Neuer ukrainischer Vorwurf: SpaceX soll Starlink-Nutzung eingeschränkt haben


Unangekündigte Einschränkungen

Neuer ukrainischer Vorwurf: SpaceX soll Starlink-Nutzung eingeschränkt haben

Polens Außenminister an Musk: "Spielt du mal wieder Politik?"

Das Umfeld des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat dem Betreiber des amerikanischen Satelliteninternetsystems Starlink vorgeworfen, die für die Armee wichtigen Dienste zu drosseln. "Aktuell betreffen die Einschränkungen das "Militärpaket" der Dienste von StarShield; sie wurden auf eine Geschwindigkeit von 100 Meilen (160 Kilometer) pro Stunde begrenzt", teilte Präsidentenberater Serhij Beskrestnow auf sozialen Netzwerken mit.

Die Betreiberfirma SpaceX habe das ukrainische Militär nicht über die Drosselung informiert. "Das hat zum Scheitern von einigen Missionen geführt", schrieb Beskrestnow. Er führte das Limit auf die "aktuelle politische Situation" zurück. Zuvor hatte bereits der Ex-Berater im Verteidigungsministerium, Serhij Sternenko, auf die Einschränkungen hingewiesen. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht dafür.

Ein Starlink-Satelliteninternet-System mit einem leicht beschädigten, fleckigen Gehäuse ist auf einer verschneiten und grasbewachsenen Fläche in der Nähe der Frontstadt Pokrowsk in der Region Donezk, Ukraine, aufgestellt.
Ein Starlink-Terminal im Einsatz der Ukraine im April 2025.

Geschwindigkeitslimit

Das ukrainische Militär nutzt das Satelliteninternet unter anderem, um Drohnen bei ihrem Zielanflug fernzusteuern. Diese fliegen in der Regel schneller als 160 Kilometer pro Stunde. Bei gedrosselter Geschwindigkeit der Satellitenverbindung könnte die Verbindung zur Drohne ausfallen.

Selenskyj hatte zuletzt darauf gedrungen, den Einsatz von Starlink-Verbindungen für die ukrainische Armee über russischem Territorium freizugeben. Bisher sind die Internetdienste von Starlink nur über ukrainischem Gebiet freigeschaltet.

Polens Außenminister an Musk: "Spielt du mal wieder Politik?"

Auch im Nachbarland Polen verfolgt die Regierung die Entwicklung mit Sorge und Verärgerung. "Hey, Elon Musk, großer Mann, spielst du mal wieder Politik mit deinen Produkten?" schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski auf X. "Als deine europäischen Kunden haben wir dich im Blick."

Bereits im März 2025 war Sikorski mit dem Tech-Milliardär in einen Streit geraten, nachdem Musk behauptet hatte, dass die Ukraine ohne Starlink im Krieg gegen Russland bereits verloren hätte. Als Sikorski entgegnete, Polen zahle umgerechnet rund 44 Millionen Euro jährlich für die Starlink-Kapazitäten der Ukraine, beschimpfte Musk ihn als "kleinen Mann".

Hintergrund für die Drosselung könnten seit langem stockende US-Vermittlungen zwischen der Ukraine und Russland sein. Medienberichten zufolge hatte Washington zuletzt auch angedroht, die Weitergabe von militärischen Aufklärungsdaten zu stoppen, falls Kiew nicht kompromissbereiter werde. Selenskyj hat den USA am Dienstag mehrfach vorgeworfen, Kyjiw nicht rechtzeitig vor russischen ballistischen Raketenangriffen zu warnen. Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe seit Februar 2022 gegen eine großangelegte russische Invasion. (APA, 14.10.2026)

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