Mit herzzerreißenden Worten fleht ein kranker Junge (10) Italiens Regierungschefin um Hilfe an
PANDAS-Syndrom: Zehnjähriger richtet flammenden Appell an Meloni: „Können Sie die Ärzte bitten?“
Stand: 10.10.2026, 17:25 Uhr
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Am 9. Oktober ist der Welttag einer seltenen neuropsychiatrischen Erkrankung, die Kinder betrifft: Sie ist anerkannt, doch die teuren Behandlungen werden nicht übernommen.
Die Krankheit existiert, ist offiziell als seltene Autoimmunerkrankung anerkannt, betrifft Kinder und hat schwerwiegende Folgen. In Italien übernimmt der Staat die äußerst teuren Behandlungen für Betroffene nicht, weil „das Behandlungsprotokoll fehlt“. Deshalb hat ein zehnjähriger Junge, der an dieser Krankheit leidet – nennen wir ihn Francesco –, beschlossen, Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu schreiben: „Ich weiß, dass Sie eine wichtige Chefin sind. Wenn Sie um etwas bitten, sagt man Ihnen Ja. Können Sie die Ärzte bitten, mir die Behandlung zu geben, die ich brauche?“ Die Krankheit heißt PANDAS-Syndrom oder einfach PANDAS. Der 9. Oktober ist der Welttag, der Aufmerksamkeit dafür schaffen soll.
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Dieser Artikel von Paolo Foschini entstand in Kooperation mit Corriere della Sera
Es handelt sich um eine neuropsychiatrische Störung, die durch eine Autoimmunreaktion im Zusammenhang mit Infektionen durch beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A ausgelöst wird. Sie betrifft Kinder. Die englische Abkürzung steht für Pediatric Autoimmune Neuropsychiatric Disorders Associated with Streptococcus infections, übersetzt: „Pädiatrische neuropsychiatrische Autoimmunerkrankungen im Zusammenhang mit Streptokokkeninfektionen“.
Die Krankheit ist noch wenig bekannt. Kennzeichnend sind plötzlich auftretende Zwangssymptome und/oder eine starke Einschränkung der Nahrungsaufnahme. Hinzu kommen weitere Erscheinungen, die von Angst und Reizbarkeit über schulische Schwierigkeiten bis zum Verlust bereits erworbener Fähigkeiten reichen können, außerdem Schlafstörungen sowie sensorische oder motorische Auffälligkeiten.
Bei Francesco hatten die Probleme 2021 mit den ersten Anzeichen begonnen, dass etwas nicht stimmte. Sie verschlimmerten sich 2023 nach einem Zeckenstich in einem Flugzeug. In seinem offenen Brief schreibt er: „Liebe Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, ich heiße ***, bin zehn Jahre alt und lebe in Rimini. Ich weiß, dass Sie eine wichtige Chefin sind. Wenn Sie um etwas bitten, sagt man Ihnen Ja. Können Sie die Ärzte bitten, mir die Behandlung zu geben, die ich brauche, um gesund zu werden?“
Ein Kind bittet um Hilfe – vier Fachärzte empfehlen dieselbe Behandlung
Dann erklärt er: „Ich habe PANDAS, ich kann keinen Sport treiben und keine Süßigkeiten essen. In der Schule sagt man mir oft, dass ich böse bin, und meine Mitschüler machen sich wegen meiner Tics über mich lustig. Wenn ich groß bin, möchte ich Pilot bei der Luftwaffe werden. Aber wenn ich nicht behandelt werde, glaube ich nicht, dass ich ein Flugzeug fliegen kann.“
Francescos Mutter erklärt, dass die Region Emilia-Romagna die Erkrankung ihres Sohnes im März 2026 offiziell bescheinigt habe. Vorausgegangen waren Jahre in einem Labyrinth aus Untersuchungen, Kontrollen und Arztbesuchen. Schließlich nennen vier Fachärzte dieselbe mögliche Behandlung: intravenöse Immunglobuline, kurz IVIG. Dabei handelt es sich um eine immunmodulierende Therapie, die das Immunsystem „zurücksetzt“. Die italienische Arzneimittelbehörde AIFA sieht diese Behandlung für Krankheitsbilder wie das von Francesco vor.
Ohne nationales Behandlungsprotokoll bleibt die Kostenübernahme aus
Allerdings fehlt ein formelles nationales Behandlungsprotokoll, das genau festlegt, wie, wann und unter welchen administrativen Voraussetzungen die Immunglobuline verabreicht werden dürfen. Denn sie sind teuer: Eine Behandlung kann bis zu 10.000 Euro kosten. Deshalb behalten die medizinischen Leitungen des nationalen Gesundheitsdienstes sie Erkrankungen vor, für die es Behandlungsprotokolle gibt.
Der Elternverband Associazione Genitori Pans Pandas Bge Odv hat seine Position anlässlich des Welttags am 9. Oktober in diesem Leitspruch zusammengefasst: „In den Fallstricken eines Gesetzes kann die Zeit eines Kindes nicht warten. Jenseits der Bürokratie: das Recht auf eine Diagnose.“ Francescos Brief an Giorgia Meloni endet mit den Worten: „Ich zähle auf Ihre Hilfe.“
Ein Niederösterreicher kämpft seit Jahren gegen eine Autoimmunerkrankung – und gegen Behörden, die ihm eine Pension verweigern.