Große Studie enthüllt: Vitamin-B12-Mangel des Vaters kann Fehlbildungsrisiko erhöhen


Nicht nur die Mutter zählt: Väter beeinflussen Fehlbildungsrisiko durch Vitamin-B12-Status

Stand: 03.09.2026, 07:00 Uhr

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Die Vitamin‑B12‑Versorgung beider Eltern vor der Zeugung könnte das Risiko für Fehlbildungen beim Baby beeinflussen.

Shanghai – Vitamin B12 steckt in Geflügel, Fleisch, Fisch und Milchprodukten und hilft dem Körper, gesunde Nervenzellen zu bilden und zu erhalten. Außerdem benötigt der Organismus das Vitamin für die Bildung roter Blutkörperchen sowie der DNA und ist damit an zentralen Prozessen des Wachstums und der Regeneration beteiligt.

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Dieser Artikel von Marta Iraola Iribarren entstand in Kooperation mit Euronews

Eine neue Studie der Fudan-Universität in China zeigt: Je höher der Vitamin-B12-Spiegel von Männern und Frauen vor der Empfängnis, desto geringer ist das Risiko für Fehlbildungen bei Neugeborenen. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass diese Ergebnisse die Bedeutung der Ernährung beider Elternteile vor der Empfängnis und in der frühen Schwangerschaft unterstreichen.

Schwangere Frau beim Arzt

Die Vitamin‑B12‑Versorgung beider Eltern vor der Zeugung könnte das Risiko für Fehlbildungen beim Baby beeinflussen. © picture alliance/dpa | Annette Riedl

Bei den Müttern sank das Risiko für Fehlbildungen, je höher ihr Vitamin-B12-Spiegel lag, und der Zusammenhang blieb über den gesamten Messbereich hinweg bestehen. Bei den Vätern ging das Risiko zunächst deutlich zurück, stabilisierte sich jedoch, sobald sie einen mäßig hohen Vitaminspiegel erreicht hatten, sodass zusätzliche Steigerungen kaum weitere Vorteile brachten.

Rolle des Vitaminstatus von Mutter und Vater

Aus Sicht der Forschenden machen die Ergebnisse deutlich, was frühere Arbeiten übersehen haben: Ein Vitamin-B12-Mangel des Vaters rund um die Empfängnis kann das Fehlbildungsrisiko ebenfalls beeinflussen und sollte daher stärker in Präventionsstrategien einbezogen werden. Damit rückt die gesundheitliche Vorbereitung beider Elternteile in den Fokus, nicht nur die der werdenden Mutter.

Die Studie, veröffentlicht im Fachjournal Annals of Internal Medicine, umfasste mehr als 3.000 Paare, die innerhalb von vier Monaten vor der Empfängnis Blutproben abgaben, sowie 17.765 Frauen, deren Blut bis zum vierten Schwangerschaftsmonat oder früher untersucht wurde. Auf diese Weise konnten sowohl die Phase unmittelbar vor der Zeugung als auch der frühe Verlauf der Schwangerschaft wissenschaftlich erfasst werden.

Auswertung von Vitaminspiegeln und Fehlbildungsrisiko

Das Team maß die Spiegel von Vitamin B12 und B9 (Folat) und untersuchte, wie diese Werte mit Fehlbildungen bei Lebendgeburten, Totgeburten und Schwangerschaften zusammenhängen, die wegen fetaler Auffälligkeiten beendet wurden. Dabei berücksichtigten die Forschenden unterschiedliche Einflussfaktoren, um möglichst verlässliche Zusammenhänge zwischen Nährstoffstatus und Risiko zu erkennen.

Bei den Müttern fiel die berechnete Häufigkeit von Fehlbildungen von 49,6 auf 16,2 Fälle pro 1.000 Schwangerschaften, wenn man die niedrigsten mit den höchsten Vitamin-B12-Werten vergleicht. Bei den Vätern zeigte sich ein ähnlicher, wenngleich schwächerer Effekt, was darauf hindeutet, dass der väterliche Vitaminstatus zwar relevant ist, der Einfluss der Mutter jedoch stärker zu sein scheint.

Längerfristige Vorteile für Kinder

Mütter mit ausreichend Vitamin B9 in den roten Blutkörperchen zu Beginn der Schwangerschaft hatten ebenfalls eine niedrigere vorausberechnete Fehlbildungsrate, was die bekannte Bedeutung von Folat für die frühe kindliche Entwicklung bestätigt. Beide Vitamine wirken in zentralen Stoffwechselwegen zusammen, etwa bei der Zellteilung und der Entwicklung des Nervensystems.

Frühere Studien weisen zudem auf Vorteile im späteren Leben für Kinder hin, deren Mütter in der Schwangerschaft gut mit Vitamin B12 versorgt waren. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026, die 22 Studien auswertete, kam zu dem Schluss, dass ein ausreichender Vitamin-B12-Status der Mutter durchweg mit besseren Sprachfähigkeiten, einem besseren Gedächtnis und einer besseren kognitiven Leistung der Kinder verbunden ist.