Nach EM-Gold: Rassismus gegen HSV-Star Ansah
Sportmix
Owen Ansah ist nach seinem sensationellen EM-Coup über 200 Meter rassistisch angefeindet worden. Auch der HSV reagiert darauf.
Was für ein Rennen! Drei Tage nach seinem Bronze-Lauf über 100 Meter steigt der gebürtige Hamburger Owen Ansah zudem zum ersten deutschen Europameister über 200 Meter seit 44 Jahren auf. Doch der sensationelle Erfolg des HSV-Sprinters wird nicht nur von der drohenden Doping-Sperre getrübt. Im Netz gibt es erneut massenhaft schlimme rassistische Kommentare gegen den EM-Helden, auf die auch der HSV deutlich reagiert.
Owen Ansah strahlte. Nach seinem spektakulären Sturmlauf zu EM-Gold sprudelte es nur so aus ihrem heraus. Weiter Medaillen gewinnen, auch bei Weltmeisterschaften, die 200 Meter regulär unter 20 Sekunden laufen, immer besser werden - Ansah hat viel vor in der Zukunft. Aber „über negative Sachen“ wollte der neue Europameister im Moment seines größten Erfolges nicht sprechen.
Owen Ansah zu Doping-Vorwürfen: „Das ist ein laufendes Verfahren“
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Dabei könnte Ansah seinen 200-m-Titel und auch die Bronzemedaille über die 100 m ja wieder verlieren, schließlich fordert die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) bekanntlich eine Sperre von vier Jahren für den Hamburger wegen einer nicht zustande gekommenen Dopingprobe. „Das ist ein laufendes Verfahren“, sagte Ansah: „Ich bitte, dies auch jetzt wieder zu respektieren.“
An Respekt mangelt es derweil den Internet-Schreibern komplett, die Ansah abermals wegen seiner Hautfarbe rassistisch ins Visier nahmen. Die Kommentare sind teils kaum zu ertragen.
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Laura Ludwig vom HSV reagiert aus Rassismus-Attacken gegen Ansah
HSV-Vize-Präsidentin und Beachvolleyball-Ikone Laura Ludwig reagierte mit deutlichen Worten: „Rassismus ist keine Meinung. Er ist Menschenfeindlichkeit. Die Kommentare (…) machen mich wütend und betroffen. Niemand darf wegen seiner Hautfarbe angefeindet oder herabgewürdigt werden, weder im Sport noch im Alltag. Als HSV stehen wir an der Seite von Owen und allen Menschen, die Rassismus erfahren (…).“
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Rassismus ist keine Meinung. ❌
Wir wünschen allen DLV-Athlet:innen weiterhin viel Erfolg bei den laufenden Europameisterschaften in Birmingham. ✊
— HSV e.V. (@hsv_ev) 14. August 2026
#nurderHSV pic.twitter.com/q9tdB3XRAC
Das juristische Hickhack könnte sich derweil womöglich noch lange hinziehen, doch das versucht Ansah auszublenden. Ebenso die schlimmen rassistischen Attacken im Netz. Der 25-Jährige konzentriert sich lieber „auf die Sachen, die ich beeinflussen kann, die lassen mich schnell rennen.“ Und wie.
Am Freitagabend rannte er allen davon, elegant und kraftvoll stürmte er ins Ziel. 19,95 Sekunden, erstmals unter 20 Sekunden. Allerdings wehte der Wind etwas zu stark, sodass die Zeit nicht als deutscher Rekord anerkannt wird.
Ansah will für Deutschland WM-Medaillen gewinnen
Deutschland braucht weltweit Medaillen und dafür bin ich da, um dies zu tun.
Owen Ansah
Die Traummarke auch unter regulären Bedingungen zu knacken, ist nun eines der großen Ziele von Ansah. „Ich glaube, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich dies hinbekomme“, sagte der Sportsoldat aus Hamburg, der es nun auch mit der ganz großen Konkurrenz um 100-m-Olympiasieger Noah Lyles (USA) aufnehmen will.
Medaillen bei Weltmeisterschaften sind „das Ziel. Ich trainiere ja nicht nur für mich. Ich trainiere ja auch für Deutschland“, sagte Ansah: „Deutschland braucht weltweit Medaillen und dafür bin ich da, um dies zu tun.“ (mit Material des sid)