FC Vaduz: Erfolgreich in der Super League, aber kein Meistertitel möglich


Publiziert26. Juli 2026, 11:43

Meister als AufsteigerNach Thuner Sensation: Ein Vaduzer Märchen wirds nicht geben

Liechtenstein ist mit dem FC Vaduz wieder in der höchsten Schweizer Spielklasse vertreten. Eine Uefa-Regel verhindert nun aber ein allfälliges Aufstiegs-Meister-Märchen.

Nino Vinzens

Darum gehts

Es war eines der ganz grossen Märchen im europäischen Fussball in der letzten Saison. Aufsteiger Thun wurde sensationell Schweizer Meister – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte. Nun nimmt der FC Vaduz die Rolle des Aufsteigers ein.

Dass der Club aus dem Ländle am Ende ganz oben steht, ist dann doch noch eine Portion unwahrscheinlicher als bei den Berner Oberländern. Ohnehin, der FC Vaduz dürfte gar nicht Schweizer Meister werden.

Vereinbarung zwischen SFV und Uefa

Alle sieben Fussballclubs aus Liechtenstein sind im Schweizer Ligasystem integriert. Das sind eben der FC Vaduz, der FC Balzers, die USV Eschen-Mauren, der FC Triesen, der FC Schaan, der FC Ruggell und der FC Triesenberg.

Den Schweizer Meisterpokal wird der FC Vaduz nie in den Händen halten.

Den Schweizer Meisterpokal wird der FC Vaduz nie in den Händen halten.Zamir Loshi/freshfocus

Ihre Auswärtspartien absolvieren sie praktisch immer auf der anderen Seite des Rheins. Dies, obwohl Liechtenstein einen eigenen Fussballverband (LFV) hat. Dank einer Vereinbarung zwischen dem Schweizerischen Fussballverband und der Uefa dürfen die Clubs in unseren Ligen mitkicken.

In dieser Regelung ist allerdings auch festgehalten, dass kein Verein aus Liechtenstein offiziell Schweizer Meister werden kann – auch wenn er die Super League auf Platz 1 abschliessen sollte.

Falls der FC Vaduz am Ende der Saison 2026/2027 tatsächlich die Tabelle anführen sollte, würde der Schweizer Meistertitel inklusive Pokal an den Zweitplatzierten gehen. Die Super League hätte man zwar gewonnen, Schweizer Meister wäre man trotzdem nicht.

Vaduz dank Cupsieg international

So können sich die Ländle-Clubs auch nicht über die Super League für europäische Wettbewerbe qualifizieren. Dafür gibt es den Liechtensteiner Cup. Der Sieger dieses Turniers steht in der zweiten Runde der Qualifikation für die Europa League.

Der FC Vaduz ist Rekordsieger des heimischen Cups. Ganze 52-mal gewann man den Wettbewerb schon. Von den letzten 30 Austragungen gewann der FCV ganze 28-mal. Nur 2012 und 1997 musste man sich der USV Eschen-Mauren und dem FC Balzers beugen.

Ist in der Super League, um zu bleiben: FCV-Coach Marc Schneider.

Ist in der Super League, um zu bleiben: FCV-Coach Marc Schneider.Michael Zanghellini/freshfocus

Auch 2026 ging der Cup an die Elf von Cheftrainer Marc Schneider. Nun spielt man in der zweiten Runde der Conference-League-Qualifikation gegen Atlètic Escaldes aus Andorra. Das Hinspiel im Rheinpark Stadion gewannen die Liechtensteiner souverän mit 4:0. Das Rückspiel findet am Donnerstagnachmittag im Kleinstaat in den Pyrenäen statt.

Bevor man den Fokus auf das internationale Duell richtet, steht zuerst noch der Auftakt in die Super-League-Saison an. Am Sonntagnachmittag trifft Vaduz auswärts auf den FC Lugano.

Nino Vinzens

Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise verteilt sich hauptsächlich auf die Sportarten Fussball, Ski Alpin und Eishockey.

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