Nvidia: Jensen Huang lobt Donald Trump im Live-Telefonat auf Wirtschaftskonferenz All-In Summit
Nach den Diskussionen rund um die Sicherheitsrisiken von künstlicher Intelligenz (KI) am vergangenen Wochenende hat sich Nvidia-Chef Jensen Huang (63) gegen eine strenge Regulierung ausgesprochen. „Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen: Pausen einlegen, das Tempo drosseln“, sagte der CEO im Rahmen der in Los Angeles stattfindenden Wirtschaftskonferenz All-In Summit. Das seien alles freiwillige Maßnahmen, die KI-Entwickler ergreifen könnten, wenn sie das Gefühl hätten, dass ihr Unternehmen außer Kontrolle gerate.
Noch während Huang auf der Bühne saß, rief ihn US-Präsident Donald Trump (80) an: Der Nvidia-Chef schaltete den Anrufer auf Lautsprecher. In dem ungefähr fünfminütigen Gespräch kritisierte Trump diejenigen, die die Entwicklung von KI bremsen würden. „Das spielt in die Hände von anderen Politikern oder China“, so der US-Präsident. Huang pflichtete dem Präsidenten bei und lobte Trump. Dieser habe die Komplexität des Themas durchschaut.
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Rechenzentren seien „das Öl der nächsten 20, 25 Jahre“, so Trump weiter. Dieses Öl könne für den Reichtum vieler Menschen und Staaten sorgen. Einen Rückstoß der Entwicklung von KI würde er nicht zulassen.
Trump versäumte es während des Telefonats nicht, seinen verstorbenen Onkel John George Trump zu erwähnen, einen Ingenieur der Elektrotechnik, der als Professor am angesehenen Massachusetts Institute of Technology (MIT) gelehrt hatte. John George Trump sei „vielleicht der beste Professor aller Zeiten am MIT“ gewesen, sagte Trump. Daher habe der US-Präsident eine „genetische Veranlagung“, sagte er. „Deshalb wissen Sie so viel über KI“, erwiderte Nvidia-Chef Huang schmunzelnd.
KI-Aktien kräftig unter Druck
In den vergangenen Tagen hatten die Chefs der wichtigsten KI-Firmen der Welt ihre Bedenken gegenüber der schnellen Entwicklung von KI geäußert. In Fahrt gekommen war das Thema, nachdem der ehemalige Anthropic-Mitarbeiter Jacob Coxon am Mittwoch öffentlich gemacht hatte, dass er aus Angst vor dem Gefahrenpotenzial von KI gekündigt habe.
Am darauffolgenden Samstag publizierte Anthropic-CEO Dario Amodei (43) ein Essay, in dem er eine langsamere, regulierte Entwicklung von KI forderte. OpenAI-CEO Sam Altman (41) und Unternehmer Elon Musk (55) unterstützten den Aufruf und stellten sich somit hinter die Forderung. Als Reaktion auf den Aufruf nach Vorsicht fielen am Montag mehrere KI-Aktien, darunter Nvidia um 3,4 Prozent.
Nvidia profitiert wie kaum ein anderes Unternehmen vom massiven Ausbau der KI-Infrastruktur. Mit den Chips des Unternehmens wird ein Großteil der Rechenzentren betrieben. Auch Trump gilt als vehementer Verfechter des Baus von Rechenzentren.
Auf der Podiumsdiskussion lobte Huang den Vorstoß des Ex-Anthropic-Mitarbeiters Coxon. Er habe Mut bewiesen, seine Bedenken zu äußern. „Die Panik hat jedoch eine falsche Wahl zwischen schneller Innovation und KI-Sicherheit geschaffen“, so Huang weiter.
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Altman hatte am Samstag sogar den lang erwarteten Börsengang von OpenAI auf das kommende Jahr verschoben. Er glaube „dass es angesichts der aktuellen Sicherheitslage im Moment unklug wäre, an die Börse zu gehen“, sagte Altman dem Wirtschaftsmagazin „Fortune“. Ein Grund dürften allerdings auch die zuletzt schwachen Zahlen des Unternehmens sein.