Ovag kürzt Trinkwasser für Wetterau: Brunnen arbeiten am Limit
Stand: 01.08.2026, 08:14 Uhr
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Der Versorger reduziert von September bis Jahresende die Lieferungen an Kommunen im Wetteraukreis. Bereits seit Wochen erhält Frankfurt drastisch weniger Wasser – zugunsten der hiesigen Städte und Gemeinden.
Friedberg/Wetteraukreis – Seit der ersten Hitzewelle im Juni ist der Wasserverbrauch von Privatleuten und Gewerbe sprunghaft gestiegen, so die Oberhessischen Versorgungsbetriebe. Um wie viel genau, gab Unternehmenssprecher Michel Kaufmann nicht preis. Nur so viel: „Der Freitag vor den Sommerferien war nicht nur der bisherige Spitzentag in diesem Jahr, sondern der Spitzentag seit Beginn der Wasserversorgung durch die Ovag vor rund 120 Jahren.“ Die Anlagen in den Brunnen-Anlagen von Vogelsberg und Wetterau arbeiten laut Kaufmann seitdem am „Rand ihrer Leistungsfähigkeit im absoluten Spitzenlastbetrieb“.

Kaum noch Feuchte im Boden
Auch als die Hitzephase zwischendurch leicht abflachte, sei die Wasserabgabe im Juli hoch geblieben. Das führe zu einer großen Belastung der Ressourcen. Nahe der Oberfläche sei im Boden kaum noch Feuchtigkeit.
Damit es über den Sommer hinaus genug Trinkwasser gibt, sei die Ovag gezwungen, „in einigen Gewinnungsgebieten die Fördermenge teilweise massiv zu reduzieren und einzelne Fördermöglichkeiten quasi ungenutzt zu lassen“. Das wurde auch den Aufsichtsbehörden des Landes mitgeteilt.
Die Ovag fördert nach Angaben aus dem Jahr 2020 pro Jahr bis zu 35,8 Millionen Kubikmeter Wasser für ihre Kunden in Mittelhessen, Wetterau, Frankfurt und Vordertaunus. Davon fließen nach Angaben des Ovag-Vorstandschefs Joachim Arnold vom Oktober 2024 bisher 18,6 Millionen Kubikmeter nach Frankfurt. Rund eine Million Kubikmeter werden in den Vordertaunus geliefert, 10,71 Millionen Kubikmeter an die Kommunen des Wetteraukreises. Arnold prophezeite vor knapp zwei Jahren: In den kommenden Dürresommern müsse die Ovag weniger Wasser aus ihren Brunnen holen, wenn die Mindest-Grundwasserstände unterschritten sind. Das tritt nun ein.
Kommunen angeschrieben
Bisher wurde nicht kommuniziert, dass die Ovag bereits seit Wochen weniger Wasser liefert. Laut Unternehmenssprecher Kaufmann konnte „das System nur stabil gehalten werden, weil die Abgabemenge in die Rhein-Main-Region drastisch zugunsten der hiesigen Kommunen“ verringert wurde. Die Ovag hatte demnach ihre kommunalen Kunden brieflich aufgefordert, nicht mehr als die vereinbarten Wassermengen abzurufen. „Dies führte nur in einigen Kommunen zum Erfolg“, so Michel Kaufmann.
Von September bis Jahresende soll nun die Wasserlieferung weiter reduziert werden. Unklar bleibt, um wie viel. Kaufmann weist auf Nachfrage darauf hin, dass die Städte und Gemeinden auch eigene Brunnen und weitere Wasserlieferanten haben. Wenn die auch nicht mehr liefern können, bekommt die Debatte ums Wassersparen eine neue Dynamik. So ist wohl zu erwarten, dass vor Ort weitere Verbote ausgesprochen werden, Gärten mit Trinkwasser zu befeuchten. Von Wasser-Rationierung ist bisher noch nicht die Rede.