Norwegens Staatsfonds plant massiven Abbau von US-Staatsanleihen | cash


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Der weltgrösste Staatsfonds aus Norwegen will seine Anlagen in US-Staatsanleihen abbauen.

04.09.2026   13:21

Nicolai Tangen ist Chef der norwegischen Staatsfonds.

Nicolai Tangen ist Chef der norwegischen Staatsfonds.

Quelle: imago/NTB

Mit der umfassenden Neuausrichtung des Portfolios sollen die Renditen verbessert werden, wie aus einem ‌am ⁠Freitag bekanntgewordenen Schreiben von Norges Bank Investment Management (NBIM) hervorgeht. Konkret empfiehlt der Verwalter des 2,3 Billionen ⁠Dollar schweren Fonds, den Anteil von Staatsanleihen in seinem Referenzindex von 70 auf 50 Prozent zu senken.

Dies würde ‌Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge einen Abbau von US-Staatsanleihen im ‌Wert von fast 80 Milliarden Dollar bedeuten, ​nach einem Bestand von rund 215 Milliarden Dollar Ende Juni. Die Entscheidung des Fonds, der im Schnitt 1,5 Prozent aller weltweit börsennotierten Unternehmen besitzt, könnte die Finanzmärkte beeinflussen.

Die Märkte für Staatsanleihen waren zuletzt wegen steigender Inflation und hoher Staatsschulden unter Druck geraten, was die ‌Anleger verunsicherte. Ein Grund dafür: Die US-Staatsverschuldung ist erstmals über die Marke von 40 Billionen Dollar gestiegen.

Der Vorschlag ist eine Reaktion auf ​eine Anfrage des norwegischen Finanzministeriums zur Anlagestrategie. «Wir empfehlen, den Staatsanleihen-Anteil im Anleihenindex ​von 70 auf 50 Prozent zu senken», schrieben Notenbankchefin ​Ida Wolden Bache und NBIM-Chef Nicolai Tangen in dem Brief. «Ein Staatsanleihen-Anteil von 50 Prozent wird ausreichen, um den Liquiditätsbedarf ‌auch in turbulenten Marktphasen zu decken.»

Jegliche Änderungen würden schrittweise umgesetzt, um Auswirkungen auf den Markt und Transaktionskosten zu begrenzen, hiess es. Das frei werdende Kapital soll vor allem in ​andere Anleiheformen ​wie hypothekenbesicherte Wertpapiere fliessen, um die Anlagen breiter ⁠zu streuen.

Bei der Umschichtung handelt es sich jedoch ​nicht um eine Abkehr vom ⁠US-Dollar. Einem Sprecher von NBIM zufolge bleibt das Gesamtengagement in Dollar-Anlagen mit rund 50 ‌Prozent nahezu unverändert.

«Was sich ändert, ist die Mischung innerhalb des Dollar-Marktes: weniger US-Staatsanleihen, entsprechend mehr US-Hypotheken- und staatsnahe Anleihen.» Den Plänen zufolge soll der Anteil von ‌US-Staatsanleihen im Index von 34,1 auf 21,9 Prozent sinken, während der ​Anteil von nichtstaatlichen US-Anleihen von 16,2 auf 27,6 Prozent steigt. Der gesamte Dollar-Anteil würde damit nur geringfügig von 52,9 auf 52,5 Prozent zurückgehen.

(Reuters)