Nach 15 Jahren des Wartens: Am 2. November kommt die neue Schwedlerbrücke
Stand: 15.07.2026, 06:00 Uhr
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Der Bau der neuen Schwedlerbrücke zwischen Bornheim und dem Frankfurter Ostend liegt derzeit im Zeitplan. Für den entscheidenden Moment ist eine Sperrpause im Bahnbetrieb nötig.
Ostend – Kaum jemand dürfte geahnt haben, wie lange diese Verbindung unterbrochen sein würde, als die Schwedlerbrücke im Jahr 2011 gesperrt wurde: wegen sicherheitsrelevanter Mängel, wie es damals hieß. 2016 wurden Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs vorgestellt, verbunden mit der Ankündigung, im Jahre 2018 solle mit den Arbeiten begonnen werden. Daraus wurde bekanntlich nichts.
Platz für Gastronomie
Immerhin, der Architektenwettbewerb wurde nicht vergeblich durchgeführt. Denn der sah vor, im nördlichen Brückenkopf Gastronomie unterzubringen. Genau dies werde auch umgesetzt, so Wiebke Lang, Sprecherin des Amts für Straßenbau und Erschließung, auf Anfrage. Und: Der Startschuss für die Arbeiten sei gefallen.
Die Öffentlichkeit bekommt davon nicht ganz so viel mit wie bei anderen Baustellen, denn es kommt derzeit zu keinerlei Behinderungen des Straßenverkehrs. Sondern der Brückenkopf entsteht dort, wo sein Vorgänger stand, ganz am westlichen Ende des Ostparks. Die Fußwege in der unmittelbaren Umgebung sind mit Bretterzäunen gesichert. Mehr bekommt die Öffentlichkeit nicht mit. Zudem reiht sich die Baustelle ein in mehrere Projekte zwischen der Ostparkstraße und den Bahngleisen.
Gleichwohl ist das Projekt wichtig. Wer aus Bornheim mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Osthafen möchte oder in die angrenzenden Gewerbequartiere, für den war die Schwedlerbrücke über die Bahngleise früher eine schnelle Verbindung. Seit ihrer Sperrung sind lange Umwege fällig. Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert sprach im vergangenen Oktober sogar davon, der Stadtteil sei in zwei Teile gespalten. Im Jahr 2028 soll dies der Vergangenheit angehören.
Und die Arbeiten liegen bisher im Zeitplan, versichert Dezernatssprecherin Lang. Im Herbst begannen die Arbeiten mit dem Abbruch des nördlichen Brückenkopfes, der im Ostpark lange an die einstige Brücke erinnerte. Dann wurde die Bohrpfahlgründung für den neuen Brückenkopf gebaut – das ist eine Art Fundament. Nächster Schritt war die Herstellung der Bodenplatte aus Beton.
Und seitdem geht es in die Höhe. Laut ist zu hören, wie Bretter für die Verschalungen der Betonteile gesägt werden. Die Baustelle präsentiert sich als unübersichtliches Gerüst von Verschalungen, Gerüsten und Kränen. Ende Juli soll das neue Widerlager, wie die Brückenbauer sagen, fertig sein. Danach sind die Stahlbauer am Zug, die ersten Stahlteile für den neuen Überbau werden im Hochsommer herangeschafft.
Überraschungen auf der Baustelle seien bisher ausgeblieben, berichtet Lang. Das ist eine gute Nachricht, denn es sind oft unvorhergesehene Dinge, die ein solches Projekt verzögern. Ein großer Risikofaktor ist aber die Ausschreibung für den zweiten, den südlichen Teil der Brücke. Das soll im Herbst passieren.
Erst im dritten Anlauf
Was das heißen kann, wurde bereits beim nördlichen Teil sichtbar. Bei zwei ersten Ausschreibungen gab es keine brauchbaren Angebote. Erst die dritte Ausschreibung brachte den Erfolg, nachdem das Projekt in zwei Teile aufgeteilt worden war. Diese gleichzeitig auszuschreiben wäre wenig sinnvoll gewesen, so Lang. Die Platzverhältnisse auf der Baustelle verlangen, dass erst der eine und dann der andere Teil gebaut wird.
Spannend wird es am 2. November dieses Jahres, denn ab diesem Tag wird der Überbau auf die zuvor fertiggestellten Pfeiler gehoben. Das Datum musste lange vorher festgelegt werden, denn notwendig ist eine Sperrpause für den Bahnbetrieb, und das muss sehr langfristig angemeldet werden. Umgekehrt entsteht aus dieser Festlegung jetzt der Druck, rechtzeitig mit den Vorbereitungen fertig zu werden.
Und dann sind da noch die Kosten. Mit 18 Millionen wurden sie beziffert, das war aber im Jahre 2022. Die Kostensteigerungen seither lassen vermuten, dass es teurer wird. Genaueres lasse sich aber erst nach der zweiten Ausschreibung sagen, so Lang. Bis zu 10 Millionen Euro sollen vom Land kommen, drei Millionen Euro von der Bahn.
Gedacht für Hafen- und Bahnarbeiter
Wenn alles klappt wie geplant, bekommt die Stadt eine wichtige historische Verbindung zurück. Gebaut wurde sie zwischen 1907 und 1909 von der Preußischen Staatseisenbahn und der Stadt Frankfurt, vor allem für die Hafen- und Bahnarbeiter, die im Ostend wohnten. Später wurde sie willkommene Verbindung auch für die Anwohner zwischen Hanauer Landstraße und Ostpark. Benannt wurde sie übrigens nach dem Frankfurter Stadtbaumeister Carl Schwedler.