„Rassenlehre in reinster Form“: Grünen-Abgeordnete rechnet im NRW-Landtag mit AfD ab – Auslöser ist brisante Bildungsstudie
NRW-Landtag eskaliert: AfD spricht von „Niedrig-IQ-Regionen“ – Grüne werfen Fraktion „Rassenlehre“ vor
Stand: 18.09.2026, 13:42 Uhr
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Der Bildungsmonitor sorgt in NRW für große Diskussionen. Nach einer Rede eines AfD‑Abgeordneten werfen die Grünen der Partei „Rassenlehre in reinster Form“ vor.
Düsseldorf – In einer Landtagsdebatte in Nordrhein-Westfalen ist es zu einem hitzigen Schlagabtausch zwischen Grünen und AfD gekommen. Der Grund: Die AfD hatte mit ihren auf Ausländerkinder fokussierten Analysen und Forderungen große Empörung ausgelöst. Die Grünen-Abgeordnete Gönül Eglence fand dafür im Landtag klare Worte. „Was wir von der AfD-Fraktion in der ersten Runde gehört haben, war Rassenlehre in reinster Form.“

Hintergrund der von SPD und FDP beantragten Aktuellen Stunde war das schlechte Abschneiden des Bundeslandes bei der jüngsten Bildungsstudie. Im „Bildungsmonitor“ der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) war NRW im Handlungsfeld Schulqualität im Bundesländervergleich auf dem vorletzten Platz gelandet. Einzig Bremen schnitt schlechter ab. Im Gesamtranking des INSM‑Bildungsmonitors belegt NRW nur den 14. Platz.
Schlagabtausch zwischen AfD und Grünen im NRW-Landtag: „rassistische Aussagen“
Eigentlicher Auslöser des Landtagseklats war AfD-Politiker Christian Blex. Blex warf der schwarz-grünen Regierung unter Ministerpräsident Hendrik Wüst und der „Pseudo-Opposition“ vor: „Sie betreiben semantische Akrobatik, nur um den riesigen rosa Elefanten nicht beim Namen nennen zu müssen, der mitten in unseren Klassenzimmern steht.“ Und das sei eine „seit Jahren völlig unkontrollierte Massenzuwanderung aus Niedrig-IQ-Regionen in unsere Schulen und unsere Sozialsysteme“.
Der AfD-Abgeordnete forderte weiter einen „Stopp der Zuwanderung aus bildungsfernen und armutsgeprägten Regionen, sofortige und konsequente Rückführung derjenigen, die keine Integrationsperspektive haben, und eine Schulpolitik, die wieder Leistung und deutsche Standards in den Mittelpunkt stellt.“
Das wollten die Grünen so nicht stehen lassen. „IQ hat nichts mit der Herkunft zu tun“, sagte die sichtlich aufgewühlte Grünen-Abgeordnete Lena Zingsheim-Zobel. Sie warf Blex „rassistische Aussagen und Diskriminierung“ vor. Dessen Fraktionskollege Christian Loose reagierte mit einer lautstarken Schimpf-Tirade auf Zwischenrufe aus dem Plenum und forderte, Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen in separaten Klassen zu unterrichten.
Bildung in NRW sorgt für große Debatte: Nordrhein-Westfalen mitunter Schlusslicht in Deutschland
Der Bildungsmonitor hatte in NRW große Diskussionen ausgelöst. Die Studie zeigt: Die öffentlichen Bildungsausgaben fallen in NRW im Verhältnis zu den Gesamtausgaben vergleichsweise gering aus. Pro Grundschüler werden 8100 Euro aufgewendet, der Bundesschnitt hingegen liegt bei 9000 Euro. Positiv vermerken die Forscher immerhin einen Anstieg der Bildungsausgaben je Kind um 1800 Euro. Doch auch bei der beruflichen Bildung landet NRW auf dem vorletzten Platz. Nur 62,6 Prozent der Absolventen an Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen schlossen 2024 erfolgreich ab. Hier belegt das Bundesland, sogar deutlich abgeschlagen den letzten Platz. Bundesweit waren es 80,4 Prozent.
SPD-Fraktionschef Jochen Ott macht die Landesregierung direkt verantwortlich: „Bildung bleibt die Achillesferse unseres Landes. Nichts ist besser geworden unter Schwarz-Grün. Im Gegenteil: NRW verharrt am Tabellenende der Bundesländer und hat die rote Laterne fest in der Hand“, wie die Rheinische Post (RP) berichtet.
Dabei ist Bildung nicht nur ein Problem in NRW. Zwar schneidet das Bundesland im deutschen Vergleich schlecht ab, doch auch Deutschland ist im internationalen Vergleich angeschlagen, wie eine Pisa-Studie zeigt. Die getesteten 15-Jährigen in Deutschland schneiden in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften so schlecht ab wie nie zuvor und erzielen die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen im Jahr 2000. (Quellen: dpa/Landtag NRW Mediathek/Landtag NRW Pressemitteilung/Bildungsmonitor/Rheinische Post)