer wieder hat es in Altomünster Hochwasser-Ereignisse gegeben, und seit mindestens 15 Jahren wird über das Hochwasserrückhaltebecken diskutiert. Ein Haken war stets der Grunderwerb. In der Gemeinderatssitzung im September 2013 beklagte dies bereits der damalige Bürgermeister und heutiger Ehrenbürger Konrad Wagner. Den damals vom Hochwasser im Juni 2013 geplagten Betroffenen schickte er jedoch ein Zeichen der Hoffnung: „Die Verhandlungen laufen inzwischen“, gab er in der Sitzung bekannt.
2014 hatte das Gremium drei Varianten auf dem Tisch und entschied sich für jene, die einen Damm rund 400 Meter vor dem Ortseingang an der Straße nach Halmsried vorsieht. Das Problem: Durch das Dammbauwerk mit einer Höhe von 3,50 Metern wäre eine Überbauung der Halmsrieder Straße und somit eine Verlegung der Straße nötig. Die Geländefrage blieb lange ungelöst. 2019 waren jedoch zumindest die ersten Grundstückskäufe gesichert.
Vor sechs Jahren Antrag eingereicht
Vor rund sechs Jahren reichte die Gemeinde dann den offiziellen Antrag für das wasserrechtliche Verfahren ein. In der Coronazeit beklagte Bürgermeister Reiter unter anderem immer wieder wechselnde Zuständigkeiten in den Behörden.
Nach erneuten schweren Überflutungen im Mai und Juni 2024 geriet das Thema infolge von Bürgerprotesten und Dringlichkeitsappellen wieder stark in den Fokus der lokalen Öffentlichkeit. Nach einem intensiven Austausch im Landratsamt Freising über den Hochwasserschutz teilte Reiter dem Wasserwirtschaftsamt im Sommer 2024 mit, dass diese Situation angesichts der erneut entstandenen Schäden untragbar sei. Daraufhin sei zumindest ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn für ein Sturzflut-Risikomanagement in Aussicht gestellt worden.
Im November 2024 sprach sich der Gemeinderat schließlich einstimmig für den „schnellstmöglichen“ Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens am Halmsrieder Bach zwischen Halmsried und Altomünster aus. Es soll 34 000 Kubikmeter Wasser fassen.
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