Neues Naherholungsgebiet in Meineringhausen eröffnet: 400 Besucher feiern bis Mitternacht


Stand: 27.07.2026, 17:38 Uhr

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Organisatoren, Sponsoren, Unterstützer und fleißige Helfer sind stolz auf das neue Naherholungsgebiet im Stöcker.

Organisatoren, Sponsoren, Unterstützer und fleißige Helfer sind stolz auf das neue Naherholungsgebiet im Stöcker. © pr

In Meineringhausen ist ein Naherholungsgebiet eingeweiht worden, das Hochwasserschutz mit Renaturierung der Walme verbindet. Die Blaskapelle „Volle Kanne Blasmusik" marschierte überraschend am späten Abend auf.

Korbach-Meineringhausen – Besser hätte die Premiere kaum gelingen können: Rund 400 Besucher, ausgelassene Stimmung, Blasmusik bis in die Nacht und ein außergewöhnlicher Mondaufgang über dem Stöcker begleiteten die Einweihung eines neuen Naherholungsgebietes. Was gefeiert wurde, ist jedoch weit mehr als ein neuer Treffpunkt – das Projekt verbindet Renaturierung der Walme mit modernem Hochwasserschutz.

„Also, das war wirklich ein tolles Fest, einmalig. Vom frühen Nachmittag bis spät in die Nacht war der neu hergerichtete Platz im Stöcker Treffpunkt der Meineringhäuser und vieler Gäste aus den Nachbarorten. Völlig überraschend marschierte am späten Abend die Gruppe ‚Volle Kanne Blasmusik‘ auf den Platz und sorgte mit stimmungsvoller Musik für beste Laune.“ Ortsvorsteher Friedhelm Schmidt ist auch am nächsten Morgen noch begeistert. „Der Platz war mit rund 400 Menschen durchgehend gut besucht. Ob man sich kannte oder nicht, alle waren nett und freundlich miteinander. Der Imbisswagen musste mehrmals Nachschub holen. Und die Romantiker genossen bis weit nach Mitternacht den Blick auf den roten Mond über dem Stöcker. Es war spitze, mehr als perfekt.“

Gefeiert wurde ein Projekt, das gemeinsam mit der Stadt Korbach und mit Unterstützung des Landes Hessen umgesetzt wurde und künftig Hochwasser der Walme im Bereich Unterborn verhindern soll. Zugleich bot sich die Möglichkeit, die notwendige Renaturierung des Gewässers in das Förderprogramm zu integrieren.

Iris König und Luca Bräuer vom Fachbereich Bauen und Umwelt der Stadt Korbach erläuterten die vorgenommenen Arbeiten. Man habe der Eigendynamik des Wassers wieder Raum gegeben, Barrieren entfernt, Böschungen abgeflacht, angrenzende Flächen angebunden und in regelmäßigen Abständen kleine Rückhaltebecken ausgebaggert. Zudem werde das Projekt noch einige Zeit mit begleitenden Maßnahmen unterstützt.

Noch kann die Walme nicht beweisen, dass sie die neuen Fließmöglichkeiten tatsächlich annimmt. Bachlauf und Rückhaltebecken sind derzeit trocken, und es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis hier wieder ausreichend Wasser fließt.

Die Hütte am Beginn des Feldweges im Stöcker musste allerdings einer großen Fläche für den Hochwasserschutz weichen. So entstand quasi nebenbei der neue Platz mit dem Doppelnamen „Stöckerblick – Möbel-Kreis-Platz“, der an den engagierten Einsatz der Helfer des Dorfvereins und den großzügigen Sponsor erinnert.

Eine schicke überdachte Sitzmöglichkeit, ein Liegestuhl und vor allem der weite Blick über den Stöcker – künftig vielleicht begleitet vom beruhigenden Plätschern der Walme – werden den Platz sicher zu einem beliebten Treffpunkt machen.

Viel Aufmerksamkeit erhielt an diesem Nachmittag auch das Team der Wildtierrettung Korbach-Lichtenfels, das seine Rehkitzrettung mit Drohnentechnik vorstellte. Auf rund 400 Flächen fanden die Helfer in diesem Jahr in enger Abstimmung mit den Landwirten 132 Kitze. Diese überlebten dadurch die Erntezeit und wurden anschließend wieder von ihren Müttern aufgenommen.

„Wir sind in unserer Region noch ein relativ junger Verein“, erklärt Timo Blecher, einer der Mitbegründer. „Es hat sich aber schnell herumgesprochen, dass wir mit unseren Drohnen eine hohe Erfolgsquote haben. Wir freuen uns, dass Landwirte und Jagdpächter uns so aktiv unterstützen.“

Die Blaskapelle „Dorfmusikanten Somplar“ stimmte zum Abschluss des offiziellen Teils auf einen unterhaltsamen Abend ein, der mit den Überraschungsgästen noch einmal richtig Fahrt aufnahm. Keine Lightshow hätte an diesem Abend den sogenannten Bockmond ersetzen können, der kurz vor dem Vollmond in goldorangenen Farben über dem Platz stand und ihn erleuchtete.

„Es war einmalig, wie alles gepasst hat. Wir werden dieses Fest sicher nicht vergessen“, sagt Friedhelm Schmidt. Er ist nicht nur als Ortsvorsteher, sondern auch als Vorsitzender des Dorfvereins stolz auf Meineringhausen und mahnt dennoch: „Der Platz hier ist trotz des tollen Festes keine Feierfläche. Mit seinem freien Blick in die Natur soll er ein Ort der Ruhe sein, ein Platz für nette Gespräche und Entspannung.“

Wenn das gelingt, werden im kommenden Jahr vielleicht auch endlich die lange erwarteten Störche ihr Nest an der neuen Walme beziehen. (Barbara Liese)