Wetter Hamburg: Orkan nimmt Kurs auf die Nordsee – Sturmflut könnte Fischmarkt treffen


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Jetzt ist er da, der Herbst. Der Wind hat den Norden fest im Griff und pustet ungemütliches Wetter heran. Vom Ärmelkanal zog zunächst Sturmtief „Luise“ abgeschwächt über Dänemark nordwärts. Nun wartet schon der nächste Sturm: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) kommt von Schottland Tief „Manja“ heran. Das hat auch Folgen für den Fährverkehr der Nordseeinseln. In Hamburg könnte am Sonntag eine Sturmflut den Fischmarkt überspülen.

Wetter: In Hamburg stürmt es am Wochenende

Während der Herbststurm im Südwesten Deutschlands für Schäden und Leichtverletzte gesorgt hat, haben Polizei und Feuerwehr in Hamburg am Sonnabend noch keine wetterbedingten Einsätze gemeldet, auch der Bahnverkehr war bis dahin nicht vom Wetter beeinträchtigt. „Luise“ ist im Norden also nicht ganz angekommen.

Allerdings warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor zunehmendem Wind. In der Nacht zu Sonntag löst ein Orkantief aus Richtung Schottland „Luise” ab und bringt dann erst den richtig starken Wind mit sich. Am Sonntag werden orkanartige Böen von Gewittern begleitet.

Die Wahl sollte also besser auf eine winddichte Regenjacke statt einen fragilen Regenschirm fallen, denn es weht das ganze Wochenende ganz ordentlich. Die Folgen davon spüren Reisende vorwiegend an der Küste. Am Wochenende enden die Herbstferien in Niedersachsen. Auf den Inseln könnte deshalb Chaos für Reisende auf dem Heimweg drohen, denn die Inselfähren schränken ihren Betrieb stark ein.

Stürmisches Wetter: Kreuzfahrtschiff macht früher in Hamburg fest

Wegen der stürmischen Wetterlage hat die „Mein Schiff Relax“ von TUI Cruises bereits am Sonnabend in Hamburg angelegt und ist damit früher als geplant von ihrer Kurzreise zurückgekehrt. Der für Freitag geplante Stopp in Oslo – das einzige Ziel der Route – fiel dem Wetter zum Opfer. Statt Norwegens Hauptstadt standen für die Urlauber damit nur Seetage auf dem Programm.

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Bereits am Morgen hatte der Kapitän nach Schilderung einer Passagierin die frühere Rückkehr angekündigt. Von Bord gehen müssen die Gäste deshalb aber noch nicht: Die Reise endet wie gebucht erst am Sonntagvormittag, bis dahin dürfen sie auf dem Schiff bleiben.

Auf dem Brocken gab es die ersten Schneeflocken

Derweil haben eisige Winde auf dem Gipfel des Brockens im Harz für die ersten Schneeflocken gesorgt. Bei frostigen Temperaturen im tiefen einstelligen Bereich bildete sich stellenweise eine dünne Schneeschicht, die allerdings schnell wieder verschwand.

Schneeflocken auf dem Brocken

Ein kleiner Schneemann steht auf dem Brocken. Am Sonnabend gab es den ersten Schnee auf dem Harzgipfel.© Matthias Bein/dpa | Matthias Bein

Zugleich sorgte "Luise“ dort bereits seit der Nacht für Orkanböen. Laut DWD hatte die Messstation in der Nacht eine maximale Windgeschwindigkeit von 134 Kilometern pro Stunde registriert – das entspricht einem Orkan der Windstärke 12. Wenn „Manja“ heranweht, erwartet der DWD Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde.

Orkan an der Nordsee: Fähren fahren nur eingeschränkt

In der Nacht zum Sonntag wird es vor allem auch an den Küsten so richtig ungemütlich: An der Nordsee und auf Fehmarn pusten dann schwere Sturmböen mit einer Geschwindigkeit um die 95 km/h. In Nordfriesland und auf Helgoland sind sogar orkanartige Böen um 110 km/h möglich, das entspricht der Windstärke elf. Der DWD spricht von einer Unwetterlage. Die Tiefstwerte liegen zwischen 11 Grad auf Helgoland und 9 Grad in Hamburg.

Der Sturm bremst auch den Schiffsverkehr im Norden. Die Reederei Norden-Frisia teilte mit, dass es im Inselverkehr von und nach Norderney von Sonnabend an und in den Folgetagen zu Verzögerungen oder Ausfällen kommen kann. Anschlüsse an den Bahnverkehr am Festland in Norddeich seien nicht gewährleistet, hieß es.

Fährverkehr

Eine Fähre an der Insel Norderney. Wegen Sturmtief „Luise“ kommt es am Wochenende zu Ausfällen im Fährverkehr.© Volker Bartels/dpa | Volker Bartels

Auf Langeoog ändert sich der Fahrplan schon jetzt. Die Inselgemeinde betreibt die Schifffahrt selbst. Für Sonntag ist ab Langeoog nur noch eine Fähre am Morgen eingeplant. Von Bensersiel am Festland zur Insel fahren zwei frühe Fähren. Danach ist Schluss. „Sogar die komplette Einstellung der Fahrten ist möglich“, teilte die Inselgemeinde mit. Reisende sollten sich im Internet informieren.

Sturmtief fegt über Norddeutschland: Kein Katamaran nach Helgoland

Auch Wangerooge ist von Fährausfällen betroffen. Änderungen im Linienfahrplan sind am Sonntag und Montag möglich. Das teilte die Deutsche Bahn im Internet mit. Sie betreibt den Fährverkehr dort mit einer Tochtergesellschaft. Die kleine Schnellfähre „Wattsprinter“ fährt bis einschließlich Montag gar nicht.

Zwischen Cuxhaven und der Hochseeinsel Helgoland fällt am Wochenende die Katamaran-Verbindung aus. Das teilte die Reederei Cassen Eils mit. Stattdessen gibt es Ersatzfahrten mit der MS „Helgoland“.

Wetter am Sonntag: Auf Tief „Luise“ folgt Tief „Manja“

Der Sonntag startet zunächst mit kräftigem Regen. Später wechseln sich Wolken, Schauer und einzelne Gewitter ab, so der DWD. Die Höchstwerte liegen bei etwa 13 Grad. Der Südwest- bis Westwind weht stark, an den Küsten bleibt es stürmisch. An der Nordsee sind vereinzelt Orkanböen nicht ausgeschlossen.

„Besonders kräftig weht der Wind an der Nordsee“, sagt Meteorologe Hansen. „Dort gibt es schwere Sturmböen oder orkanartige Böen um 100 km/h.“ Die Gewitter und Schauer rundeten diesen Herbsttag bei Höchstwerten zwischen 10 und 17 Grad ab.

Wetter im Norden: Zum Montag ist mit Erholung zu rechnen

In der Nacht zum Montag ziehen über Hamburg und Schleswig-Holstein zwar weiter Schauer und einzelne Gewitter durch, die Stürme lassen aber langsam nach. Die Tiefstwerte liegen bei etwa 10 Grad auf den Inseln und bei 7 Grad in Hamburg und Lauenburg.

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Der Montag bringt wechselnde bis starke Bewölkung und Schauer bei etwa 13 Grad. In der Nacht zum Dienstag zieht von Nordsee und Elbe her dichte Bewölkung mit Regen auf. Die Temperaturen sinken auf 12 bis 9 Grad. An den Küsten bleibt der Wind stark mit stürmischen Böen.

mit dpa